SomeVapourTrails und seine 15 Lieblingslieder 2009

Nun da der Dezember sich demnächst den Feiertagen ergibt, die Welt in quietschbunter Seligkeit in ein neues Jahr schunkelt, ist es höchste Eisenbahn, zuvor noch mittels einer Retrospektive das Jahr in die richtige Perspektive zu setzen. Und so komme ich nicht umhin, die meiner Meinung nach besten mir bekannten Lieder der vergangenen 12 Monate zu benennen. Mein Herz schlägt meist für handwerkende Außenseiter, die nicht auf irgendwelchen Wellen künstlerischer Abgehobenheit schwimmen. Und so begründet sich diese Selektion keinesfalls im mantrahaften Wiederholen der Namen aller Kritikerliebkinder. Grizzly Bear, Animal Collective oder Phoenix werden in Bestenlisten gerne genannt – und sind doch in etwa so fesselnd wie ein zerschlissenes Schuhband. 2009 gab es viel zu entdecken.

1. Too Much Time von John Vanderslice

Begründung: Diese schlichte Ballade alles, was ein großer Song benötigt: Einen markanten Refrain und eine eingängige Melodie. Mehr braucht es nicht. Too Much Time ist als kostenloser Download auf der Homepage des Künstlers verfügbar.

2. Darby Crash And Burn Guitars von Eamon McGrath

Begründung: So sieht eine zeitlos-moderne Mischung aus Folk und Rock aus, keine Warmduscherklänge, vielmehr kräftig und deftig.

3. The Longing von Eels

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Begründung: Das Liebeslied des Jahres. Ohne albernes Gesülze oder Verkitschung wird das Wesen von Sehnsucht seziert, in schlichte Worte gepresst und zu einer schmerzhaft-schönen Wahrheit kondensiert.

4. München von The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble

Begründung: Irrlichtern-wabbernde Reise in einen tosend Strom feinster Electronica mit starken akkustischen Elementen.

5. Zumbi von Major Lazer feat. Andy Milonakis

Begründung: So dreckig kann, darf und soll Dancehall gerne öfter klingen. Hier als kostenloser Download erhältlich.

6. Engel von Mariahilff

Begründung: Während sich deutsche Texte meist in permanenter Mittelmäßgkeit wälzen oder gar bemüht intellektuell daherstelzen, haben Mariahilff eine wundersame Poesie erschaffen.

7. Goodbye Rock von Testsieger

Begründung: Wenn es eines Abgesangs auf den Rock bedurfte, der gut 10 Jahre nach Tocotronics Let There Be Rock den Kreis schloss und einer Dekade den Spiegel vorhielt, dann haben ihn Testsieger mit diesem Song ersonnen.

8. You Will Miss Me When I Burn von Soulsavers

Begründung: Natürlich hätte man ebenso den Titel Sunrise in diese Liste aufnehmen können. Doch während Sunrise durch Erhabenheit besticht, ragt bei You Will Miss Me When I Burn schiere Traurigkeit in ewiger Eleganz hervor.

9. Velvet von The Big Pink

Begründung: Die Briten haben nicht nur Flausen im Hirn, neben Unbands wie Franz Ferdinand tummelt sich mit The Big Pink auch eine Band, die es locker mit den legendären Hymnen von Oasis aufnehmen kann.

10. Tricks Of The Trade von Paolo Nutini

Begründung: Mir ist es schleierhaft, warum Nutini mit Quacksalbern wie James Morrison in einem Atemzug genannt wird. Dies folkige Lied ist ein Glanzstück feinsten Songwritings.

11. Change of Heart von El Perro Del Mar

El Perro Del Mar „Change Of Heart“ from The Control Group on Vimeo.

Begründung: Niveauvoller Pop, es gibt ihn noch! Hier gratis erhältlich.

12. Ain’t Gonna Lose You von Brett Dennen

Begründung: Vielleicht der wichtigste Songwriter der nächsten Dekade, in der Tradition eines Paul Simon oder Bob Dylan. Dieses Lied unterstreicht das Potential.

13. You Turn Me Cold von The Slew

Begründung: Turntablism ist kein Schnee von gestern, wie Kid Koala bezeugt.

14. We Do What We Want To von O+S

Begründung: Eine ätherische Stimme, untermalt von einer bezaubernden Melodie.

15. Still von Great Lake Swimmers

Begründung: Selten klang Folk derart erbaulich. Von hymnischer Qualität.

SomeVapourTrails

2 Gedanken zu „SomeVapourTrails und seine 15 Lieblingslieder 2009

  1. Ganz schön schräge, aber nicht unschöne Mischung eines Östereichers in Berlin. Aber was zum Teufel hast Du gegen Grizzly Bear? Die stehen doch über all dem Schund, was uns um die Ohren geschlagen wird. Der Inbegriff der Unangreifbarkeit.

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