BEAK> – Geoff Barrow und ein Kleinod

Wenn Portishead-Mastermind Geoff Barrow ein kleines Nebenprojekt betreibt, darf man stilsicherer Musikfan das eine oder andere Öhrchen spitzen. Denn spätestens seit Third wissen wir, dass eine der formidabelsten Formationen der Neunziger gleich Wein mit zunehmendem Alter an Charakter gewonnen hat.  Unter diesem Aspekt durfte auch BEAK> als Faszinosum erwartet werden. Am 23. Oktober erscheint nun das selbstbetitelte Erstlingswerk – und wird etwaigen hochgesteckten Erwartungen aus guten Gründen gerecht. Die vor allem auf instrumentalen Glanz eingeschworenen Klänge vibrieren in einer psychodelisch-rockigen, elektronischen Mischkulanz, die sich stetig aufbaut und kein flauschige Liebe auf den ersten Höreindruck anstrebt. Zusammen mit den Mitstreitern Billy Fuller und Matt Williams gelingt Barrow eine herrlich masseninkompatible Meditation mit dunkel jammernden und destruktiven Elementen. Besonders die vorhandenen Post-Rock-Bestandteile kreieren eine Aura der Erstsahnigkeit.

Beak

Unter den 12 so divers anmutenden und doch stringent vorgebrachten Tracks finden sich einige Kleinode von nachhaltiger Qualität, die aus einer Fingerübung ein kleines, feines, durchaus erregendes Meisterwerk für ein Nischenpublikum gedeihen lassen. Die experimentierfreudige Scheibe mag im Getöse der herbstlichen Veröffentlichungen untergehen, doch wer sie für sich entdeckt, wird Titel wie I Know, Battery Point, Pill oder Ears Have Ears nicht mehr in den Gehörgängen missen wollen.

Tour-Daten:

06.12. Köln – Gebäude 9

07.12. Berlin – Magnet Club

Link:

Band-Blog

SomeVapourTrails

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