Hier (k)leben Street-People

Zwischen an die Wand gepupsten Duftmarken und durchstylter Designerkunst findet man an Neuköllner Wänden einen besonders liebenswerten Gesellen, ich nenn ihn immer Neuköllner, auch wenn der offizielle Titel  Street-People, die [pl.] lautet . Wahrscheinlich verlasse ich meinen Kiez einfach zu selten, um ihnen schon woanders begegnet zu sein 😉

Waren die Schlümpfe in meinen Kindertagen meine Lieblings-Comicfiguren, so muss ich sagen, dass auch das Finden (mit vorherigem Suchen) der Street-People einen gewissen Suchtfaktor entfacht. Nach dem mich Josef in der virtuellen Welt so nett mit der Nase drauf gestoßen hatte, musste ich unbedingt mal ans Recherchieren gehen. Jetzt brauch ich wenigstens den Liebsten nicht mehr zum Spazierengehen nötigen, dies wär ja reines Freizeitvergnügen, sondern es gibt einen wichtigen Grund durch die Straßen zu streunern. Josefs Verhältnis zu den Street-People ist wohl ähnlich wie das von Peyo zu den Schlümpfen und in seiner eigenen Galerie tummeln sich allerhand Straßenmenschen.  Neben einfacher Freude am Tun bzw. Sehen und Entdecken, gibt’s natürlich noch eine Metaebene, die mir zum ersten Mal den Slogan der Streetart-Szene erschloss: „Reclaim Your City“. Erobere dir die Stadt zurück. Vollkommen mietfrei bewohnt das Kerlchen die immer chicker werdenden Häuser unseres Bezirks, wider bzw. unabhängig der hier zur Zeit explodierenden Mieten, gerne mit dem Modewort Gentrifizierung beschimpft.

 

Street-People mit Unbekannt – Urban Knitting

Gesehen direkt bei uns um die Ecke in der Fontanestraße, lustiger Weise wurde unser Fotografieren gleich von zwei Passsanten kommentiert, die uns wichtig fragten, ob wir auch schon in den Medien über die Straßenstrickereien gelesen hätten. Gut informierte TAZ-Leser, wie mir scheint. Für uns natürlich ein alter Hut, gaben wir zu verstehen, nicht ohne auf den umso wichtigeren Street-People zu verweisen. Leider wollten die beiden meinen fachkundlichen Ausführungen nicht weiter folgen und zogen von dannen. So ein Pech, jetzt muss ich mich hier auf dem Blog ausleben.

 

Street-People mit Urban Knitting

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Street-People mit Urban Knitting

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Street-People mit Urban Knitting

Mehr zum Thema Urban Knitting – dem einzigen legalen Streetart-Vergnügen findet ihr auf knittaplease.

 

Street-People mit Haftpapier von Kartoffeltierchen

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Mehr Haftpapier findet ihr auf Josefs Street-Yoga-Blog.

 

Street-People mit Human Bein von Dave the Chimp

Die Werke von Dave the Chimp sind insbesondere rund um die Weserstraße im Reuterkiez sehr häufig zu sehen. Der werte Künstler ist nicht nur in Berlin unterwegs und hat in der Szene wohl den klingensten Namen. Gerüchteweise soll auch Bansky sich in unserem Stadtteil verewigt haben, andere wieder schreiben dies seien nur Imitate. Ich mag die Arbeiten von Dave the Chimp sehr und werde ihm in Kürze  eine eigene Fotoschau widmen.

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Mehr Bilder von Dave the Chimp findet ihr beim Street-Yoga und beim TAZ-Streetart-Blog.

 

Street-People mit Unbekannt – Reiterspiel

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Street-People mit Unbekannt – Schildkröten

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Streetpeople mit Karl Addison – Gegenverkehr

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Auch Herr Addison ist im Reuterkiez sehr fleißig. Mehr Bilder findet ihr beim Street-Yoga.

Street-People mit Broken Window – Broken Window


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Diese Version von Broken Window gab’s bei uns schon einmal ohne Street People zu sehen. Das Stencil ziert einige Häuser und Jalousien und gefällt mir als Mädchen natürlich sehr 😉

Streetpeople mit Unbekannt – Gärtner

Leider etwas von der Sonne verstrahlt, diese Blume tauchte bei uns in der Wissmannstraße auf und wurde alsbald vom Gärtner ergänzt. Die schwarzen Asphaltpflanzen sprießen an vielen Häuserwänden in Neukölln und bringen nun ja – nicht gerade Farbe in die Stadt. Etwas unscheinbar die Gewächse, aber den Gärtner bei uns zu sehen, hat mich sehr gefreut.

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Street-People mit Unbekannt – Würfelakrobatik

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Streetpeople mit Unbekannt – Aller Anfang ist schwer (Jonglieren)

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Update: Mehr Street-People findet ihr in Teil 2 meiner Street-People-Fotoserie.

 

So das wars für heute. Für sachdienliche Hinweise bin ich immer dankbar. Nur Anmerkungen wie „Kamera nicht immer so schief halten“ werden nicht so gerne entgegen genommen. Ich werd‘ natürlich versuchen mehr über die „Unbekannt“ gelabelten Künstler zu erfahren und nach und nach die Infos ergänzen. Solltet ihr eines der Fotos auf eurer privaten Seite verwenden wollen, gebt mir doch per E-Mail Bescheid (siehe Impressum). In der Regel sag ich da gegen Namensnennung und Link nicht Nein.

 

DifferentStars

3 Gedanken zu „Hier (k)leben Street-People&8220;

  1. Das finde ich doch mal eine gelungene Straßenverschönerung! Muss ich mich mal in meiner Gegend umschauen ob ich so was auch finde 😉
    Hier gibt es nur Guerilla Gärten. Aber die sind auch lustig!
    Für meinen Geschmack hältst du die Kamera übrigens richtig 😉

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