Americana meets Kerouac

Jack Kerouac steht als federführender Kult-Poet der Beat Generation für das Lebensgefühl des Aufbruchs. Einer gesellschaftlichen Überkommnung starrer Lebensmodelle einerseits und dem Eintauchen in alternative Lebenswirklichkeiten andererseits, wie auch in On The Road zu lesen. Freilich symbolisiert Kerouac mehr als ein Zeitgefühl. Das Nomadenleben in der Tradition amerikanischer Hobos und die stete Suche nach Glück mag gegenwärtig angestaubt und vergilbt wirken, der sprachliche Ausdruck freilich – zwische Ekstase und Nachdenklichkeit pendelnd – offenbart Zeitlosigkeit.

Ich nenne Jack Kerouac gerne und oft als Lieblingsautoren und Maggie Cassidy als favorisierte Lektüre. Und so freut es mich, wenn die Beschäftigung mit diesem Autor auch 40 Jahre nach seinem Tod anhält. Dieser Tage nun wurde bekannt, dass Ben Gibbard (Death Cab for Cutie) und Jay Farrar, Mastermind von Son Volt, an einem von Jack Kerouac inspirierten Projekt arbeiten. Und es macht durchaus Sinn, dass sich Farrar als ungekrönter König der Americana-Musik dem Kult-Autoren widmet. Wenngleich Keroauc dem Bepop huldigte, so ist seine durchaus tragische Biografie dazu angetan, in der Manier und Tradition des Roots Rocks erzählt zu werden. Die verbitterte Selbstaufgabe eines Missverstandenen ist ein großes Drama, das nur mit dem im Folk verhafteten Understatement beschrieben werden vermag. Und die Ausgelassenheit auf dem Zenit des Wirkens könnte sich in rockigen Tönen gut spiegeln. Man darf also gespannt auf die für Oktober geplante Veröffentlichung des Albums warten.

Bis dahin sei den Banausen, die Jay Farrar und Son Volt nicht kennen, ein kostenloser Download von der soeben erschienen Platte American Central Dust angeboten.

Son Volt

Link:

Spin-Artikel über das Kerouac-Projekt

SomeVapourTrails

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