Bilanz einer Songwriterin – Carly Simon

Was macht man im Herbst einer langen Karriere? Neben dem Versprühen von Altersweisheit darf ab und an auch Bilanz gezogen werden. Und dies tut derzeit Carly Simon auf dem soeben in den Staaten veröffentlichten Album Never Been Gone, auf welchem sie Neuinterpretation ihrer größten Erfolge mit veränderten Arrangements wagt. Sie wirkt in Würde gealtert, stimmlich abgeklärt. Das Album mit einem wahrlich unschmeichelhaften Cover-Bild ist zweifelsohne mehr als der simple Versuch, noch den einen oder anderen Dollar in die Kasse zu hieven. Insgesamt mögen zwar manche Lieder Kilometer hinter den Originalen hinterher hinken und freilich wäre eine noch harschere Reduktion ein radikalere Standortbestimmungen gewesen, dennoch wirkt die CD durchaus als mit einem Hauch Melancholie verbrämte Erinnerung an große Zeiten. Boys In The Trees und Anticipation sind als Anspieltipps empfohlen, auch das unvermeidliche You’re So Vain klingt nach wie vor kräftig, wenngleich nachvollziehbarerweise die Greifbarkeit der Wut fehlt.

NeverBeenGone

Wer eine Neuerfindung erwartet und mit dem Werk Simons noch nie etwas anzufangen wusste, dürfte auch mit Never Been Gone nicht auf den Geschmack kommen. Wohlmeinende Fans dagegen werden Anerkennung nicht verhehlen können. Wer sich mit Carly Simon bislang nicht näher beschäftigt hat, der erhält derzeit ausgiebige Gelegenheit ihr zu lauschen.  Dazu geeignet ist einerseits die aktuelle Daytrotter-Session, und natürlich auch der Album-Stream auf ihrer Webseite. Viel Vergnügen dabei!

Gegen die Bekanntgabe seiner E-Mail bekommt man auf der Homepage die kostenlose, legale Mp3 von Let The River Run.

Link:

Daytrotter-Session

Offizielle Webseite

SomeVapourTrails

2 Gedanken zu „Bilanz einer Songwriterin – Carly Simon

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