Das gewisse unverbrauchte Etwas – Daphne Willis

Manchmal hört man ein Liedchen und wittert sofort Talent. So ging es mir mit der in Chicago beheimateten Singer-Songwriterin Daphne Willis. Demnächst wird ihr Debüt What To Say erscheinen und trotz manch durchwachsener Hörproben konstatiere ich dieser Dame enormes Potential. Eine Stimme, die in gefälligem Pop-Sound funktioniert, aber auch soulige Anklänge beherrscht, kurz ausdrucksreich und sehr einnehmend agiert, solch eine Stimme vermag Mainstream-Apostel wie Connaisseure zu erfreuen. Wenngleich noch nicht all ihre Songs zünden, der mehrheitlich vertretene, angenehme peppige Wohlfühl-Pop allerdings meist überzeugend gerät, vermag die Frische des Vortrags viele Schwächen auszugleichen.

Foto von Laura Crosta

Daphne Willis hat das gewisse Etwas, kein Kalkül im Gesang, klingt angenehm unverbraucht. Lieder wie Bluff oder das auch kompositorisch feine What To Say bezeugen dies. Gelungene Songs müssen nicht immer den Ballast inhaltsvoller Bedeutungsschwangerkeiten schultern, oft lässt bereits der fluffige Vortrag über unnötig geglättete Arrangements hinwegsehen, speziell dann, wenn die Melodien zwar vertraut aber nicht abgedroschen klingen.

Und so gilt es, den weiteren Verlauf der Karriere von Daphne Willis im Auge zu behalten. Fast würde ich Wetten annehmen, dass sich mit Glück und Geschick und einer steten Weiterentwicklung, verbunden mit mehr Widerhäkchen im Songwriting, durchaus sogar die Charts stürmen lassen. Meinen Segen jedenfalls hat sie.


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What To Say erscheint am 09. Februar 2010 bei Vanguard Records.

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