Berlin Stories – Teil 1

Berlin ist eine ausgefranste Prinzessin. Wer in sie eindringt, wird auf unbefriedigende Weise befriedigt. Berlin scheint eine launische Muse, die auch gern mal die verzehrte Fratze einer Lumpensammlerin aufsetzt. Ein Kennenlernen offenbart verruchte Verlockung, das Flair ausgemergelter, schnoddriger Erhabenheit. So sehen und fühlen und erahnen es auch Musiker, deren Weg nach Berlin führt. In den nächsten Wochen soll an dieser Stelle eine Art Soundtrack zu Berlin entwickelt werden. Ich will mich Liedern widmen, die ein Erahnen der Reize erlauben, welche mich seit meinem Umzug nach Berlin beschäftigen. Die werte Mitbloggerin DifferentStars hingegen wird das eine oder andere Äuglein auf hiesige Bands werfen und hoffentlich die Frage klären, ob die Stadt nicht nur Muse sondern auch Mutter ist, an deren wogender Busen feine Künstler aufgepäppelt werden.

Zur Einstimmung lauschen wir heute der betörenden Stimme einer Norwegerin. Hanne Hukkelberg ist ein Tausendsassa, auf kein Genre zu begrenzen, hochgradig facettenreich.

Skandinavische Liedermacherinnen sind ja ohnehin mit exzentrischer Brillanz gesegnet. Man denke an Stina Nordenstam, Ane Brun, Anja Garbarek oder Anna Ternheim. Hanne Hukkelberg freilich wirkt noch weniger fassbar. Zu sehr greifen Jazz, Folk und Electronic ineinander, ergeben einen distinktiven Sound, welcher jedoch nie anstrengend wird.

Hukkelbergs zweites Solo-Werk Rykestrasse 68 ist von einem mehrmonatigen Berlinaufenthalt geprägt. Der Opener Berlin fängt die Eigenheiten dieser Stadt in wunderbaren Klängen ein.

Hanne Hukkelberg – Berlin

Die mir noch unvertraute Stadt in ihrer völligen Fremdheit entschlüsselt sich durch Musik. Ob Beirut mit dem Track Prenzlauerberg oder eben Hukkelbergs Ode an Berlin, solch Lieder erschließen mir die Atmosphäre, geben Halt in dem Zauber vielfältigster Eindrücke.

Link:

http://hanne.hukkelberg.net/

SomeVapourTrails

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