Es muss nicht immer Kaviar sein – Justin Townes Earle

Dudeliges Dahinschmachten und stramm-patriotische Lobhudelei – Country kann man oft und gern auf diese mindere Qualitäten reduzieren. Und dabei fest die Nase rümpfen, mehr noch, Trost empfinden, dass die Musikantenstadl-Mafia allerorts mit wechselnden Fratzen ihr Dasein fristet. Doch lädt das Country-Genre auch zu famosen Entdeckungen ein, die man bei Bedarf auch gern als Americana oder New Country klassifizieren mag, wenn man das Erlauschen von Country sonst nicht mit dem eigenen, audiophil gefärbten Gewissen vereinbaren könnte.

Aber stümpern wir nicht länger an Begrifflichkeiten herum. Verstöbern wir uns lieber im von schlichter Schönheit geprägten Werk des Songwriters Justin Townes Earle. Wirklich intelligente, traditionsverbundene und gerade deshalb innovative Musik zu fabrizieren, scheint keinesfalls leicht, wenn man aus Country-Metropole Nashville stammt. Herrn Earle freilich hindert dies nicht an Glanztaten. Sowohl sein Album The Good Life als auch das gerade erschiene Midnight At The Movies präsentieren bestes Storytelling.

Justin Townes Earle (Foto von Joshua Black Wilkins)
Justin Townes Earle (Foto von Joshua Black Wilkins)

Kreuchen und fleuchen wir nun kurz detaillierter in die musikalischen Abgründe des werten Herrn Earles. Er schert sich einen Dreck um Finessen und erfindet auch das Rad nicht neu, seine Lieder mischen Folk-Einflüsse mit bluesigen Elementen. Über allem thronen sattsam bekannte Country-Harmonien. Und gerade das Gefühl, jeden Akkord schon mehrfach vernommen zu haben, erlaubt den Fokus auf – im besten Sinne – zu Herzen gehende Texte, die sich eben nicht zu abgehobenen Höhenflügen aufschwingen – vielmehr Beobachtungen alltäglicher Freuden und Leiden darstellen. Darin lauert der Reiz, das „simple“ Leben unverklärt abzubilden. Der Hörer kehrt doch ab und an gern in ein Lokal bester Hausmannskost ein. Es muss nicht immer Kaviar sein…

Wackeln wir mal kräftig mit den Nasenflügeln, erschnuppern wir den von Justin Townes Earle versprühten Flair. Seine Duftmarken vermochten ihn bereits als Hoffnungsträger der Country-Musik  zu etablieren. Dem geneigten Leser des Blogs seien ein paar Links zu kostenlosen Downloads und Streams ans Ohr gelegt, die diesen Status hoffentlich unterstreichen.

Links:

MySpace-Auftritt

Labelseite von Bloodshot Records (mit Gratis-Download)

Justin Townes Earle auf Last.fm (Gratis-Downloads)

Besprechung von Midnight At The Movies

Daytrotter-Session

SomeVapourTrails

2 Gedanken zu „Es muss nicht immer Kaviar sein – Justin Townes Earle

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