Somnambule Klänge von der Insel: The Sons – “Visiting Hours”

cards the sons_72dpi

Vor 2 Wochen meldete sich das kleine deutsche Label popup-records bei uns und SomeVapourTrails fand sofort etwas, dass er gleich mit dem Prädikat „für dich“ auszeichnete. Das ist jetzt nicht unbedingt immer als Lob gemeint, seinerseits. Soll soviel heißen wie „Electropop oder Britpop… oder so was ähnliches… so Zeugs halt, das DifferentStars„. The Sons waren dann auch sehr was für mich, ich mochte kaum glauben, dass ich dieses famose Stück Indie-Rock bisher übersehen überhört hatte. Das Debüt-Album wurde schon im Februar veröffentlicht. Kein Grund jedoch nicht trotzdem noch darüber zu schreiben – insbesondere da die Jungs aus Derby bald unserem Land einen Besuch abstatten.

„So was für dich“ sollte mal als offizielles Genre eingeführt werden, The Sons springen erstmal aus allen Genreschubladen raus – was immer toll beim Hören und etwas anstrengend beim Rezensieren ist. Denn ist melodiöser Indie-Rock jetzt irgendwie auch schon Pop? Und nein Britpop ist das nicht, auch wenn das Wort die perfekte Symbiose aus britisch und Pop ist und sowieso fast alles was von der Insel kommt zur Zeit so getaggt wird.

Der Promotext spricht von zeitlosem Gitarrenpop mit New Wave-Einschlag (den ja im Moment fast jede irgendwie britisch klingende Band hat)… außerdem seien The Sons sehr „songorientiert„.

Wenn sie damit aussagen wollen, hier wird über mehr als  Love und Dubidu gesungen, dann haben sie recht. Sollten sie damit ausgefeilte Kompositionen und Arrangements meinen, dann auch. Das Kunststück dabei: The Sons klingen in jedem Moment echt und unangestrengt. Die Musik strahlt viel Atmosphäre und Wärme aus.

Der Rolling Stone nennt’s  „unbedingtes Bekenntnis zum somnambulen Pop„, lobt weiter:  „Übrigens nicht in der Art, wie er im England der letzten Jahre ebenso inflationär wie ideenlos reproduziert wird, sondern clever arrangiert, psychedelisch grundiert und hochinfektiös wie in „Safe“.“ Dem kann ich mich nur anschließen und kaum schönere Worte selbst erfinden.

„Somnambuler Pop“ wird sofort meinem Sprachschatz hinzugefügt und ich werde mich weiter auf der Jagd befinden nach Bands, die dieses Adjektiv auch verdienen. Tatsächlich war es der Song Safe, der mich an ihrer MySpace-Seite kleben lassen ließ. Passiert selten, da will ich ne Band mal schnell auschecken und komme Stunden lang nicht mehr weg, drücke immer wieder Play… vergesse meine wohlgeordnete Review-Liste und höre das, was gerade überhaupt nicht dran ist.

The Sons – Safe

Ein weiterer Favorit von mir auf Visiting Hours ist der ruhige Song Welcome Home Again.

Sons_Cover_web

The Sons – Visiting Hours
Label: popup-records

Tracklist:
1.Welcome Home Again
2.Worry
3.Beside The Sea
4.Trying So Hard
5.Prime Of Life
6.Safe
7.Intermission
8.Kids With Knives
9.Nightshade
10.Real Life
11.Do What You Feel
12.Geraldine And Me
13.Heroes

Live erleben:

26.11 (CH) Bern – Musigbistrot
27.11 Stuttgart – Kellerklub
28.11 (CH) Winterthur – Gaswerk
30.11 Düsseldorf – Pretty Vacant
01.12 (B) Gent – Cafe Video
03.12 Hamburg – Astra Stube

Link: MySpace

DifferentStars

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.