Hardcore-Genre ist jetzt rechte Marke – Linke Musikszene wird von Neonazis verklagt

Update: Laut Spreeblick, dürfte diesem braunen Spuk bald Einhalt geboten werden. Bereits mehrfach wurde u.a. von Endemol versucht, diesen Begriff zu vereinnahmen – alle scheiterten – so wird auch die Nazi-Attacke bald Geschichte sein. Mehr dazu hier: Spreeblick –

Nazi-Hardcore©®™

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Update2: Das Ganze aus Sicht des Rechtsanwalts Dennis Breuer auf dem Blog markenmagazin:recht : HARDCORE als rechte Marke

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Überheblich, aggressiv und selbstbewusst. So treten die Nazis im Netz und immer häufiger auch im „realen“ Leben auf. Niemand kennt die Gesetze so gut wie die Neonazis – niemand beugt sie so geschickt und nutzt jede Möglichkeit Freiheit und Menschenwürde juristisch gekonnt mit Füßen zu treten.

Seit neuestem werden Mitglieder der Linken Musikszene verklagt, wenn sie den Begriff Hardcore verwenden. Hardcore ist zu einer geschützten Marke geworden, auf die ein Rechter Markenschutz hält. Die ganze Gesichte findet ihr hier bei der Taz.

NPD-BLOG:INFO berichtet:

Wie aus den Angaben des Deutschen Patent- und Markeamts hervorgeht, hat der Rechtsextremist Timo Schubert die Marke eintragen lassen. Allerdings läuft noch eine Widerspruchsfrist dagegen.

Die Marke “Hardcore” würde demnach für folgende Bereiche urheberrechtlich geschützt sein: Banner (Standarten), Baumwollstoffe, Bettzeug (Bettwäsche), Bezüge für Kissen, Drucktücher aus textilem Material, Duschvorhänge aus textilem Material oder aus Kunststofffolie, Fahnen, Wimpel (nicht aus Papier), Etiketten aus Textilstoffen, Heimtextilien, Textilhandtücher, Textilstoffe, Webstoffe (elastisch), Wandbekleidungen aus textilem Material, Anzüge, Babywäsche, Badeanzüge, Badehosen, Bademäntel, Bademützen, Bandanas (Tücher für Bekleidungszwecke), Bekleidung aus Lederimitat, Bekleidungsstücke, Büstenhalter, Damenkleider, Einstecktücher, Fußballschuhe, Geldgürtel (Bekleidung), Gürtel (Bekleidung), Halbstiefel (Stiefeletten), Halstücher, Handschuhe (Bekleidung); Hemd-Höschenkombinationen (Unterbekleidung), Hemdblusen, Hemden, Hosen, Hosenträger, Hüte, Jacken, Jerseykleidung, Kapuzen, Kopfbedeckungen, Lederbekleidung, Leibwäsche, Lätzchen, nicht aus Papier, Morgenmäntel, Mäntel (pelzgefüttert), Mäntel, Mützen, Mützenschirme, Oberbekleidungsstücke, Overalls, Parkas, Pelze (Bekleidung), Pullover, Pyjamas, Regenmäntel, Schals, Schärpen, Schlafanzüge, Schlüpfer, Schuhe, Slips, Socken, Stiefel, Sportschuhe, Strümpfe, Sweater, T-Shirts, Trikots, Trikotkleidung, Unterwäsche, Westen, Wäsche, Überzieher, Materialbearbeitung, Druckarbeiten, Einfassen von Stoffen, Färben von Stoffen und Textilien; Anfertigung und Änderung von Bekleidungsstücken; Aufdrucken von Mustern; Behandlung von Textilien und Webstoffen; Einfassen von Webstoffen; Färben von Textilien; Lasergravuren, Papierbehandlung, Offsetdruckbearbeitung, Sticken[…] Quelle: NPD.BLOG-INFO

Auf Indymedia kann man die vollständigen Daten zur betreffenden Akte/Markeneintragung nachlesen.

Besonders pervers ist die Angelegenheit, da Hardcore als Genre aus der linken Musikszene entstanden ist. Hier ein kleiner Auszug aus Wikipedia:

Hardcore entstand gegen Ende der 1970er Jahre, als eine neue Generation von Jugendlichen Zugang zur Punk-Musik fand, die nicht wie die Vertreter des 77er Punk Rocks mit dem Garage- und Glamrock der 1960er und 1970er Jahre aufgewachsen waren, sondern mit Punk Rock und diese Musikform geschwindigkeitstechnisch und textlich radikalisierten.

Das heute vorherrschende klassische Bild eines Punks mit Irokesenschnitt oder „Liberty Spikes“ wurde erst in der Ära des Hardcore-Punks geprägt. In den USA sowie Kanada gelten vor allem drei Bands, die Bad Brains, Black Flag und Minor Threat als Initiatoren des „American Hardcore“. In Großbritannien wurde der „UK Hardcore“ oder „UK82“ hingegen von Bands wie Discharge, GBH und the Exploited geprägt. Obgleich beide Szenen sich gegenseitig beeinflussten (u.a. durch Touren von GBH und Discharge in den USA oder von den Dead Kennedys und Black Flag in Großbritannien), unterschieden sich beide Hardcore Szenen äußerlich und inhaltlich dennoch recht stark. Neben den USA und Großbritannien breitete sich der Hardcore-Punk Anfang der 80er Jahre jedoch auch in andere Länder, wie Japan, Australien und in Lateinamerikanischen Länder (vor allem Brasilien) aus. Auf dem europäischen Festland entstand ein eigener „Euro-Hardcore“ vor allem in Deutschland und Skandinavien, aber auch in Italien. Als frühe deutsche Vertreter des Hardcore-Punks gelten unter anderem die The Buttocks, OHL, Toxoplasma oder Chaos Z. […]

Hardcore in Deutschland

Anfangs war Hardcore in Deutschland die Bezeichnung für härteren Punk. Gruppen wie The Buttocks, Neurotic Arseholes, OHL, Toxoplasma, teilweise auch Slime ließen sich von frühen britischen und amerikanischen Hardcore-Bands wie Discharge, Dead Kennedys und Black Flag zu einem schnelleren, härteren Stil beeinflussen. Später folgten ihnen Gruppen wie Vorkriegsjugend oder die Spermbirds. Die erste, auch außerhalb der deutschen Szene, bekannt gewordene Band war Inferno. Sie hatten als erste auch Stücke, die auf ausländischen Samplern erschienen.

Ab Mitte der 1980er trennte sich ein Teil der deutschen Hardcore-Szene explizit von der Punk-Subkultur ab und etablierte deutschen Hardcore als vom klassischen Punk Rock unabhängige Gegenkultur, teilweise unter Berufung auf die amerikanische New-School-Szene und den Straight-Edge-Gedanken. Als Sprachrohre der deutschsprachigen Hardcore-Szene konnten sich lange Zeit die Fanzines ZAP und Trust etablieren.

Teilweise wurde der Begriff Hardcore auch für Punkbands ohne die bei den ursprünglichen Bands üblichen Rock-’n’-Roll-Elemente genutzt, die heutzutage nicht mehr unter diese Bezeichnung fallen würden oder heutzutage meist als Deutschpunk bezeichnet werden. So heißt es auf der Rückseite der Wiederveröffentlichung des „H’Artcore“-Samplers:

„Der etwas seltsame Titel ergibt sich aus dem Namen des damaligen Labels H´Art und dem 1981 noch neuen Begriff Hardcore, welcher in jener Zeit für härteren, schnelleren Punk wie hier auf dem Sampler stand (den Ausdruck Deutschpunk gab es noch nicht). Tja, so war das damals…“ […]

Quelle: Wikipedia

DifferentStars

Weiterer Lesetipp zum Thema Rechtemusikszene im Netz:

Last.fm: Brauner Musikantenstadl

4 thoughts on “Hardcore-Genre ist jetzt rechte Marke – Linke Musikszene wird von Neonazis verklagt

  1. „Überheblich, aggressiv und selbstbewusst. So treten die Rechten/Linken/Muslime im Netz und immer häufiger auch im “realen” Leben auf. Niemand kennt die Gesetze so gut wie die Rechten/Linken/Muslime – niemand beugt sie so geschickt und nutzt jede Möglichkeit Freiheit und Menschenwürde juristisch gekonnt mit Füßen zu treten.“

    Komisch. Alle drei passen!

  2. Mein kann ein Übel nicht mit dem anderen entschuldigen. Der Typ, der sich den Begriff Hardcore hat schützen lassen, ist bekennender Nazi, per se allen Linken und Muslimen zu unterstellen sie wären genauso extremistisch ist schon fatal.

    Wenn wir schon beim Nebelbomben werfen sind: Warum hast du die extremistischen Christlichen Sekten nicht genannt? Sind in Deutschland auch auf dem Vormarsch mit „netten“ Forderungen wie Todesstrafe für Schwule, Leugnen der Evolutionstheorie…

    Beide Religionen (und noch mehr andere), das Christentum u. der Islam werden missbraucht, um faschistische Systeme zu propagieren.

    DifferentStars

  3. Ist man als Neonazi im Umkehrschluss also automatisch extremistischer als alle anderen? Das ist auch eine recht fatale Schlussfolgerung, wie ich meine.

  4. Neonazis sind nicht per se extremistischer als Linksextremisten/Stalinisten etc – oder islamischen Extremisten.

    Du sprachst aber generell von Linken und Moslems.

    Jede Ideologie und Religion hat leider auch immer extremistische Anhänger, die sich gerne als Wortführer aufspielen.

    Das Neonazis Extremisten sind, darüber brauchen wir hoffentlich nicht zu diskutieren.

    DifferentStars

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