Verrockte Plattenkiste: Lily Electric – You're In The Painting You Saw

Wer auszieht die Welt zu erobern, der landet ganz klar in Berlin. Vor allem wenn die Vertreter der New New British Invasion zwar von der Insel stammen – aber eben nicht der britischen. Andere Länder haben auch talentierte Söhne – insbesondere Skandinavien scheint ein sehr fruchtbares Gefilde wenn’s um frische Musik geht.

Lily Electric klingen, als hätten sie einst in ihrer Heimat Dänemark die Plattenkisten der Eltern ausgeräumt – mit Treffsicherheit die  Beatles rausgefischt, die gehörten Töne mit reichlich Bier genossen und neu verrockt. So mischen sich Post-Punk-Einflüsse mit Britpop, Fab Four-esquen Chorgesängen und Harmonien. Hier wird das Rad nicht neue erfunden – aber mit viel Spielfreude feiner Indie-Rock produziert. Mando Diao klingen ebenso durch wie Oasis. Alles was gut ist, wird sich zueigen gemacht. You’re In The Painting You Saw ist eine sehr nette Platte – die Spass macht gehört zu werden. Allein zur Brillianz fehlt noch ein bisschen der ganz typische, ganz eigenständige Sound, der die Band unverwechselbar macht. Dieses spezielle AHA-Erlebnis, dieses dieser Song kann nur von Lily Electric stammen. Radio Friendly sind sie allemal die Songs – besser als viel Überhyptes.

Bonuspunkte bekommen die Dänen von mir für ihre Energie, Spielfreude, rockende Frische und Fröhlichkeit. Mit Lust wird hier verspielt experimentiert – jenseits von Kopflastigkeit. Nichts für trübe Tassen, die in Musik den Sinn des Lebens suchen. Mehr Rock‘ n ‚Roll passend zum typischen nächtlichen berliner Straßenbild: Junge Leute, teils Out Of Bed-Style, teils irgendwie Retro-Look mit der Bierflasche in der Hand zur nächten Location schlendernd. Dort dann rocken… oder nur abhängen zu guter Musik. Ich bin dabei – natürlich im einzig wahren Berlin: X-Berg und X-Kölln. Die in Mitte dürfen weiter angestrengt cool sein und hören was die Spex zum Kult erklärt.

Produziert wurde You’re In The Painting You Saw von den dänischen Produzenten Mikkel Holtoug und Dimitri Tikovoi (John Cale, Placebo, The Horrors). Aufgenommen und abgemischt wurde das Debütalbum  in der neuen Heimat von Bjarke Porsmose (Gesang/Gitarrre), Tobias Mynborg (Gitarre), Morten Dybdal (Bass) und Rasmus Valldorf (Schlagzeug) im berliner DDR-Rundfunkhaus.

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LILY ELECTRIC
Album: You´re In The Painting You Saw
Label: PonyRec
VÖ: 17.4.2009

Tour:

23.05 Berlin – Motor FM Party – Bang Bang Club

25.5 Dresden – Ostpol

26.5 Hamburg – Grüner Jäger

27.5 Frankfurt – Das Bett

28.5 Oberhausen – Druckluft

29.5 Freiburg – Swamp

30.05 Stuttgart – Motor FM Party – Schocken

Links: Myspace, Homepage

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