Das Schlaraffenland ist abgebrannt – jetzt baut jeder seine eigene Burg

Das freie Streamen von Musik ist die Zukunft – so tönt es überall im Netz. Das Problem: Der Mangel an generierten Einnahmen. Nicht nur für die Musiker und Labels, auch Youtube schreibt Rote Zahlen. Ob der Weg aus der Misere  nun durch die vermeintliche Zauberformel: Youtube + Universal Music = VEVO  gefunden wird, scheint fraglich. Kundenbindung hin und her – Musikhörer wollen die volle Auswahl und nicht auf ein reduziertes Angebot beschränkt sein.

Laut Heise.de will die Universal Music Group  gemeinsam mit Youtube eine Musikvideo-Plattform mit Namen „VEVO“ gründen.

Über vevo.com soll den Angaben zufolge künftig der gesamte Musikkatalog von UMG abgerufen werden können. „Wir glauben, dass VEVO schon beim Start mehr Traffic haben wird als jede andere Musikvideo-Seite in den USA und in der ganzen Welt“, gibt sich UMG-Chef Doug Morris bereits jetzt euphorisch. Ziel sei, Unternehmen über hohe Zugriffszahlen zur Schaltung von Werbung zu bewegen.

(Quelle: Heise.de)

Jetzt baut also, wie schon in meinem Beitrag – 10 Alternativen zu YouTube – beschrieben, jedes Majorlabel nach und nach seine eigene Burg. Wer Clips von Warner Music sehen will, wird auf MyVideo.de fündig – wer nach Universal Videos sucht bald eben auf VEVO.

Und hier liegt der Hund begraben. Den normalen Konsumenten interessiert es herzlich wenig, bei welchem Label welcher Künstler ist. Der normale Konsument hat heutzutage leider meist noch nicht mal eine CD auf der er nachschauen kann…

Hier werden wieder Aggregatoren für die notwendige Abhilfe sorgen und entsprechende Werbeeinnahmen abgreifen. Dezentralisieren ist ein Anachronismus, der sich böse rächen wird.

Jede funktionierende Plattform muss Diversität zeigen. Eine Lösung für die aktuellen Problem kann nur gefunden werden, wenn alle Labels (Indie + Major) an einem Strang ziehen und nicht jeder versucht, sein eigenes Süpplein zu kochen und die anderen auszubooten

Netzwertig.de schreibt:

Wenn die übrigen Majorlabels VEVO beitreten, wird VEVO die Musikvideosite. Ob die Labels dann ein so freien Zugang zu den Videos Drittanbietern bieten werden, wie es YouTube macht, ist mehr als fraglich. Welcher Unsinn veranstaltet wird, wenn die Contentinhaber die Distributionssite im Web besitzen und kontrollieren, kann man aktuell bei der Videosite Hulu beobachten, welche den großen US-Sendern NBC und Fox gehört.

Das Problem: VEVO gehört allein der Universal Music Group… ob die anderen Plattenfirmen ihren Content auf einem Video-Portal anbieten, dass im Besitz eines Konkurrenten ist halte ich für fragwürdig.

Hinzu kommt, dass hier ein weiterer Versuch unternommen wird, die Indie-Labels und unabhängigen Künstler zu verdrängen. Die einbrechenden Einnahmen der Majorlabels sind eben nicht nur durch illegales Filesharing zu erklären. Der Kuchen wird heute in mehr Stücke aufgeteilt. Noch vor 5 Jahren war es für den Konsumenten ungleich schwerer, Musik von Indies zu entdecken und zu kaufen. Heute geht dies mittels weniger Knopfdrücke, einfach und unkompliziert. Manche meiner CD Käufe dürften aus jeglichen Statistiken fallen – da ich die Tonträger direkt bei den Künstlern bestellt habe. Ein Beispiel wäre China Mountain von Lotte Kestner – von der Musikerin selbst verlegt u. versandt.

Die Stärke von Youtube war immer, dass dort jeder seinen Platz fand. Die Schwäche, dass die Einnahmen ungerecht verteilt wurden. Unverständlich, dass die Beteiligten es nicht schaffen, das Positive beizubehalten und gemeinsam Lösungen für die negativen Punkte zu finden.

DifferentStars

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