Portishead velassen Major-Label und wollen neue Wege gehen.

Auf der Suche nach The Magic Doors sind jetzt auch Portishead. Nach dem sie mit 3 Alben ihren Vertrag mit Universal erfüllt haben sind sie nun frei – unsigned und ratlos. Musik als CD oder Mp3 zu verkaufen lohnt sich nicht mehr. Selbst für eine Band, die im vergangenen Jahr mit Third eines der erfolgreichsten Alben veröffentlichte und fast alle Jahrespolls gewann. So wählten unter anderem die Lesern der Musikzeitschriften Spex, Visions und Rolling Stone Portisheads Comeback-Album zur Platte des Jahres 2008.

Die Fans liebten und hörten das Album – die wenigsten kauften es. Aus gutem Grund hütet die Musikindustrie das Geheimnis der Verkaufszahlen ihrer Stars  besser, als der Vatikan das Privatleben des Papstes.

In ihrem Myspace-Blog fragen die Trip-Hop-Begründer nun ihre Fans um Rat:

the future…….


so then

we spent the day discussing the future of the P as we are free…

well free of a deal and free of comitment… for now!

with the world being the way it is there are lots of options open……but if you lot have any bright ideas of how we should sell our music in the future lets us know , why not!

i dont think that were into giving out music away for free to be honest…it fukin takes ages to write and we have to heat our swimming pools…..!!!

anyways thats it for now

also

[…]
geoff {P}

(Quelle: Portishead/Myspace)

Während viele im Internet jubeln „Hurra die bösen Majors sind am Ende“, macht mir diese Entwicklung auch Angst. Einfach weil wir von Lie In The Sound etwas mehr von den Menschen mitbekommen, die uns mit wundervoller Musik beglücken und selbst mit Plattenvertrag Lichtjahre davon entfernt sind, sich mit ihrer Musik ernähren zu können.

So einige magische Türen hat sich Unisversal/Island Records allerdings sicher selbst verschlossen: Das Einbetten des Videos für Magic Doors wird vom Label unterbunden und hindert so die, die kostenlos und aus vollem Herzen Promotion machen für ihre Lieblingskünstler – uns Musik-Blogger.

DifferentStars

PS: Während Visions die Nachricht unkommentiert veröffentlicht,  stimmt Laut.de dem Unwillen Portisheads zu, ihre Musik für lau wegzugeben:

It fuckin‘ takes ages to write and we have to heat our swimming pools!“ Ein durchaus stichhaltiges Argument – zumindest wenn man findet, dass Portishead sehr bedächtig und konzentriert arbeiten. Zwischen den beiden letzten Studioalben lagen ganze elf Jahre.

Ein bisschen Mehr Mut, der etablierten Magazine ihre Leser mit den Folgen des Usus gewordenen Musikdiebstahls zu konfrontieren, wäre wünschenswert.

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