Auf dem Weg zur Indie-Ikone – Kaki King

Frauen und Gitarren. Noch heute wabbern männliche Gedanken unwillkürlich in einen Zustand sachten Belächelns, vermuten in dieser Kombination nie die Beherrschung des Instruments, vielmehr gesteht man dem schwachen Geschlecht die Benutzung als reines Mittel zum Zweck zu, um das ach so fragile Herzchen auszuschütten. Kaki King gehört zu den Ausnahmeerscheinungen, sie wird als waschechte Gitarristin angesehen – und vielleicht erst in zweiter Linie als Singer-Songwriterin. Das neue Album Junior erfreut mich in jeglicher Hinsicht, wirkt noch kompakter als die gute Vorgängerplatte Dreaming of Revenge. Ihre Fähigkeit zur Liederschmiederei wächst mit jedem Werk – und so würde es mich keinesfalls verwundern, wenn ihre neue CD sie zumindest in Amerika endgültig in die erste Reihe der gegenwärtigen Indie-Ikonen katapultiert.

Kaki King live at Webster Hall, NYC 2008 - Photo by Faith-Ann Young (CC Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Der flockig rockige Titel The Betrayer ist ein Ohrwurm für Anhänger alternativer Töne. Auch Falling Day schlägt in die selbe Kerbe, bietet besten Alternative Rock – direkt und nicht banal. Kräftige Töne rotzig darzubieten ist die eine Sache, das mit blitzsauberem Songwriting zu verbinden eine hohe Kunst. Junior beschränkt sich freilich nicht nur auf diese Art Lieder. Auch feine instrumentale Tracks wie das My Nerves That Commited Suicide mit der Alternative-Country-Charakteristik und Everything Has An End, Even Sadness, das Post-Rock-Elemente nutzt, zeigen die Klasse einer Kaki King auf. Hallucinations From My Poisonous German Streets gerät im Gesangsteil zu einem verträumten Stück Shoegaze, das von dramatisch anschwellenden Instrumentalteilen in die Mangel genommen wird. Solch Songs wachsen nicht einfach von den Bäumen. Mit Sunnyside findet sich auch ein akkustischer Folk-Tune auf der Platte, dessen Aussage „You’re the girl I lost in Sunnyside“ schön bitter anmutet.

Kaki King darf man zu Junior wärmstens gratulieren. Die US-Amerikanin besticht durch ein in jeglicher Hinsicht inspiriertes, mit angenehmen Understatement produziertes Album, welches durch vielfältige Stile abwechslungsreich aber nie nach Stückwerk klingt. Es gerät kurzweilig und interessant, bietet Cleverness, die sich eben nie durch Sperrigkeit wichtigmacht. Und dass Frau King ihr Gitarren-Handwerk versteht, daran zweifelt man ja ohnehin keine Sekunde.



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Tour-Termine:

18.03.10 Stuttgart – Universum
19.03.10 Freiburg – Jazzhaus
20.03.10 Mannheim – Stereo Mondo Festival
21.03.10 München – Ampere
22.03.10 Dresden – Beatpol
24.03.10 Köln – Kulturkirche
25.03.10 Bremen – Lagerhaus
26.03.10 Hannover – Musikzentrum
27.03.10 Münster – Gleis 22
28.03.10 Hamburg – Knust
03.04.10 Berlin – Lido
04.04.10 Bochum – Zeche

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