Mist bleibt Mist bleibt Mist

Immer wenn ich Zweifel hege, ob meine griesgrämerische Skepsis gegenüber Conor Oberst tatsächlich angebracht scheint, belehrt mich der werte Indie-Gott eines weitaus Besseren. Seine Teilnahme an der neuen Supergroup Monsters Of Folk erweckte Vorbehalte, die sich nun nach Anhörung der ersten Single Say Please vollends bestätigten. Um es mit aller gebotenen, noblen Zurückhaltung auszudrücken: Mist bleibt Mist bleibt Mist – Supergroup hin oder her.

Wann immer sich eine All-Star-Formation zu einer Zusammenarbeit findet, kann dies in Ausreizung sämtlicher Talente münden – wie kürzlich bei The Dead Weather geschehen – oder aber in einem uninspirierten Kuddelmuddel der Durchschnittlichkeit. Obgleich ich kein Fan von M. Ward und Bright Eyes bin, so hätte ich mir doch von Jim James (My Morning Jacket) mehr erwartet. Der erste Eindruck dieses Vorboten des im September erscheinenden Albums freilich lässt meine Fußnägel einer Verkrümmung huldigen.

Say Please ist ein ungelenkes Beatles-Plagiat, dass noch übler und manierierter klingt, als es die überschätzten Briten je geschafft hätten. Quietschig nölen die Gitarren und als Sahnehäubchen sind auch die schlichten Lyrics mit nerviger Inbrunst und gesanglichem Können eines Kammerjägers vorgetragen.

Say-Please
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Wer eines der schlechtesten Lieder des Jahres 2009 dennoch kostenfrei in die eigene Mp3-Sammlung aufnehmen will, der kann es in schriftlicher Form auf der Webseite der Band erbetteln. Doch Vorsicht: Der Song zieht die Katzen der Nachbarschaft magisch an!

SomeVapourTrails

2 Gedanken zu „Mist bleibt Mist bleibt Mist

  1. Warum nennt eigentlich kaum einer The Good, The Bad & The Queen als Supergroup? Einer der besten Songwriter, ein legendärer Bassist und Gitarrenspieler und der weltbeste Percussionist, der auch noch den AfricanBeat-Hype mit initiiert hat. War und ist ne Hammerplatte, immer noch 🙂

  2. Oh ja, Conor Oberst ist ganz schlimm! Einer meiner Freunde meinte mal, er findet es toll, dass es einen Künstler gibt, der nicht gut singen und auch nicht so gut Gitarre spielen kann. Na toll. Dann doch lieber Bob Dylan! M.Ward macht übrigens tolle Musik mit Zooey Deschanel zusammen (unter dem Namen „She & Him“). Ein ähnliches Problem wie mit Conor Oberst habe ich übrigens auch mit den Projekten von Jack White.

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