Der eigene, einsame Freiraum

Im Rummel vorweihnachtlicher Euphorien und ekstatischer Betriebsamkeit bricht aus dem Glitter ein Segen nieder – pocht wie ein Lawine auf uns ein. Im Lärm von Last Christmas, im Anblick von mit Lametta überfrachteten Schaufenstern, im zuckerschwangeren Duft von Glühwein lauert die Besinnlichkeit. Der Overkill macht es möglich. Man muss sich nur ausliefern, dem Wunsch nach Tiefgründigkeit Folge leisten.

Es gibt eine Einsamkeit in uns allen. Einen Flecken auf unserer Seele, den keine Intimität fassen mag. Dieser ganz private Freiraum bleibt nahezu unbetastet – vom Menschen, mit dem man das Bett teilt, von der Familie, die man liebt, von den Vertrauten. Und in eben diesem Versteck lauern Kummer, Traurigkeit und unerfüllbare Sehnsüchte. Verdichten sich zu einer Leere, einer Urangst, welche man sich selbst kaum offenbart. Ich glaube, dass es diese gebündelten Fragmente sind, die uns immer voreinander entfremden werden.

Vielleicht interpretiere ich das Lied ja falsch, welches mir derzeit öfters durchs Ohr flutscht. Möglicherweise jedoch handelt es über die eben beschriebene Einsamkeit. Mich könnte auch die sachte Poesie täuschen. Wahrscheinlich forme ich die Intention um, damit alles so zusammengeflickt ist, dass ich darin  Sinn erkenne. Mir verdeutliche und eingestehe, was so verwirrt und schreckt. Unbeantwortet türmt sich die Frage auf, ob es diese innere Dunkelkammer braucht, ob man das Rückzugsgebiet der Einsamkeit jemals einer anderen Person erschließen kann und soll, ob man das ertragen muss, um Mensch zu sein.

Ich weiß es nicht. Allerdings weiß ich sicher, dass To Be Lonely ein famoser Song ist. Und den möchte ich heute mit den werten Lesern teilen.

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SomeVapourTrails

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