Die erträgliche Leichtigkeit sommerlichen Seins (Una Mas Trio)

Jetzt, da der letzte Fluch des Winters in hiesigen Gefilden verflogen, stellen uns auch die Kreativen der Welt die frischgeschlüpfte Brut vor. Und da ist auch viel freudig-fiepsendes Gezwitscher dabei, das so richtig Wonne auf Frühling, Bienchen und kollektives Aufblühen macht. Einiges Junggefieder freilich rüstet schon mal für Sommer, Sonne und Cocktail, indem es mit den kleinen Schnäbelchen in entspannt-rhythmischer Weise ein Klappern durch den Äther schickt.

Ritmo Del Futura

Hinter dem Namen Una Mas Trio verbergen sich Christian Schilgen und Fab DJ Sammy, die mit ihrem Debüt Ritmo Del Futura kräftig viel Staub von der Tanzfläche wirbeln und mit von südamerikanischen und lateinamerikanischen Rhythmen geprägtem Clubsound für frischen Wind sorgen. Das ordentlich runde Erstlingswerk vermittelt die Klänge relaxter Sommernächte, in der Rock schwingende, heißblütige Damen abhotten und schwarzhaarige, braungebrannte Männer ihre nackten, athletisch gebauten Oberkörper in die sachte Brise des abendliches Windes halten. Über allem knistert es, so dass zur Kühlung der Sinne einzig das gestoßene Eis im Mojito beiträgt.

Una Mas Trio
Una Mas Trio

So also klingen die schönen Seiten der wärmsten Jahreszeit, so wubbert das süße Leben unbeschwert. Bereits mit dem Opener Latin Brother beginnen die Hüften mit hartnäckigem Wippen, tänzelt der Sound eindringlich gen verheißungsvollen  Sonnenuntergang. Das laut Bandinfos von dem Braunschweiger Busfahrer Eduardo Flores gesungene Que Pasara verstärkt die dribbeltänzelnde Stimmung nur noch, ehe das instrumentale Balkumbia mit den schrillen Trompeten und den verspielt stampfenden Beats eine von Tequila geschwängerte Polonaise hin zur Limbostange zelebriert. Aber bitte jetzt kein Komasaufen – diese Musik ist für stilvoll schwelgerischen Alkoholgenuss only. Back To Sand offeriert Blaxploitation-Feeling – so zumindest der offizielle Pressetext. Und Potz Blitz, das stimmt sogar! Toni Lorenzo nennt sich der inbrünstig dahinsoulende Mann. Der Titeltrack Ritmo Del Futura jongliert wiederum prima den elanschwerem Drang, die Füße zum Takte der Musik über den Tanzboden schlittern zu lassen. Margarita bildet das krönende Ende eines in angenehmsten Melodien schwärmenden Albums, das stimuliert und vibriert. Über das eigentlich letzte Lied Clear As Water mit der gnadenlos überschätzten Bajka, die bereits Bonobos Days To Come nicht eben bereicherte, breiten wir den Mantel des Schweigens. Zehn zündende Songs machen diesen Ausfall vergessen.

Der Sommer kann, darf und soll kommen. Ausgerechnet aus deutschen Gefilden kommt der Latin-Boogaloo-Soundtrack für sinnliche Abendstunden. Dieses Jahr beginnt der Sommer ab 24. April, wenn das Album beim Plattenhändler des Vertrauens erhältlich ist. Es ist eine verdammt gute Scheibe, das zwitschern auch schon die Vögel von den Bäumen.

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