The Joy Formidable im Comet Club (03.06.10)

Irgendwo zwischen Blondies Debbie Harry in ihren Glanzzeiten und der Perücke Lady Gagas scheint die Frisur der Frontfrau Ritzy Bryan von The Joy Formidable angesiedelt. Während sie mit der unsäglichen Lady jedoch nichts gemein hat, erinnert ihre Bühnenpräsenz jedoch sehr wohl an die energetische Kraft Harrys. Im Grunde scheint der Weg zum Durchbruch mit den besten Voraussetzung gepflastert, wird man von der Band noch viel gutes Dinge hören. Am 03. Juni spielten sie im Berliner Comet Club, direkt am lebendigen Schlesischen Tor.

Auch wenn die Anzahl der Konzertgänger die Hundertergrenze überstieg, die Location ohnehin den intimen Rahmen bedient, hätten sich durchaus mehr Besucher zu dieser Darbietung verirren dürfen. So blieb die Stimmung – abgesehen von der in den vordersten Reihen vertreten Fanschar – zu Unrecht und überraschenderweise ein wenig gedämpft. Dies freilich war keinesfalls das Resultat einer mediokren Performance. The Joy Formidable lieferten eine berserkerhafte Show ab, welche leidenschaftlich, laut und wild die Körper aller Musikenthusiasten zum Erzittern bringen musste. Was Rhydian Dafydd am Bass, Matt Thomas am Schlagzeug sowie Ritzy Bryan in ihrer Doppelfunktion als Gitarristin und Sängerin präsentierten, war direkt angelegter Noise-Pop mit viel authentischem Indie-Herz und ohne Mätzchen. Flockig wie kräftig wurden treibende Sounds in den Raum geworfen, die den Stein der Weisen zwar nicht ausbuddeln, aber eben nie abgelutscht klingen, sich vielmehr ungemein mitreißend entfalten. Wenn eine Gitarre noch Gitarre sein und gemolken werden darf, ein fiepsig-lasziver, melodischer Gesang den nötigen Twist beschert, alle Mitglieder sich in Ekstase bringen, dann erwächst daraus ein zwingende Vorstellung.

Die Waliser haben sich mit dem leider ein wenig kurzen, um die 40 Minuten dauernden Auftritt auf alle Fälle tief in meinen Notizblock geschrieben. Dem für dieses Jahr angekündigten Album darf folglich mit Neugier entgegengesehen werden. Und wer die Möglichkeit hat, sollte sich The Joy Formidable auf alle Fälle live ansehen. Ich jedenfalls fand den Auftritt im Comet Club wirklich ausgesprochen launig.

Tour-Daten:

06.06.10 Hamburg – Molotow
07.06.10 Köln – Studio 672

Links:

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SomeVapourTrails

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