Veritabler Konzerttipp: Alarma Man

Sobald man ausgiebiger damit beginnt, sich in die Untiefen der heimischen Musikszene zu stürzen, rückt man mit seinen Einschätzungen natürlich auch den deutschen Labels auf den Pelz. Und da gibt es natürlich einige gute, deren Roster in der Folge auch hier auf unserem Blog vermehrt aufmerksam beäugt wurde und wird. Manch kleines, ehrenwertes Label bringt sogar Bands heraus, die internationale Güte besitzen und auch aus einem kreativen Ballungsraum wie London stammen könnten. So hat zum Beispiel das Hamburger Duo Hundreds auf Sinnbusrecords ein Debüt veröffentlicht, welches kaum zwingender hätte ausfallen können. Und so habe ich mir freilich auch das am 13.08. auf Sinnbusrecords erscheinende Love Forever der schwedischen Formation Alarma Man gegönnt.

Diese Indie-Rock-Platte konnte mein Herz zwar nicht im Sturm erobern, einzelne Lieder jedoch haben mich durchaus überzeugt. Cabin In The Woods etwa, welches als sowohl flotte wie melodische Nummer mit jedem Durchlauf zulegt. Da gelingt alles, kommt der Hörer auf seine Kosten. Nicht minder gehaltvoll präsentiert sich These Are The Mirrors, obschon die durchstruktierte Musik den Gesang fremdkörpern lässt. Was im konkreten Fall dennoch funktioniert, wird zur Crux der Scheibe. So berechnend wuschelig sich der Sound auch präsentiert, vermag der Gesangspart manchmal nicht mitzuhalten, legt sich nicht ins von Gitarre und Schlagzeug gemachte Nest, bleibt ab und an außen vor. So funktionieren nicht zuletzt die herzhaft instrumentalen, sogar mit Saxophon unterlegten Passagen bei Nightwolf besonders, während der Rest eher unauffällig wirkt. Im choralen Verbund gerät die Sache besser, wie Pitch Grammar belegt. Noch ein gut ausgetüftelter, schmissiger Track. Und so kommt es, dass bis auf das viel zu wimmernd präsentierte Uninterrupted Light eigentlich kein Song aus dem Ruder läuft und untergeht.

Nicht nur deswegen hänge ich der These an, dass die Herren aus Göteborg zweifelsohne live noch die eine oder andere Daumenschraube anzusetzen vermögen und harscher, roher ans Werk schreiten, den saftigen Mathpunk des gleichnamigen Debüts aus dem Jahre 2006 auch bei Love Forever konzertativ hervorkehren. Alarma Man sollte man trotz der kleinen Makel dieses Albums sehr wohl seine Aufwartung machen. Ich will gar von einem veritablen Konzerttipp sprechen.

Konzerttermine:

07.08.10 Friedland – Jenseits von Millionen Festival
08.08.10 Würzburg – Immerhin
09.08.10 Hamburg – Astra Stube
11.08.10 Köln – Lichtung
14.08.10 Offenbach – Hafen2
15.08.10 Rosenheim – Asta-Kneipe
16.08.10 Wien (A) – Rhiz
19.08.10 Berlin – Comet Club
20.08.10 Erfurt – Brownstahlfest

Links:

MySpace-Auftritt

Kostenloser Download von Cabin In The Woods auf Last.fm

SomeVapourTrails

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