Lobeshymne, wem Lobeshymne gebührt – Mike Bones

Unser Blog ist ein Blog des Lobes über die kleinen und großen Lieblinge, die unser Wohnzimmer mit wohligen Klängen verzieren. Aus dieser Einstellung heraus werden wir selten mit der Axt künstlerische Gehversuche beenden, vielmehr selbige bei einer Tasse Kaffee geflissentlich ignorieren. Freilich lassen sich jedoch in unseren Gedankengängen und Rezensionen mitunter Nuancen der Begeisterung ausmachen. Manch Album gefällt für kurze Zeit, ehe es sich schnell abnutzt und in den Untiefen des CD-Regals dahinvegetiert, um alle Jubeljahre ausgegraben und in Erinnerung gerufen zu werden. Andere Künstler jedoch hört man beim allerersten Male und schwört Stein und Bein, dass sie ein lebensbegleitendes Muss darstellen, da ihnen eine tiefe Weisheit und ausgiebige Darreichung von Gefühlen innewohnt. So ungefähr ist es mir ergangen, als ich vor wenigen Tagen Mike Bones aufspürte.

Mike Bones (Foto von Carla Brookoff)

Mike Bones (Foto von Carla Brookoff)

Der unter dem Pseudonym Mike Bones werkelnde Mike Strallow ist ein Songwriter Dylanscher Prägung und legt mit A Fool For Everyone ein tolles Album vor. Es atmet das Odeur klassischer Liedermacherei mit dem Geschick die Abgründe menschlichen Gefühlslebens auszuloten. Besonders der Titel What I Have Left ist von der Güte eines songwriterischen Gassenhauers. Anfangs eindringlich reduziert entfaltet sich selbstkritischer Zorn, mit wenigen Worten werden Emotionen ausgebreitet wie sie ein Leonard Cohen nicht besser aufzeigen könnte.

Dem geneigten Leser wird nun vermutlich bereits die eine oder andere Schuppe von den Augen gefallen sein. Ja, Mike Bones ist in den Kategorien der allergrößten Zampanos des Genres anzusiedeln. Selbst offensichtlichster Diebstahl der Manierismen Bob Dylans mutiert zum famosen Coup, wie das Lied Give Up On Guitars verdeutlicht. Man fragt sich, warum man auf die ultimative, eigenständige Epigone des Meisters derart lange warten musste. Songs wie Much More Than Love stellen einen nahtlosen Übergang des Genres in die gegenwärtige Musikkultur dar.

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Ich wage die unerschütterliche Prognose, dass diese CD zu den drei besten Songwriter-Alben des Jahres 2009 gehören wird. Leider ist sie in hiesigen Gefilden vorläufig lediglich als US-Import erhältlich. Ein gieriges Hinterherhetzen lohnt sich, wenn die Beute derart intensive, authentische Musik verspricht. Wiederholen wir nun gemeinsam im Mantra den Namen: Mike Bones, Mike Bones, Mike Bones, Mike Bones… Der Bursche wird uns mit seinem Werk noch viel Freude bereiten.

Via dem Label The Social Registry gibt’s dieses feine Lied:
What I Have Left – Mp3

Links:

MySpace-Seite mit vielen Hörproben, Amerikanische Labelseite

SomeVapourTrails

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