Bespielt, was euch kaputt macht: Nachlader – Soll Haben

In Zeiten der Krise lebt nicht nur der Discosound wieder auf, sondern auch die Ver-Party-sierung der Probleme, von Spöttern Nihilismus genannt.  Nachlader nutzen den Un-Boom zur Guerilla-Aktion. Morgen gibt’s in mehreren Banken spontan Sessions, die natürlich „nicht ganz legal sind“.

Die werten Musiker werden verschiedene Bankfilialen zweckentfremden und in Konzertlocations umwandeln. Wann, wie und wo erfahrt ihr am 20.11.2010 um 18:30 auf Motor FM, Twitter oder der Facebook Group.

Anlass ist die Veröffentlichung von Nachladers neuer Single Soll Haben, die sich wie der Name schon sagt, mit dem Kontostand beschäftigt.

nachlader

Hier der Promotext zur Aktion:

„Warum muss ich immer Soll haben, obwohl ich Haben haben soll?“

So klingt es seit neuesten aus den Radiosendern der Republik.

Ja, Nachlader ist wieder da! Immer noch mit/ohne „Arbeitsgeld“ (sein Smashhit von 2005), und mit neuen Songs im Portemonnaie.

Der Berliner Elektropopexistenzialist beweist mit der am 20. November erscheinenden Single „Soll/Haben“ einmal mehr seinen pointierten Witz fern aller trendbewussten Lauheiten und schafft gleichzeitig den persönlichen Tanzsong zum weltweiten Finanzcrash!

Hier live in der Maria Berlin.

Am Freitag den 20.11.09 ab 19:30 tritt der Nachlader samt Band in mehreren Banken in Berlin auf.

Starten wird man im Prenzlauer Berg. Ist natürlich nicht so richtig legal. Aber nun …

Um zu wissen wann es wo losgeht und wo weiter, hört am Freitag um 18:30 Motor FM, folgt dem Nachlader auf twitter, oder werdet Mitglied der Facebook Gruppe Nachlader spielt Bank-Rock !

Wir sehen uns in der Bank ! www.nachlader.de

Das neue Nachlader Album kommt übrigens Anfang März nächsten Jahres auf dem hauseigenen Label Boing Boing Records raus.

„Das heutige Geldwesen ist die verrückteste Einrichtung, die auf Erden existiert. … Zählt die Tränen, welche arme Mütter beim Anblick ihrer hungrigen Kinder vergießen; zählt die Milliarden, welche für Paläste, Dienerschaft und sonstiges dummes Zeug ausgegeben werden, multipliziert dies mit der Zahl der Schwindsüchtigen, Selbstmörder und bankrotten Kaufleute, dann habt Ihr in Mark einen geringen Teil dieser Unterhaltungskosten eines so teuren Geldsystems. … Auf Millionen, auf Tausende von Millionen, auf Milliarden belaufen sich die Verwaltungskosten des heutigen Geldwesens, die Verwaltungskosten der erstem, wichtigsten und gleichzeitig einfachsten aller staatlichen Verkehrseinrichtungen.“

Silvio Gsell – Nervus rerum (1891), in: Band 1, S. 84 – 85 und 102.

Dem Kapitalisten ist es gleichgültig, die Sache so zu betrachten, daß er das konstante Kapital vorschießt, um aus dem variablen Gewinn zu schlagen, oder das variable vorschießt, um das konstante zu verwerten; daß er Geld in Arbeitslohn auslegt, um Maschinen und Rohmaterial höhern Wert zu geben, oder das Geld in Maschinerie und Rohmaterial vorschießt, um die Arbeit exploitieren zu können. Obgleich nur der variable Teil des Kapitals Mehrwert schafft, so schafft er ihn unter der Bedingung, daß auch die andren Teile vorgeschossen werden, die Produktionsbedingungen der Arbeit. Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.

Karl Marx, Das Kapital, BD.III, Die Profitrate


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