Cogito, ergo Plumpsklo (Stippvisite 27/05/2010)

Cogito, ergo Plumpsklo. So oder so ähnlich agieren viele marktschreierischen Strolche, die im Internet ihre Ausscheidungsprodukte absondern, als Linkschleudern Traffic heischen und jeden kleinen Furz von einer Meldung aufbauschen. Ich hänge ja der Meinung nach, dass Neuigkeiten auch immer in einen Kontext zu setzen sind und einer Beurteilung harren. Wenn ich also auch heute wieder dem werten Herren oder der geschätzen Dame Empfehlungen aus dem Nähkästchen plaudere, dann in gesittetem Tonfall und mit der fein geschliffenen Klinge der Herzenswärme.

Lesetipp:

Benedikt von den Schallgrenzen hat kluge Überlegungen bezüglich Gewalt und Musikvideos angestellt. Dass diese weitgehend unkommentiert blieben, lässt eigentlich nur zwei Schlussfolgerungen zu. Hat er nur das Offensichtliche in allzu ausladende Worte gepackt? Oder den Leser mit einem Thema gepiesackt, dass die intellektuellen Kapazitäten des durchschnittlichen Internet-Nutzers überfordert? Ich tendiere zu letzterer Vermutung.

Streamtipp:

Ich habe die Kanadierin Valery Gore bereits im Dezember unbedingt empfohlen. Daran halte ich mit Hartnäckigkeit fest. Darum sei nochmals auf ihr Album Avalanche To Wondering Bear von 2008 verwiesen. Anlass dafür liefert mir ein längerer Artikel auf PopMatters, die die Künstlerin nun mit gebührender Verspätung gewürdigt haben. Zurecht, besonders der Song Worried Head ist wundervoll beschwingt.

Fernsehtipp:

Für Geschmacksfetischisten ist es auf Völkerverständigung gedrillter Trash, für Fans seichter Unterhaltung eine Festivität von weltpolitischer Tragweite. Natürlich liegt die Wahrheit hinsichtlich des Eurovision Song Contests irgendwo zwischen Wahnsinn und Kult. Männliche wie weibliche Dilletanten, die noch Monate zuvor die Straßenstriche Mitteleuropas zierten, für Päderastenmagazine posierten oder als Heilpädagogen ihr zukünftiges Zielpublikum hautnah studierten, werden für kurze Zeit auf die einzigen Menschen losgelassen, die noch weniger Ahnung von Musik haben als die Protagonisten selbst: Das Publikum nämlich. Auch unser Blog wird dieses Phänomen am Wochenende ausgiebig beleuchten. Bis dahin sei auf die Analysen und Berichte von Oslog.tv verwiesen.

Konzerttipp:

Meine Wenigkeit hat ja vor einem Monat bereits White Hinterland einer positiven Erwähnung zugeführt. Das geschah keinesfalls leichtfertig. Und ebensowenig unbedacht empfehle ich deshalb die zwei Deutschland-Konzerte der Band. Als Einstimmung sei nochmals das Video zum Song Amsterdam in Erinnerung gebracht.

07.06.10 Hamburg – Uebel & Gefährlich
08.06.10 Berlin – NBI

Herztipp:

Artig wollen wir uns bei denen bedanken, die Lie In The Sound am 25.05. im Rahmen der Aktion Ein ♥ für Blogs ihr Wohlwollen hier oder da und hüben wie drüben ausgesprochen haben. Für all die Nettigkeiten bedanken wir uns aufrichtig und versprechen auch weiterhin mit ungebremster Freude zu schreiben. Dass auch wir unsere Herzen längst gewissen Blogs geöffnet haben und selbigen freundschaftlich verbunden sind, wird jeder Stammleser freilich wissen. Unsere Blogroll ist keinesfalls gedankenlos zusammengestellt, beinhaltet neben Instanzen wie Daytrotter auch ein paar überaus geschätzte Kollegen. Deshalb wollen wir auch nochmals betonen, dass wir unser Herz für diese Blogger 365 Tage im Jahr schlagen lassen und sie den Freunden unseres Blogs zu jeder Zeit besonders empfehlen. Ob in Indie versponnene Seiten wie Hey Tube oder Coast Is Clear oder all die Kumpanen, die hier regelmäßig in den Kommentaren ihren leckren Senf beisteuern, wir schätzen sie alle sehr.

SomeVapourTrails

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