Nicht verschreibungspflichtiger Stimmungsaufheller – Forro In The Dark

Textanalytische Gedankenwälzerei ringt manchem Lied eine Erleuchtung ab. Eingängige Refrains bringen Gefühle auf den Punkt. Doch manchmal braucht es nicht einmal das, huldigt Musik einem Rhythmus, bei welchem man einfach mit muss. In diesem Fall mag ein Verständnis der Lyrics sogar hinderlich sein. Heute wollen wir einen klitzekleinen Blick auf eine Band werfen, welche mit viel Verve tänzelnden Schwung durch die Lautsprecher schickt. Forro In The Dark nennt sich eine Formation, die obzwar in New York lebend ihren südamerikanischen Wurzeln musikalischen Tribut zollt. Dreh- und Angelpunkt ihres Schaffens ist der Forró, ein in Brasilien beheimateter Musikstil. Und wie es sich für einen aus dieser Region stammenden Rhythmus gehört, beschäftigt auch der Forró die unteren Extremitäten gehörig.

ForroInTheDark

Das vor wenigen Tagen erschienene Album Light A Candle geizt nicht mit fröhlich-bunten Reizen und darf durchaus als Stimmungsaufheller für triste Tage im November dienen. Die Würze der Scheibe speist sich aus der ungezwungener Leichtigkeit mit der die Musiker zu Werke schreiten. Die vier Mannen Mauro Refosco, Davi Vieira, Guilherme Monteiro und Jorge Continentino tüfteln nicht mit bleischwerem Grübeln über irgendwelchen Partituren. Man hört den Liedern vielmehr an, dass sie dazu gemacht wurden, in einem geselligen Club vor tanzwütigen Menschen gespielt zu werden. Luftige Flötenklänge und flotte Percussion verleihen den Stücken einen gefälligen Flair.

LightACandle

Gleich zu Beginn hantieren Forro In The Dark besonders beschwingt. Bandinha und Saudades De Manezinho Araújo sind schmissig und unbeschwert, wobei besonderes letzteres Lied mit seiner verspielten Flöte viel Sympathie einheimst. Die in englischer Sprache gesungen, folgenden Tracks wirken da wesentlicher bemühter, weniger entspannt. Die Stimme bleibt ein Fremdkörper. Der Elan erfährt vor allem in dem ein wenig zu cool gestylten Better Than You eine Vollbremsung, ehe Perro Loco die Dinge wieder zurecht rückt und mit charmantem Saxophon punktet. Das sehr berechnend mit viel Verführungskunst, Sex-Appeal und Humor ausgestattete und von Sabina Sciubba intonierte Silence Is Golden ist das gelungenste Beispiel dafür, dass die Band auch eine Gang runterzuschalten weiß und mit einer englischsprachigen Komposition zu überzeugen vermag. Im weiteren Verlauf tut sich mit Forró De Dois Amigos ein weiteres Highlight auf, welches manch suboptimale Komposition übertüncht.

Forro In The Dark kreieren mit Light A Candle eine Party-Stimmung, die die Beine zum Wippen bringt. Von besagter Ausnahme – Silence Is Golden – abgesehen,  entfaltet sich die Wirkung vor allem dann bravourös, wenn der des Portugiesischen ohnmächtige Hörer sich den Rhythmen und der Lebensfreude ohne viel Federlesens hingibt. Einfach mal ausprobieren!

Tour-Termin:

11.11.09  Frankfurt – Das Bett

Link:

MySpace-Auftritt

SomeVapourTrails

Ein Gedanke zu „Nicht verschreibungspflichtiger Stimmungsaufheller – Forro In The Dark

  1. Habe ich vor ein paar Tagen live erleben dürfen … wundervolles Konzert, vier Herren mit Spaß an der Musik und Rhythmus im Blut. Ach ja, still sitzen ging überhaupt nicht. 😉

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