Elegant-fatalistische Frühreife – Susanne Sundfør

Als dystopisch veranlagter Charakter mag mich ein sinister schön gestricktes Album frohlocken lassen. Heiterkeit und Optimismus, diese unsäglich gutlaunigen Gesellen, mögen sich gefälligst hinten anstellen. Am Ende der Schlange, welches dann nicht länger Pestilenz und Lethargie bilden. Die norwegische Singer-Songwriterin Susanne Sundfør stellt ein schicksalhaft verlorenes Album zur Schau. Das Werk The Brothel schmiegt sich nahtlos in die hohe Kunst skandinavischen Liedermacherkunst ein, greift nach den Sternen. Wo das Firmament oft ein Dach für hochtrabende Träume bildet, wird hier ein Loch gerissen, eine Flucht vor und in Unwirklichkeiten konzipiert. Sundfør beschreitet den Weg elegant, wandelt grazil den Grat zwischen jugendlich schickem Fatalismus und einer Unverwüstlichkeit des Begehrens.

Photo Credit: Stian Andersen

We are ruins within ruins“ konstatiert die Sängerin im Titeltrack The Brothel, nur um später Echos „The ones who are only living are the ones who are only dying“ wispern zu lassen. Gott hat sich längst abgeseilt, lässt Raum für eine fiebrigre Endzeitstimmung. Zwischen glockenheller Kassandra und flackender Sirene angesiedelt wirkt Sundførs Tun makellos schimmernd, sich vom kühlen Grund der Instrumente abhebend. Schaumgekränzt fällt die pompöse Synthie-Woge Lilith aus, geradezu ins Auge springend der Kontrast zwischen elektronischer Komponente und einem Meer an Streichern bei It’s All Gone Tomorrow, dem kunstfertigsten Lied der Platte. Die Sinne beträufelnder, verzaubernder Pop wird auf Turkish Delight zelebriert, einem wesentlich zugänglicheren Stück, welches dank gesanglicher Inbrunst mit veritablem Hitpotential ausgestattet scheint. O Master wiederum übt sich in Schicksalsergebenheit und einem Glas zum Zerspringen animierenden, desperat trotzig gejaulten „Waiting for a bullet, I feel so alive„. Den Zenit des Empfindens freilich erklimmt die Norwegerin an Ende des Albums. Das surreale, sternenstaubschwere Lullaby lässt satte Bilder („Silver dreams are golden in the morning„) vom Himmel rieseln und märchenhaft entschweben. Hinein in das finale Father Father, dessen nahezu sakrale Ehrhabenheit einen famosen Schlusspunkt setzt.

Wie Susanne Sundfør ihren Synthie-Pop mit Streichern, Piano oder auch Vibraphon behaftet, wie ihre Kompositionen die meist unwirklichen Szenerien beeindruckend plastisch modellieren oder als glitzernde Schlieren über den Himmel meißeln, all das ergibt – mit nordischer Anmut verknüpft – ein ungemein stilsicheres, verwunschenes Werk. The Brothel verfügt in jedweder Hinsicht über das zusätzliche Quäntchen Finesse, das der erst 25 Jahre alten Singer-Songwriterin als vielversprechende Frühreife bescheinigt werden darf.

The Brothel erscheint am 20.05.11 auf Grönland.

Links:

Offizielle Webseite

SomeVapourTrails

Free Mp3: Grey’s Anatomy Soundtrack Folge 709 „Nachtschicht“

Episode 709:

Nachtschicht

OT: “Slow Night, So Long”

 

Der Soundtrack, den Google nicht liebte.

Der heutige Soundtrack bleibt lückenhaft, ich hab beim besten Willen nicht rausfinden können, was Amateur Night – Immune sein soll. Google hilft da nicht weiter, auch nicht im Falle von Free & Easy, deren Youtube-Channel hab ich zwar gefunden, nur die Honks haben’s nicht geschafft, von dort einen Link auf ihre Homepage, MySpace oder Facebook zu setzen. Mit Suchmaschine findet man mit dem Bandnamen so ziemlich alles und jeden, nur nicht die Gruppe. Solche Leute haben keine Fans verdient und bleiben aus eigener Schuld ewig unentdeckt. Apropos, auf tape.tv gibt’s zur Zeit ein Special mit Bands, die schwer zu googeln sind. Mir fielen da noch ein paar weitere ein: James, The Sons, Home Video…..

Irgendwer im Grey’s Soundeditor-Team muss was mit einem von Calahan haben, anders kann ich mir nicht erklären, was diese Band schon wieder hier soll. Ansonsten zeigen die Klickzahlen auf Youtube & Co – niemand mag die Musik, niemand braucht sie, erst Recht nicht unsere Lieblingsserie. Musste mal gesagt werden. Bevor ich weiter lästere, verbleibe ich hier heute lieber kurz. Schaut bei Paul von den tvsongs.de vorbei, wenn ihr mehr Infos zur Stellen an der der Song gespielt wurde braucht.

The National – “Runaway”

Free Mp3:
Auf betterpropaganda könnt ihr euch die Songs Bloodbuzz Ohio, So Far Around The Bend, All The Wine und Wasp Nest kostenlos downlaoden.

Vassy – “Run To The Sun”

Free Mp3:
Auf ihrem MySpace-Blog hält Vassy verschiedene Download-Links für euch bereit.

Free & Easy – “Open”

Imani Coppola – “Celebrate”

Calahan – “Bleeding”

Amateur Night – “Immune”

??? oder in Worten drei große Fragezeichen

Ali Dee – “She’s Goin’ Down”

Calahan – “Feels Like Rain”

Goldfrapp – “Alive”


Goldfrapp – Alive von EMI_Music

Free Mp3:

Auf stereogum gibt’s den Goldfrapp – “Believer (Little Loud Remix)”

Mackintosh Braun – “Made For Us”

Free Mp3s:

Den wunderschönen Track Could It Be via offiziellem Youtube-Channels der Band könnt ihr hier kostenlos als zip-Datei (Rechtsklick/Speichern unter) runterladen.

Als zweites Bonbon via Soundcloud gefällt euch hoffentlich der Song Wake up:

Wake Up by Mackintosh Braun

Anya Marina – “You Are Invisible”

 

Viel Spaß damit!
DifferentStars

PS:

Mehr Beiträge zum Soundtrack der jüngst gesendeten Folgen findet ihr in unserer Übersicht zur Staffel 7. Zur Übersicht der Staffel 6 kommt ihr hier.

Kleine Zeitreise mit Alessi’s Ark

 

So manches Mal wähnte ich mich schon auf heißer Spur, die leider versandete. Nicht alle Fußspuren die der Wind verweht, haben dies auch verdient. Die zauberhaften Elfentritte, die verträumt tanzend 2008 hier auf dem Blog für unverblümte Beigeisterungsstürme meinerseits sorgten, drohte nunter Lawinen von Newcomern verschüttet zu werden. Ein Blick zurück und ins Hierseits, zeigt mir, dass manchesmal im Verborgenen bleibt, was dem strahlenden Rampenlicht nicht gewachsen ist. Nicht jeder Rohdiamand erhält den nötigen Schliff und offen zugegeben, die Magier der Zunft sind mehr als selten die versierten Produzenten und nicht die „authentischen“ Interpreten. Alessi’s Ark entdeckte ich 2008 mit dem Song Magic Weather und traf nach Internetrecherche den heutigen Bloggerfreund Felix von den Beautifulsounds. Wir waren uns einig, hier ist ganz Großes am Erblühen. Das Debutalbum Notes From The Treehouse bekräftigte mich in meiner Meinung und wurde ausführlich bejubelt. Ein wenig mit Augenzwinkern musste jedoch der Versuch von EMI/Virgin die junge Dame als neues MySpace-Wunder zu promoten kommentiert werden. Letztlich setzte sich dieser Hype nicht durch und das Major-Label sortierte die Popelfe aus. Diese maschierte daraufhin zu Bella Union, schmieß den Schminkkoffer weg und verscherbelte den Glitter um purer und authentischer zu werden. Leider kam ihr dabei auch Produzent Mike Mogis abhanden, der als Zauberer im Hintergrund das Folk-Pop-Juwel erst erschaffen hatte. Das jüngst erschienen Album Time Travel ertrinkt dann leider auch in belanglosem Folk-Dingsbum-Gitarrengedudel und birgt nur wenige Songs, bei denen das Hinhören wirklich lohnt. Erwachsener, purer, echter und reduzierter zu werden, scheint eine gute Prämisse für wirklich talentierte Folkbarden. Allein wer die Britin schon mal live erlebt hat oder eines ihrer Accoustic Sessions Videos sah, muss bemerken, die Sängerin kann nur mangelhaft Gitarre spielen, tut’s aber doch und zieht unglaublich schlimme Grimassen dabei. Für manche, der glatten Showwelt Übertrünnigen, macht dies genau den Charme aus. So ganz mag ich jedoch Alessi Laurent-Marke nicht aufgeben, einmal ins Herz geschlossen, trenne ich mich nur schwer von meinen Indie-Perlen. Auf The Line Of Best Fit fristet der Album-Stream von Time Travel zur Zeit ein wenig beachtetes Schattenblümleindasein. Genauer hingehört, gefielen mir zwei Lieder gut genug um den Funken erklimmen zu lassen.  Time Travel und The Bird Song, der schon auf der EP Soul Proprietor im vergangenen Jahr erschienen war, zeigen, hier ist noch nicht alles verloren. Aber: Die Frau brauch einen guten Produzenten und Gitarrenlehrer – dann wird hier auch wieder mit Lobpreisungen umsich geworfen.

Alessi’s Ark – Time Travel

Alessi’s Ark – Birdsong

Zum Vergleich….

Alessi’s Ark – Magic Weather

Alessi’s Ark – The Horse


Alessi’s Ark – The Horse von EMI_Music

Kostenlose Hör-und Download-Häppchen:

Alessi’s Ark Shovelling

Alessi’s Ark – Shovelling by Stayloose

Alessi’s Ark – Wire

Alessi’s Ark – Wire by Bella Union

Magic Weather erhaltet ihr als Mp3 nach E-Mail-Signup auf der EMI-Seite (heute getestet ist noch verfügbar)

 

DifferentStars