Manchester Music – Part 1: Anton Corbijn – Control

Ein Städtename taucht immer wieder auf, wenn es um meine Lieblingsmusiker geht: Manchester. Warum genau, ist wohl ein Rätsel, für das es keine wirkliche Lösung gibt. Vielleicht kommen wir jedoch mit meiner kleinen Reihe der Entlüftung des Mysteriums auf die Spur. Wenn nicht, haben wir wieder was gelernt und das hoffentlich auf die vergnügliche Tour;-) Den Stein ins Rollen, brachte eine Promomail, die mir ins Haus flatterte. Durch diese kam und ich endlich dazu, zwei Filme zu sehen, die ich im Kino verpasst hatte:  „24 Hour Party People“ und Control. Beide Kinofilme sind jetzt als Teil der ROLLING STONE MUSIC MOVIES Collection auf DVD erschienen.

Control – Trailer:

Control gehört sicher zu den besten Biopics die ich  bisher gesehen habe, ich bin allerdings, dies muss hier erwähnt werden, auch schon sehr lange Fan von Anton Corbijns Musikvideos. Weniger über Manchester, nur wenig mehr über Joy Division, dafür sehr viel über Ian Curtis erzählt der Kinofilm Control, der vor allem eines ist: Filmisches  Denkmal für Ian Curtis. Glücklicherweise findet hier keine glorifizierte Heldenverehrung statt. Ian Curtis ist der Antiheld, der schließlich an sich selbst zerbricht und seinem Leben ein Ende setzt. Die Bilder immer stylisch, verlieren sich nicht in Oberflächlichkeit. Dies ist unter anderem dem grandiosen Spiel von Sam Riley zu verdanken. Corbijn ist es gelungen, einen künstlerischen Film zu drehen, der nicht künstlich artifiziell, sondern authentisch die Gefühle seiner Protagonisten transportiert. Das Drehbuch basiert zu großen Teilen auf dem Buch Touching From a Distance von Curtis‘ Witwe Deborah. Der niederländische Regisseur interviewte zusätzlich Zeitzeugen, zu denen schlussendlich er selbst gehörte.  Bereits zu Lebzeiten von Curtis hatte Corbijn die Band begleitet und fotografiert.

Nach dem Tod von Ian Curtis drehte Corbijn 1988 drehte das Video zu Atmosphere :

Interview mit Anton Corbijn

Für heutige Bands scheint Ian Curtis das zu sein, was Jim Morrison für viele Generationen von Musikern vor ihnen war. Im Zuge des 80ies-Revivals erfährt die Band einen ungeahnten neuen Hype. Ob Editors, Interpol oder die Newcomer des Jahres, White Lies, sie alle wandeln unüberhörbar auf den Spuren von Joy Division.

Nebenrollen spielen im Film die übrigen Bandmitglieder von Joy Division, die nach dessen Tod New Order gründeten und stilprägend für ganze Generationen von Musikern wurden. Auch die Gründung von Factory Records (verdient wohl ein eigenes Porträt in meiner Reihe) wird nur am Rande mit erzählt. Bernard Sumner hat jüngst dem  NME ein sehr interessantes Interview gegeben. Hier ein kleiner Auszug:

I get asked a lot by people why so many bands come from Manchester and I think the weather plays a part too. It isn’t as a bad any more but it used to be shit. You’d be like, ‘There’s six months of winter coming up – what should I do? Oh, I’ll go to the pub. Then I’ll go to a club’.

After a month of that, you get bored and have to think of something else to do. In those days, there wasn’t a lot of external stimulus. It forced your imagination to go to other places.

Irgendwie haben wir es also dem schlechten Wetter zu verdanken, dass so viele gute Bands aus Manchester kommen. Bernard Sumners neuestes Projekt Bad Lieutenant riss mich jetzt nicht so vom Hocker – aber er gehört sicher zu den einflussreichesten Musikern, zumindest was die von mir bevorzugten Gefilde betrifft.

Die Bandgeschichte(n) nachlesen könnt ihr hier:

Wikipedia – Joy Division

Wikipedia – New Order

Wikipedia – Bad Lieutenant

So – das wär’s für heute – Teil eins unserer kleinen Geschichtsstunde beendet.

DifferentStars

Mehr Infos zum Film:

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Link: Rolling Stone DVD Collection – Control

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Rolling Stone Music Movies Collection

Martin Scorsese – Shine A Light
This Is Spinal Tap
Jim Jarmusch – Year Of The Horse
Michael Winterbottom – 24 Hour Party People
Oliver Stone – The Doors
Julien Temple – The Filth and The Fury
Julian Schnabel – Lou Reed’s Berlin
Taylor Hackford – Ray
Anton Corbijn – Control
Curtis Hanson – 8 Mile
John Carney – Once
John Landis – The Blues Brothers

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