MySpace bald nicht mehr kostenlos?

Laut Prefixmag.com zimmert Rupert Murdoch nun endgültig am Sarg von MySpace. Musikstreams sollen künftig nicht mehr gratis sein.

According to TechCrunch, the Rupert Murdoch-owned company will „almost certainly“ be looking to move away from free streaming of their music and instead move to a paid model. The move seems to be in response to their dwindling visitor numbers and the cut in ad revenue that comes with.

Bisher war für viele Musikfreunde (auch uns) MySpace die Anlaufstelle Nr. 1, wenn es darum ging, schnell mal in eine neue Band reinzuhören und ein paar Infos zu erhaschen – unverbindlich und kostenlos, versteht sich. Auch für unzählige Indie-Bands ist die viel geliebt-hasste Social Community Segen (aber immer auch mit viel Fluchen verbunden). Nur wenige Nachwuchsmusiker haben die Kenntnisse oder das Geld, eine schicke und dabei noch navigierbare Homepage auf die Beine zu stellen. Dass die freie Verfügbarkeit von Musikstreams die Umsätze beim Musikverkauf mit hat einbrechen lassen, ist die andere Seite der Medaille.

MySpace hat jedoch schon seit geraumer Zeit unter Nutzerschwund zu leiden. An diesem kritischen Punkt die User zur Kasse zu bitten, scheint mir jedoch echtes Kassengift. Immerhin wird man seit eh und je mit Werbung bombardiert auf den blauen Seiten, deren gleichfarbiger Konkurrent Facebook zunehmend die Nutzer auf seine Seite zieht.

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18 Gedanken zu „MySpace bald nicht mehr kostenlos?

  1. Bandcamp… gibt schon ein paar Widgets hier auf unserem Blog. Ich mag die einfache, reduzierte Gestaltung. Die Widgets sind toll für uns Blogger… und ja… hast Recht, will ich damit sagen 🙂

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  2. Nicht nur Bandcamp, es gibt unzählige Alternativen, seine Musik benutzerfreundlich zu verbreiten. Grad neu entdeckt hab ich für mich und unsere Bands Fairtilizer, Reverbnation nutzen wir schon länger und auch MusicGlue bietet schicke Features, seine Musik zu verbreiten. Allen gemein ist die Möglichkeit, via Widget die eigene Musik zum Streamen und/oder Herunterladen anzubieten. Und btw. das Argument, eine Bandwebseite müsste Unmengen an Geld kosten, halt ich eher für eine Ausrede. Ich folg auch etlichen Bands via Feedreader, die ’nur‘ ein Blog bei WordPress betreiben. Und eine eigene Domain dafür kosten 10 Euro fuffzig im Jahr.

    Kurz gesagt: Nach mehr als 5 Jahren MySpace hat diese Plattform bei mir endgültig als Lieferant für Musiktipps ausgedient.

  3. Hm, Falk, für dich gehört das Internet schon so sehr zum Alltag, dass du glaub ich die technischen Hürden für nicht internetaffine Musiker unterschätzt. Ich merk ja selber in Gesprächen, wie sehr intelligente Leute aus meinem privaten Umfeld einfach nicht mit kommen, wenn ich über die für mich einfachsten Dinge (Basics haha) rede. Einen Blog selber hosten, bietet schon so einige Tücken, uns sind auch erstmal die Köpfe geraucht und hin und wieder, fluchen wir uns wissen nicht vor welchem Baum wir in welchem Walde stehen. Dabei sind wir beide im Umgang dem Internet im Allgemeinen durchaus versiert.

    Zu den Alternativen: Da hat Facebook klar aufgeholt (u.a. durch das Einbinden von iLike), es war ja auch geplant, künftig die Musikstreams + Videos von MySpace auf Facebook einbauen/nutzen zu können. Hier tut sich jedoch ein klarer Problemfall was die Finanzierung betrifft auf. Wird die Musik von MySpace via Facebook aufgerufen, dann fließen eben auch die Werbeeinnahmen Facebook zu. (es sei denn, es wäre ein Audio-Werbeclip vorgeschaltet).

    Revernation finde ich die hässlichste aller Seiten im Netz, nur Schönheit liegt ja auch immer im Auge des Betrachters 😉

    Zum Thema Musiktipps: Die besten kommen von Menschen, in der Internetwelt auch User genannt. Ich spreche hier ausdrücklich von Privatpersonen, daher ist in Verbindung mit einem Musik-Stream-Dienst immer auch der Social Community-Faktor wichtig. (Andererseits nutz ich hier für Last.fm, Last.fm sieht aber den Kontakt zweschen Musikern u. „Fan“-Usern nicht vor. Es gibt zwar Bands, die sich dort Acounts zulegen, nur deren Kontaktaufnahme kommt in den meisten Fällen eher als lästiges Spammen rüber.

    Die meisten meiner Lieblingsmusiker, mit denen ich auch viel und gerne kommuniziere sind inzwischen von MySpace nach Facebook abgewandert. Die alten MySpace-Domizile gibts zwar noch, nur die interessanteren Gesprächen/Kontakte finden auf Facebook statt.

    Der MySpace-Hype ist sicher auch vorbei weil sich viele Bands mehr davon versprochen haben und irriger Weise ihre „Freunde“ seien alle Fans, die entsprechend Geld für die Musik/Konzerte/Merchandise ausgeben. Iss halt nicht so. Viele adden was bei 3 nicht auf dem Baum ist und vergessen den jeweiligen Musiker sofort wieder.

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  4. …dass du glaub ich die technischen Hürden für nicht internetaffine Musiker unterschätzt.

    Nein, nicht falsch verstehen: Ich unterschätze das nicht, da ich es doch selbst tagtäglich erlebe, wie scheinbar einfache Dinge Musikern oder auch Fans nicht klar sind. Allerdings versteh ich das persönlich ja auch mehr als Chance, dann diesen Bands diese Möglichkeiten zu eröffnen. Und das Anlegen eines Blogs bei bspw. WordPress oder einen Twitter-/Facebook-/Whatever-Account zu eröffnen, um in Kontakt mit den potentiellen Fans zu treten, ist nach ein wenig Erklärerei auch nicht schwieriger – wenn nicht gar einfacher – als einen MySpace Account zu eröffnen.

    Ich geb dir aber dahingehend Recht, daß dies die wenigsten Musiker/Bands auch konsequent und gescheit in Eigenregie hinbekommen. Und von da ab kostet es eben auch Geld – was aber meines Erachtens gut angelegt ist.

    Revernation finde ich die hässlichste aller Seiten im Netz

    Oh, ich kenne viel Schlimmere – rein aus Sicht von Fans ist die allerdings wirklich grottig. Da taugt das Backend und die Tools für den Musiker einfach mehr.

    Zum Thema Musiktipps: Die besten kommen von Menschen, in der Internetwelt auch User genannt.

    Genau darin liegt die Stärke von Facebook in meinen Augen. Allerdings betrachte ich die zukünftige eventuelle Zusammenarbeit mit MySpace auch mit gemischten Gefühlen. Mal sehn, in welche Richtung sich das entwickelt 🙂

  5. Ja, auch ich werde demnächst wohl zu Bandcamp / Facebook umziehen. Ne eigene Website kann ich aber auch programmieren. Schön war nur die komplett frei programmierbare Oberfläche von Myspace.

  6. Nachteil von Facebook ist allerdings (schon an andere Stelle erwähnt, damals noch MySpace verteidigt), dass ich es nicht gut finde, dass Teenager gleich mit ihren Klarnamen in Erscheinung treten müssen. Gerade im wilden Teenie-Fanalter, wird da so einige Sünde verbrochen (an Posts, Kommentaren), die vielleicht lieber hinter Nicknamen wie bei MySpace versteckt bliebe. Facebook zwingt einen Anonymität aufzugeben, bietet somit auch weniger Schutz von Privatsphäre.

  7. Das mit der Privatsphäre seh ich sogar eher als Vor- denn als Nachteil. Vielleicht entwickelt dadurch die junge Generation ja eher ein Bewußtsein für Datenschutz und die Sensibilität persönlicher Daten. Die scheinbare Anonymität hat ja nun bekanntermaßen auch so ihre Nachteile. Allerdings – wer weiß, wieviel von den Klarnamen bei FB nicht auch nur John Doe’s sind.

  8. „Vielleicht entwickelt dadurch die junge Generation ja eher ein Bewußtsein für Datenschutz und die Sensibilität persönlicher Daten.“ — Zitat von falk

    Ich glaube Bewusstsein für Datenschutz zeigt vorallem derjenige, der niemals seinen vollen Namen ins Netz schreibt. Und schon gar nicht in Social Networks.
    Ich bilde mir zwar ein keinen besonderen Quatsch im Netz zu schreiben. Aber trotzdem müssen die Dinge die ich schreibe nicht unbedingt auffindbar sein, indem man nur meinen Namen bei Google eingibt. Es gibt einfach Dinge, die muss ein potentieller Arbeitgeber/Vermieter/Freund/ect. nicht unbedingt direkt erfahren wenn er meinen Namen googlelt. Und das sind keine weltbewegenden Dinge, prinzipiell darf gerne jeder alles wissen was ich ins Netz schreibe, da ist nichts geheimes dabei. Aber andererseits fände ich es auch echt unangenehm wenn ich wüsste, dass ein Fremder oder flüchtig Bekannter, oder noch schlimmer Lehrer oder Arbeitgeber, einfach nur meinen Namen googlen muss und kann per Pinnwandeinträgen relativ gut mein Privatleben der letzten paar Monate nachvollziehen. Das muss einfach nicht sein.

    Daher steht nirgendwo im Netz mein voller Name. (Oder sagen wirs so: ich hab ihn zumindest nirgendwo hingeschrieben). Klar, jemand der ein oder zwei meiner Accounts kennt und aufmerksam liest kann auch dadurch eine ganze Menge über mich herausfinden, durch schlaues kombinieren von Informationen vermutlich sogar meinen vollen Namen und darüber dann Adresse und alles…darf man im Grunde fast nicht drüber nachdenken…. Aber dafür ist eben Gott sei Dank doch noch etwas mehr Aufwand nötig, als nur meinen Namen zu googlen. Und ich werde aufpassen, dass das auch so bleibt.

    On topic: Wenn das so kommt werde ich wohl auch zu Facebook wechseln. Im Moment sehe ich da noch keinen Grund zu, denn noch sind alle meine „wichtigen“ MySpace-Freunde dort noch aktiv genug. Da die meisten allerdings bei Facebook genau so aktiv sind, hält mich letztlich doch vorallem die Musik dort. Und wenn die wegfällt, dann habe ich keinen Grund mehr bei MySpace zu bleiben.
    Ich fänds aber extrem schade. MySpace ist im Moment völlig unschlagbar, wenn man musikinteressiert ist. Man kann bequem in die Musik reinhören, man kriegt Informationen (wenn ich Tourdaten wissen will geh ich immer zu MySpace, das ist einfacher als offizielle Homepages zu durchsuchen) und man kann gleichzeitig Kontakt aufnehmen, wenn man will. Der General Info-Kasten sagt mir auch noch, bei welchem Label die Band ist. Nach solchen Infos hab ich mich früher auf offiziellen Websites fast totgesucht. Wäre wirklich schade, wenn das wegfällt.
    Denn bei aller Liebe, Facebook ist für mich (noch) kein gleichwertiger Ersatz.

    Ich werde jetzt aber wohl trotzdem mal meinen alten Facebook-Account reaktivieren, falls ich das Passwort noch weiß. Wer weiß, wofür man den demnächst nochmal brauchen kann…

  9. Frauke: Du hast Recht. Allerdings ist auch Facebook nicht unbedingt etwas, was man /braucht/. Ich stehe allem, wo man sich anmelden muss, ohnehin kritisch gegenüber und besuche Myspace auch bevorzugt als „anonyme“ IP. Wer in Netzwerken wie Facebook, *vz und sonstigen Portalen mehr oder minder aktiv ist, sollte sich in einer freien Minute mal fragen, ob es nicht einen gewissen Verlust an Lebensqualität darstellt, irgendwelche Buddylisten in einer Datenbank zu befüllen, über denen „Meine Freunde“ steht.

    Dies aber nur der soziale Aspekt, der in all diesen Diskussionen „Myspace oder Fratzenbuch?“ in der Regel viel zu kurz kommt.
    (Und ob man wirklich ein Interesse daran hat, dass die Mailadressen, mit denen man sich dort registriert, gern mal an „Werbepartner“ weitergereicht werden, ist auch so eine Frage.)

  10. Zum Thema Privatsphäre: Wir als Blogeigner mussten uns ja komplett outen, blöde Impressum-Pflicht. Gibt zwar auch Leute, die meinen es lange nur ne E-Mail-Adresse, nur irgendwie, wenn man in gewisser Form journalistisch arbeitet, sind Klarnamen schon wichtig.

    Zu deinem Einwand Tux: Es ist vollkommen blödsinnig, hunderte/tausende „Freunde“ zu sammeln, nur einige Kontakte/Freundschaften sind mir auch online sehr wichtig. Gerade der Facebook-Chat ist sehr nett, da kann man sich schnell mal auf ein Pläuschen treffen.

    Bestenfalls wird aus Online-Friendship irgendwann Real Life-Freundschaft, manchmal auch mehr wie bei SomeVapourTrails uns mir 😉

  11. … und schlimmstenfalls gammeln dann da eben doch irgendwann die gesammelten Namen, und man fragt sich: Wer war das noch mal?

    Für Musikrechercheure ist so was sicher nützlicher als zum Beispiel für mich, aber ob tatsächlich so viele Bands von MySpace zu Facebook wechseln, wo man sich anmelden /muss/?

  12. @Frauke: Ich denke, du mißverstehst meine Intention. Und ich werfe die beiden Themen ‚Anonymität im Netz‘ und ‚Schutz der Privatsphäre‘ ungern in den selben Topf. Weil erstere verleitet zu einem sozialem Verhalten, welches den Namen nicht mehr verdient – Stichwort: Internet-Mob. Und letztere hab ich selbst in der Hand. Wenn ich nicht möchte, daß private Details von mir zu meinem Namen ‚ergoogelbar‘ sind, dann hilft nur, diese Daten eben *nicht* in einem öffentlichen Raum – den das Netz nunmal darstellt – zur Schau zu stellen. That’s my point.

  13. @Falk Einerseits verhalten sich Menschen vielleicht besser, wenn sie mit ihrem echten Namen dafür gerade stehen müssen, was sie tun. Andererseits, so sehr ich Tokio Hotel verabscheue, wenn Teenie-Girls in der Klasse gemobt werden, weil sie jemand auf irgendner Fanseite gesehen hat (auf z.B. Facebook) dann wärs vielleicht doch besser, sie mich hier hinter Pseudonym versteckt hätten. Auch manch abstruses Hobby Erwachsener muss nicht gleich die ganze Nachbarschaft, der Chef, die Kollegen mitbekommen.

  14. wenn Teenie-Girls in der Klasse gemobt werden, weil sie jemand auf irgendner Fanseite gesehen hat

    Das allerdings empfinde ich nicht als ein Problem des Netzes, sondern als ein gesellschaftliches Problem. Die selbe Schülerin würde ebenfalls gemobbt werden, weil irgendwer in ihrer Klasse eine Fankarte in ihrem Heft gesehen/gefunden hat. Was das Netz vielleicht bewirkt, ist eine Kanalisierung solcher Dinge, aber es ist nicht die Ursache. Und damit wär ich hier schon wieder bei Punkt 1 meines vorigen Kommentars.

    Und was abstruse Hobbies anbetrifft, so seh ich für mich dann wieder den zweiten Punkt, daß jeder selbst entscheiden sollte, wo er dies wie preisgibt. Ich kenn da genügend Beispiele geschützter Bereiche im Netz, die allerdings dann wiederum Wert darauf legen, daß Mitglieder identifizierbar sind. Eben um Mißbrauch auszuschließen.

  15. Tja schade, myspace war irgendwie schon DAS Musikverzeichnis im Netz…

    Aber wie bereits erwähnt, es gibt ja sehr viele Alternativen:
    Facebook find ich für Musiker/Musik nicht soo cool (das Flair stimmt für mich einfach nicht).
    Bandcamp ist sehr cool, ich mag vorallem die vielfältigen Bezahl- und Downloadmöglichkeiten und das „reduce to the max“ Flair.
    Eine kleine aber feine Alternative ist restorm.com: Ich mag dort vorallem den sehr gelungenen Player. Und für Bands bieten sie oft Support Slots oder andere Auftrittsmöglichkeiten…

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