aaahh…

Entertainement for the Braindead

Wer jetzt an Splatterfilm denkt, der irrt gewaltig. Fragiler, verspielter Indie-Folk-DecideYourself-Pop. Von der Künstlerin selber auch acoustic dilettante post-something genannt.

                  Foto by Christopher Pattberg

Musikalisch bezaubernd – frühlingselfenhaft – verspielt und verträumt erscheint Entertainment for the Braindead als Botin der neuen Netlabel Kultur. Hinter dem Pseudonym steht die Kölner Studentin Julia Kotowski die mit aaahh records und aerotone neue Wege geht.

Die Eps Hypersomnia und Hydrophobia kann man nicht nur  – sondern darf man ganz legal – kostenlos runtergeladen auf der offiziellen Homepage – und sei allen, die wohlproduzierten Lo-Fi Folkpop mögen – ans Herz gelegt.

Das neueste Veröffentlichung –   hydrophobia steht auf der Seite des  bereit – angehört und kostenlos gedownloaded zu werden.

Zukunftsmusik????vielleicht…

Während die traditionellen Plattenfirmen im Strudel der “Alles muss umsonst sein” – Mentalität der Konsumenten unterzugehen drohen, suchen immer mehr junge Künstler die Rettung in der Flucht nach Vorne – so auch Entertainment For The Braindead . Wer seine Musik unter eine Creative Commons Lizenz stellt – braucht sich vor Raubkopierern nicht mehr zu fürchten.

In der Blog-O-Sphäre wird dieser Trend zur Zeit heiß umjubelt. Von evolutionärer Entwicklung ist die Rede oder „Musik will frei“ – also „muss sie auch frei sein“.

Böse und Vorgestrig sind diejenigen, die es wagen Geld für Musik zu verlangen.

Ich sehe dies mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Einerseits ist es mir immer wieder eine Freude, in den Genuss von hochwertiger Musik zu kommen – ganz ohne dafür zahlen zu müssen. Mehr als gerne teile ich diese Funde dann auch unter anderem mit den Lesern von Lie In The Sound.

Andererseits: Frei – setzt jedoch für mich immer auch Freiwilligkeit voraus und Künstler leben auch nicht nur von Luft und Liebe.
Mir fällt beim oft esoterisch verbrämten „Freisein“- Gerede oft der Vergleich mit Liebesbeziehungen ein. Darf oder muss Musik frei sein? Der kostenlose – keine Gegenleistung fordernde Genuss ist praktisch aus der Sicht derer, die nur konsumieren wollen, von der Einen zur Anderen – vom Einem zum Anderen – springen und sich mit einer nimmer endenden Kette von Onenight Stands zufrieden geben – ohne auf Qualität Wert zu legen.

Beziehungen wie Musik verkommen so schnell zum Einweg- Wegwerfprodukt. Heute gehört und runtergeladen – morgen schon vergessen.

Das Überangebot von kostenloser Musik im Netz ist erschlagend – die Schreie derer, die gehört (und geliebt) werden wollen – schwellen an zu unerträglichen Spam- Fluten – die Communities wie fuzz.com ertrinken und untergehen ließen.

Das Ende vom Lied?

Entertainment For The Braindead setzt auf die Wertschätzung und Freiwilligkeit derer – die sich noch in Musik verlieben können und gerne dauerhafte Bindungen eingehen. Diejenigen, die gerne eine CD in der Hand halten – können direkt von der Künstlerin liebevoll handgemachte Kopien ihrer Alben beziehen.

Offizielle Homepage: http://entertainmentforthebraindead.com/

DifferentStars

2 Gedanken zu „aaahh…

  1. Wow, wunderschöne Musik und auch eine tolle Stimme!
    Mit den Gratis-Downloads hast du sicher Recht. Das ist ein sehr zweischneidiges Schwert. Für einige Künstler mag das der beste Weg sein ihre Musik an die Öffentlichkeit zu bringen, aber als allgemeines Konzept für Musiker wird das nicht funktionieren.

  2. gut, dass sich mal jemand kritisch über die idealistisch gedachte „Freiheits“-Mentalität der Netaudioszene äußert. Was einen aber nicht davon abhalten soll, sich mit ihr zu beschäftigen.
    Werft mal en Blick auf meinen Blog:

    http://stubenrocker.blogspot.com/

    hab erst angefangen, und es ist ungewiss, ob sich etwas daraus entwickelt, aber ich würde mich über einen kommentar sehr freuen.

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