Vom Popküken zum Paradisvogel

Taxis spielen generell in der Formel Eins eine eher untergeordnete Rolle, nicht so in meinem Leben. Eine der ersten Vinyl-Scheiben, die ich in meiner damals noch aufknospenden Jugend mein Eigen nennen durfte, war eine Compilation der legendären Formel Eins-Sendung und auf eben jener Vanessa Paradis mit Joe le taxi vertreten. Damals erwarteten eigentlich fast alle, dass das süße, etwas piepsige Mädchen als One-Hit-Wonder in die Musikgeschichte eingehen würde. Weit gefehlt!

Inzwischen blicken Vanessa Paradis und ich auf 23 Jahre zurück, in denen wir uns immer wieder musikalisch begegneten, sich die Wege manchmal trennten und ich sie dann wieder als Gast in meinen nun, dem Schallplattenspieler entwachsen, CD-Player einlud. Mal ätherische Diva, dann wieder bodenständig und unmittelbar natürlich. Die divenhafte Schönheit immer wieder durch die Markenzeichen bildende Zahnlücke gebrochen. Der Zauber von Vanessa Paradis liegt darin, dass sie sich auf wohltuende Weise rar machte, wenig preis gab und eine spielerische Wandlungsfähigkeit bewies, die immer wieder überraschte. Nebenbei, hat sie auch noch Johnny Depp geheiratet, der hier eigentlich nur Erwähnung verdient, da er Regie bei ihrem neuesten Video Il y a führte.


Vanessa Paradis – Il y a
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Sich durch das Best of-Album zu hören, ist eine Begegnung mit alten und neuen Schätzen und auch, das sollte hier nicht unerwähnt bleiben, manch trivialem Popliedchen. CD Nr.1  ist die Sammlung ihrer erfolgreichsten Hits.  Für viele Liebhaber interessanter dürfte CD Nr. 2 sein. Bisher unbeachtete Kleinode und noch Unveröffentlichtes spiegeln laut Promotext den Geschmack der Künstlerin selbst wider. So wählte sie Songs wie Varvara Pavlovna (ursprünglich die B-Seite von „Joe le taxi“), Duos wie La déclaration d’amour (gemeinsam mit -M- aufgenommen) oder La ballade de Johnny Jane (live mit Jane  Birkin), um sich von ihrer eher unbekannte Seite zu zeigen. Frisch veröffentlicht ist das Cole Porter-Cover I Love Paris.

Meine Highlights:

Vanessa Paradis – Commando

Vom 2000 erschienen Album Bliss.


Vanessa Paradis – Commando
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Vanessa Paradis – Pourtant

Ebenfalls 2000 auf Bliss erschienen. Der Song gilt in Fankreisen als ihr poetischter. Kommerziell war Bliss ihr international am wenigsten erfolgreichstes. Kein Wunder, dass mir hier gleich zwei Songs besonders gut gefallen…


Vanessa Paradis – Pourtant
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Vanessa Paradis – Be My Baby

Ein wunderschöner Popsong, wie ich finde. Stammt von ihrem 1992 veröffentlichten dritten Album Vanessa Paradis. Schon damals hatte sie ein Faible für heiße Typen (und diese für sie). Produziert wurde Be My Baby von Lenny Kravitz, der das Lied gemeinsam mit Gerry DeVeaux schrieb.


Vanessa Paradis – Be My Baby
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Vanessa Paradis – Divine Idylle

Vom 2007er Album Divinidylle.


Vanessa Paradis – Divine Idylle
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Geheimtipp:

Vanessa Paradis – Concia Chachacha

Der Song stammt aus dem Film Atomik Circus – Le retour de James Bataille der Brüder Didier und Thierry Poiraud, in dem Vanessa Paradis auch mitspielt und ist 2004 auf dem gleichnamigen Soundtrack bei uns erschienen. Freundlich ausgedrückt, erhielt der Film gemischte Kritiken. ARTE bezeichnet diesen als „abgespacetes Z-Movie“, „randvoll mit Fäkaljokes“, was wohl als Lob zu verstehen ist 😉

Movie-Trailer:


atomik circus – Concia chachacha
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Vanessa Paradis – Made In Asia

Aus dem Musical Le soldat rose (2006).


Vanessa Paradis – «Made in Asia»
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Ein bisschen bin ich hin und her gerissen zwischen: Das klingt ja hübsch und nett… aber irgendwie fehlt ihr zur großen Chansonette die große Stimme. Insbesondere, was ihre Live-Versionen auf der zweiten Scheibe betrifft. Aber ich sagte schon… diese ist was für Liebhaber. Aber für jeden der Vanessa Paradise mag oder hin und wieder mochte oder ganz neu entdecken möchte, ist auf diesem prall gefüllten Best Of was mit dabei. Hoch anzurechnen darf man ihr und dem Label, dass sie es eben nicht bei einer bloßen Hit-Collection belassen haben und eine abwechslungsreiche Werkschau abliefern.

Tracklist:

CD 1
1. Il Y A
2. Pourtant
3. Marilyn & John
4. Dis Lui Toi Que Je T’Aime
5. Joe Le Taxi
6. Maxou
7. Sunday Mondays
8. Tandem
9. Natural High
10. Commando
11. Be My Baby
12. Divine Idylle
13. Dès Que J’Te Vois
14. Just As Long As You Are There
15. Que Fait La Vie
16. L’Incendie

CD 2
1. Marilyn & John
2. Dans Mon Café
3. La Déclaration D’Amour
4. Jackadi
5. I Love Paris
6. Emmenez-Moi
7. La Ballade De Johnny Jane
8. When I Say
9. Concia Chachacha
10. St Germain
11. This Will Be Our Year
12. Les Filles Electriques
13. Made In Asia
14. Abracadabra
15. I Wouldn’t Dare
16. Scarabée
17. Varvara Pavlovna

VÖ: 26.03.10
Label: Universal

DifferentStars

Ein Gedanke zu „Vom Popküken zum Paradisvogel

  1. Ich kenne von ihr recht wenig – gerade mal ihre Scheibe Divinidylle – und die finde ich eher durchschnittlich. Schön zu hören aber nicht weltbewegend. Auch wenn einige Stücke wirklich gut abgehen. Irgendwie fehlt mir der Ansporn, mir die Best Of zu besorgen. Interessanter finde ich da ihre Zusammenarbeit mit Serge Gainsbourg (2tes Album oder so, da schrieb er die Texte). Ihr fehlt wirklich das gewisse etwas in der Stimme. Als Person ist sie äußerst sympathisch und auch hübsch anzusehen. Muss mir morgen mal in Ruhe die Videos anschauen!

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