Social Media Monitoring für musizierende Dummies

Nein, meine Lieben, hier geht es nicht über böse Gerüchte, die in die Welt gestreut wurden… oder vielleicht ein klitzekleines Bisschen? Der neudeutsche Fachausdruck für „Wer sagt Was über Mich?“ nennt sich Social Media Monitoring. Nicht nur große Firmen, auch jeder kreativ arbeitende Mensch möchte natürlich wissen, wie das künstlerische Schaffen im Netz so ankommt. Im Bereich Musik poppen im Moment immer mehr Firmen auf, die ihre Dienste anbieten, Analysen, Reputationsmanagement und so tolle Wunderdinge versprechen. Dass diese sich ihre Tätigkeit natürlich teuer bezahlen lassen, ist auch klar. Müssen Musiker und Konsorten, die nicht die Kohle haben, um sich dieser teuren Auskunftsdienste zu bedienen, jetzt für immer und ewig im Dunklen bleiben, den Erfolg allein an den Plays auf Last.fm und YouTube messen… oder noch schlimmer, der Freundeszahl auf MySpace?

Nein – müssen sie nicht. Es gibt ein paar sehr hilfreiche Online-Dienste, die vollkommen kostenlos das Web durchforsten:

Starten wir mit dem Gianten Google. Eigentlich ist die Erwähnung hier so was wie stating the obvious – gerade Bands sind jedoch bisweilen so kreativ, dass sie die Schulstunde des  kleinen Internet-ABCs  schwänzen mussten, um auf höchstem Level zu musizieren… 😉 Irgendwie so erklärt es sich, dass unprofessionelle Musikliebhaber mehr über ID3-Tags wissen als professionelle Musiker… warum dies dann auch noch für Social Media Monitoring wichtig ist… dazu später.

SocialMediaMonitoring

Google

Besonders die Google Blogsuche und die Google Alerts sind schon die halbe Miete. Bei der Blogsuche kann gezielt mit Stichworten wie  Künstlernamen, Single oder Album-Titel gesucht und gefunden werden. Die Suche kann auf deutsche Ergebnisse eingegrenzt, oder international gestartet werden. Google Alerts kann individuell programmiert werden und sendet einem bei jeder neuen Meldung zum angegebenen Thema (den Schlagworten) eine E-Mail ins Postfach.

socialmention

Wie der Namen schon sagt, socialmention sucht nach Erwähnungen auf:

100+ social media properties directly including: Twitter, Facebook, FriendFeed, YouTube, Digg, Google etc.

Hier kann ein Rundumblick generiert oder gezielt gesucht werden nach: Blogs, Microblogs, Networks (Netzwerke), Bookmarks (Lesezeichen), Comments (Kommentare), Events (Veranstaltungen), Images (Bilder/Fotos), News (Neuigkeiten), Videos, Audio, und Questions/ Q&A (Fragen). Auch dieser Service bietet einen E-Mail-Alert.

Zusätzlich bietet socialmention noch eine Mini-Analyse:

strength
Bei strength (Stärke) geht es um die Wahrscheinlichkeit, mit der die Marke (Künstler, Kunstprojekt, etc.) auf den Social Media Seiten diskutiert wird. Hierzu werden die Erwähnungen der vergangenen 24 Stunden durch die insgesamt möglichen geteilt.

sentiment
Sentiment (Gefühl/Empfindung) ist das von Verhältnis von positiven Äußerungen zu Kritik.

passion
Passion (Leidenschaft): Die Berechnung der Wahrscheinlichkeit, ob einzelne Personen wiederholt über die Marke reden werden. Gibt es zum Beispiel eine festen Fankreis, der sich wiederholt im Web äußert, ist die Passion hoch. Wenn jeder Beitrag von einer anderen Person geschrieben wurde, ist die Punktzahl niedriger.

reach
Reach (Reichweite) – ist die Messung des Einflussbereichs. Hier wird die Zahl der Autoren der Beiträge durch die Zahl der Beiträge insgesamt geteilt. Je mehr unterschiedliche Autoren bereits über einen Künstler geschrieben haben, desto größer ist der Einflussbereich, den dieser/diese schon erreicht hat. Ein überaktiver Fan allein ist folglich noch keine Zeichen für eine große Fangemeinde.

Sicher darf man solche Tools nicht überbewerten, aber sie geben schon mal eine Eindruck, ob die Vermarktung im Web Erfolge zeigt und in welche Richtung sie gehen. Für mich war interessant zu sehen, dass wir doch so einige Male bei  Friendfeed auftauchen.  In unserem Lie In The Sound-Statistiken tauchen nur die Onsite-Views auf, wer uns wie in welchem  Feedreader liest und wie viel Leser wir insgesamt haben, lässt sich mehr schätzen. (Und ja… danke für den Tipp… das mit Feedburner hab ich verpeilt).

SearchMerge

Mit SearchMerge kann man folgende Dienste durchsuchen:
FriendFeed, Last.fm, Google, Flickr, Technorati, Twitter, YouTube, Vimeo

Addict-o-matic

Addict-o-matic bietet eine schöne Übersichtsseite mit „the latest buzz on any subject“. Es werden diverse Blogportale, Suchmaschinen und die üblichen Verdächtigen wie Flickr, Twitter, YouTube & Co durchsucht. Ich nutze die Seite hin und wieder, um mir einen Überblick über die Meldungen zu meinen Lieblingsbands zu verschaffen.

BackType

BackType verfolgt die Kommentare zu Blogs etc. Gerade für die Rockstars von morgen nicht unwichtig, was Fans und Kritiker so in ihren Comments zum Besten geben 😉 Auch sonst sind häufig, so meine Erfahrung, die Konversationen in den Kommentaren zu Blogbeiträgen oft noch interessanter als der Blogbeitrag an sich.

Scrobbels, ID3-Tags – Erfolg sichtbar machen!

Damit Erfolg auch sichtbar wird, sind einige Grundvoraussetzungen nötig. Eine der wichtigsten für Musiker wird fast immer vergessen: Das richtige Beschriften von Mp3s. Man höre und staune, Mp3-Dateien bieten nicht nur Platz für die Musik, sondern können sogar Angaben zu Interpret, Songtitel, Albumtitel (und mehr ) beinhalten. Mehr dazu: Wikipedia ID3-Tag.

Bei mehr als 70% der bisher legal von mir runter geladenen Mp3s, die es zu Promozwecken gratis gab, waren diese Angaben entweder unvollständig oder fehlten ganz. Dies ist zu einem schlecht, da der Internetnutzer schnell vergisst, wo genau er sich die Mp3 gedownloadet hat und um welche Band es sich handelt. Er kann also die Musik genießen, wird aber nie ein Album von eben jenem Künstler kaufen, da er in vielen Fällen bei unbekannteren Bands nicht mehr weiß, wer es ist.

Auch für die Erfolgsmessung und Prestige im Internet ist das Fehlen von ID3-Tags fatal. Viele Musik-Communities wie Last.fm und iLike bieten ihren Usern die Möglichkeit, ihr Hörverhalten zu protokollieren und personalisierte Charts zu erstellen. Zusätzlich werden Küntlerseiten generiert, auf denen verzeichnet ist, wie viele Hörer + Songplays dieser/diese hat. Entsprechenden Programme wie der Last.fm-Scrobbler sind hierzu auf die Meta-Daten der ID3-Tags angewiesen. Fehlen diese, taucht der Song eben nicht in den Charts/Statistiken auf. (Der Erfolg bleibt also unsichtbar).

Weiterer Nachteil: Last.fm berechnet anhand des Hörverhaltens aller Nutzer  für jeden Track und Artist ähnliche Künstler + Songs und empfiehlt diese mittels verschiedener Radio-Funktionen weiter. Wird ein Song von Last.fm-Usern gehört, jedoch nicht protokolliert, wird er auch nicht Teil des automatischen Weiterempfehlens, verschenkt so die kostenlose Möglichkeit, neue Hörer zu gewinnen.

Es sind übrigens nicht nur Indie-Musiker, die ihre Mp3s nicht richtig beschriften können. Dieses Handicap zieht sich quer durch alle Genres und Erfolgsebenen. Auch Labels und Promofirmen jeglichen Coleurs verweigern sich dem dreiminütigen Aufwand. Es ist auch keine Wunder-High-Tech-Software notwendig, alle Mediaplayer (iTunes, Winamp & Co) verfügen über solch eine Funktion. In der Regel nennt sich diese „Dateiinfo anzeigen/ bearbeiten“.

Noch mehr Social Media Monitoring Dienste findet ihr hier:

Essentielle Social Media Monitoring Tools für Unternehmen

Und hier (mit PDF-Download):

Erfolgskontrolle im Social Web Artikel in der Internet World Business

Und wenn man dann was findet, was man nun wirklich nicht online über sich lesen/sehen/hören möchte: Hier die Tipps von Google zum Thema Reputationsmanagment

DifferentStars

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