Stippvisitchen 17/11/10

Irgendwie räkelt sich mein Körper muskelkaternd im bequemen, mit Decke und Kissen komfortabel ausgestatteten Stuhl. Da lässt es sich behaglich verweilen, ein Videöchen gucken oder neuen Liedchen auf bandcamp erlauschen, den präferierten Nachbarblogs ein Besüchchen abstatten. Alles kein Problemchen. Allein das Fläzen will mich so gar nicht dazu verleiten, mit den Tasten zu klimpern. Sappalot, wo bleibt die neueste Technologie, wenn man sie dringendst braucht? Könnte ich doch den Computer zur Sekretärin degradieren, zum ausgiebigem Diktat bitten. Meine Zunge ist zur Zeit der einzige Muskel, der noch nicht der Überstrapazierung anheimgefallen scheint. Nun, so folgt also heute einmal ein Stippvisitchen ohne großem Verbalgestus meinerseits.

Kennertipp:

Finde weitere Künstler wie Screaming Females bei Myspace Musik

Ein alter Mann ist kein Eilzug. Wahrscheinlich hat bereits der gesamte Erdkreis von den Screaming Females gehört – und in der Tat röhrt die weibliche Stimme noch immer in den Ohren nach, wenn die Musik bereits lange verklungen ist. Das nenne ich Power. Selten sagt ein Bandname derart viel über die zu erwartende Musik aus – im positivst möglichen Sinne. Wer Gitarren mit Karacho erleben will, wird hier fündig. Das aktuelle Album Castle Talk ist im September auf Don Giovanni Records erschienen. Hansestädter aufgepasst, die Band spielt am 18.11. in der Hamburger Astrastube.

Screaming Females- I Don’t Mind It from marissa paternoster on Vimeo.

Singletipp:

Eigentlich erachte ich die Single für komatös. Wieso soll man sie sich kaufen, wenn man als wählerischer Zeitgenosse ohnehin nur einzelne Tracks als Mp3-Download konsumiert oder aber geschmackssicher sowieso das Album in seinen Plattenschrank verfrachtet? Ja, es mag vereinzelt Narren geben, die eine physikalische Single erwerben, aus einer Laune oder Irrationalität heraus. Die meiner Ansicht einzig legitime Ausformung ist die 12″-Single. Vinyl ist ein Fetisch, Fetischisten können ihre Irrationalität wenigstens exzentrisch begründen. Die geschätzten Grinderman veröffentlichen am 19.11. den Titel Worm Tamer. Hätte ich derzeit einen Plattenspieler, ich würde schon des Covers wegen schwach werden. Warum man auch und speziell das Album kaufen sollte, habe ich bereits an dieser Stelle erläutert.

Entdeckertipp:

Diese Days of Music aber auch! Ich gestehe gerne, dass meine Kenntnisse über die Band We Are The City auf einem Lesefehler beruhen. Hat die werte Carla doch den Titel eines Songs als Überschrift des Postings gewählt: There Are Very Tiny Beasts In The Ground. Nun habe ich in meinem RSS-Feed die Beasts als Breasts erlesen und bin sofort dem Link sehr irritiert nachgegangen. Doch leider, es handelte sich um keine schöne Fantasie, in der ein Serienkiller schwachbrüstige Castingshow-Gören verscharrt – läuft eigentlich die aktuelle Popstars-Staffel noch? Vielmehr drehte sich der Beitrag um We Are The City. Das einzige, was sie in Massenmördergefilde rückt, ist das zugegeben doch rechte eindringliche Promo-Bild. Der Herr in der Mitte sieht aus wie fürs Fahndungsfoto gemalt. Zur Verdeutlichung der musikalischen Qualität lasse ich das folgende Video sprechen, und einen kostenlosen Download von There Are Very Tiny Beasts In The Ground, den man hier erhaschen darf. Das Debüt In A Quiet World ist im Januar 2010 erschienen.

Downloadtipp:

Meine Wenigkeit hat dem deutschen Liedermacher Nicolas Sturm dieses Jahr bereits Platz auf unserem Blog eingeräumt. Und so will ich seine neue Single Windmühlen, die am 22.11. erscheinen wird, einfach einmal blind empfehlen. Sie wird für kurze Zeit auf Omaha Records als kostenloser Download zur Verfügung stehen. Wer Musik im Stile eines Gisbert zu Kynphausen ziemlich knorke findet, sollte dem Link also folgen – oder ein Konzert besuchen. Herr Sturm ist jung und braucht das Geld, deshalb tritt er auch in so knuffigen Nestern wie Münster auf. Kommt ja selten genug vor, dass ein feiner Musiker direkt vor der Haustür spielt. Hingehen!

Termine:

24.11.10 Köln – Lichtung
25.11.10 Münster – Teilchen & Beschleuniger
26.11.10 Braunschweig – Nexus
27.11.10 Hamburg – Hasenschaukel
28.11.10 Kiel – Prinz Willy
29.11.10 Rostock – Cafe Momo
30.11.10 Berlin – ZMF
01.12.10 Berlin – Intersoup
02.12.10 Magdeburg – Cafe Central
03.12.10 Chemnitz – Aaltra
04.12.10 Stuttgart, Café Galao

Und so sacke ich nun in die Ärmchen eines Herrn Morpheus. Demnächst mehr!

SomeVapourTrails

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