Und den Ehrlichen beißen die Hunde…

Das Internet ist schon eine merkwürdige Angelegenheit, insbesondere da weite Teile von einem Konzern beherrscht werden: Google. Leider zu wenig Hirn – vor allem Maschine. Die Suchmaschine vollbringt es jetzt, ausgerechnet die Musikblogger zu strafen, die sich noch um Urheberrecht scheren und nur Mp3s posten, die von den Künstlern/ Labels freigegeben wurden.

Was ist aktuell passiert?:

Google löscht heimlich Artikel von Musik-Bloggern. Nicht zum ersten Mal, diesmal hat’s Christian von Music Of The Moment erwischt. Diesem sind ohne Vorwarnung einige Artikel abhanden gekommen. Gelöscht von Google, dessen Blog-Hostingservice Blogspot er nutzt. War es in der Vergangenheit noch üblich, dass Google-Mitarbeiter eine Warn-Mail sandten, wenn sie Verstösse gegen das Urheberrecht vermuteten, werden jetzt komplette Artikel ohne Benachrichtigung und Nachfrage eliminiert.

Nicht nur das Rolling Stone Magazine vermutetet hinter den Aktionen übereifrige (und ebenso dumme) RIAA-Mitarbeiter, die vermeintlich illegal gepostete Mp3s orten und die betreffenden Blogger dann bei Google anschwärzen.

Das Problem an der Geschichte: Oft wissen die RIAA, GEMA oder IFPI-Mitarbeiter nicht, ob – bzw. wann und von wem Mp3s zum kostenlosen Download freigegeben wurden. Dies liegt daran, dass bei  internationalen Releases in der Regel eine handvoll Labels und Sublabels involviert sind. Sprich – für den nordamerikanischen Raum ist ein anderes Label verantwortlich, als für den deutschsprachigen (und und und Asien, Südamerika etc…). So gibt das eine Label die Mp3 frei, die übrigen vermuten schnell einen illegalen Download.

Oder noch schlimmer…auch geschehen: Die Band, in diesem Fall Travis schenkt ihren Fans ein Lied, hier das Lied „J. Smith“, fordert dazu auf, dieses gratis weiterzuverteilen. Prompt bekommen die Blogger, die dem nachkommen, Abmahnungen von der IFPI. (Die ganze Geschichte hier).

Zur gleichen Zeit listet Google in seinen Toptreffern munter Beiträge zu Torrent-Seiten auf denen man sich tonnenweise Musik illegal aus dem Netz ziehen kann. (Nachzulesen hier beim Spiegel).

Da lob ich mir doch WordPress und kann nur jedem Blogger empfehlen, sich hier niederzulassen!

Auch wenn wir als Musikblogger irgendwie immer mit einem Bein im Gefängnis stehen. Bzw – immer damit rechnen müssen, blödsinnige Abmahnungen zu erhalten und dies obwohl wir ebenso wie Christian nur Mp3s aus legalen Quellen posten.

DifferentStars

2 Gedanken zu „Und den Ehrlichen beißen die Hunde…

  1. Und wieder einmal stellt sich mir die Frage wem IFPI und RIAA eigentlich dienen. Die Musiker können es kaum sein. Diese beiden Organisationen stellen sich für mich eher als schädlich für die dar deren Interessen sie vorgeben zu vertreten. Die privaten Musikweblogs weltweit sind heute für viele Musiker eine wichtige kostengünstige, wenn nicht sogar kostenlose Werbeplattform. Ein partnerschaftlicher Umgang is da wohl zielführender als immer gleich die große Keule Abmahnung zu schwingen, wenn es mal Probleme gibt.

  2. Diese Gross-Organisationen werden für uns wohl immer ein Buch mit sieben Siegeln bleiben… man müsste eigentlich meinen, dass diese Institutionen so langsam merken sollten, wie gut Promotion im Internet funktioniert, aber offenbar sind das Wunschträume. Da wird halt lieber Kohle in Hunderte von Popsternchen gepumpt, und richtige Musiker bleiben auf der Strecke. Tja, was soll man machen?

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