Schönes dicke-Lippen-und-wir-sind-cool-Breitwand-Psycho-Brit-Pop-Brett

Gut geklaut ist besser als schlecht selbsterfunden und besser kann man die neue Kasabian eh nicht beschreiben 🙂 Spaß beiseite – die neue Kasabian ist… hm… sagte ich: “ Spaß beiseite?“ – Geht irgendwie nicht bei den Kasabians… auch wenn sie zur Zeit selber ein wenig mit ihrem Image hadern. Wer Musik macht, die in erster Linie Spaß machen soll, wird von ernsthaften Rezensenten halt nicht für ernsthaft gut befunden. Macht aber nichts – denn West Ryder Pauper Lunatic Asylum ist ein wahres Vergnügen (oder um weiter darauf herum zu reiten: Macht Spaß!)

Großes Kino – Westernsound im Cinemascope-Format trifft auf The-Door-sche Reisen durch psychedelische Galaxien, (einfach nur) spielfreudigem Britpop und wunderschönen Balladen wie Happiness.

kasabian

Natürlich ist es ein wenig gefährlich, einen Song Underdog zu nennen – und dann im Jahr der Superkrise nicht ernsthafte, sozialkritische Lyrics zu liefern. Mit sowas kann man beim Spiegel nicht punkten. Band und Fans haftet eh ein Rowdy- und Assi-Image an – nichts für Feingeister und Intellektuelle. Als ausgesprochenes Riotgirl sind sie da bei mir an der richtigen Adresse 😉

Das Quartett aus England präsentiert auf ihrem neuen Album EINFACH NUR GUTE MUSIK. Lautstärke auf Anschlag drehen und genießen ist hier die Devise. Willkommen in der Irrenanstalt der fetten Beats! (Das West Riding Pauper Lunatic Asylum wurde 1818 bei Yorkshire gegründet und  war die erste Irrenanstalt für Arme in England.)

West Ryder Pauper Lunatic Asylum ist sowas wie Tarantino für die Ohren. Immer rotzig, immer flirtend mit dem Trash,  bestes Recycling vergangener Jahrzehnte, dabei immer eines: Unverwechselbar Kasabian – die letzten, einzig wahren Britpopper. Liebenswerte Chaoten, die sich selbst zum Glück nicht zu ernst nehmen. Experimentierfreudige Soundtüftler sind sie noch dazu. So quillt das aktuelle Album über von Soundzitaten, die Einflüsse reichen von Ennio Morricones Soundtracks über Surfpop, Neo-Psychedelica, Country, Wave, Breakbeat bis zu Punk.

Meine Highlights sind das hypnotische West Ryder Silver Bullet, das laszive, klangliche Gangster-Road-Movie Fire und last but not least – Where Did All The Love Go?. Vorsicht gilt jedoch: Man sieht viele bunte Bilder, wüste und ekstatische Filmszenen. Diese Musik hat Nebenwirkungen – unversehens geht man auf dem Trip… ganz ohne Drogen… man fühlt sich nur ein bisschen so.


Kasabian – Fire


kasabiancovr

West Ryder Pauper Lunatic Asylum

Tracklist:
01. Underdog
02. Where Did All The Love Go?
03. Swarfiga
04. Fast Fuse
05. Take Aim
06. Thick As Thieves
07. West Ryder Silver Bullet
08. Vlad The Impaler
09. Ladies And Gentlemen (Roll The Dice)
10. Secret Alphabets
11. Fire
12. Happiness

VÖ: 5.06.2009
Label: Columbia/SonyBmg

Link: Kasabian, Album Stream auf MTV, Myspace

DifferentStars

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.