Kleine Zeitreise mit Alessi’s Ark

 

So manches Mal wähnte ich mich schon auf heißer Spur, die leider versandete. Nicht alle Fußspuren die der Wind verweht, haben dies auch verdient. Die zauberhaften Elfentritte, die verträumt tanzend 2008 hier auf dem Blog für unverblümte Beigeisterungsstürme meinerseits sorgten, drohte nunter Lawinen von Newcomern verschüttet zu werden. Ein Blick zurück und ins Hierseits, zeigt mir, dass manchesmal im Verborgenen bleibt, was dem strahlenden Rampenlicht nicht gewachsen ist. Nicht jeder Rohdiamand erhält den nötigen Schliff und offen zugegeben, die Magier der Zunft sind mehr als selten die versierten Produzenten und nicht die „authentischen“ Interpreten. Alessi’s Ark entdeckte ich 2008 mit dem Song Magic Weather und traf nach Internetrecherche den heutigen Bloggerfreund Felix von den Beautifulsounds. Wir waren uns einig, hier ist ganz Großes am Erblühen. Das Debutalbum Notes From The Treehouse bekräftigte mich in meiner Meinung und wurde ausführlich bejubelt. Ein wenig mit Augenzwinkern musste jedoch der Versuch von EMI/Virgin die junge Dame als neues MySpace-Wunder zu promoten kommentiert werden. Letztlich setzte sich dieser Hype nicht durch und das Major-Label sortierte die Popelfe aus. Diese maschierte daraufhin zu Bella Union, schmieß den Schminkkoffer weg und verscherbelte den Glitter um purer und authentischer zu werden. Leider kam ihr dabei auch Produzent Mike Mogis abhanden, der als Zauberer im Hintergrund das Folk-Pop-Juwel erst erschaffen hatte. Das jüngst erschienen Album Time Travel ertrinkt dann leider auch in belanglosem Folk-Dingsbum-Gitarrengedudel und birgt nur wenige Songs, bei denen das Hinhören wirklich lohnt. Erwachsener, purer, echter und reduzierter zu werden, scheint eine gute Prämisse für wirklich talentierte Folkbarden. Allein wer die Britin schon mal live erlebt hat oder eines ihrer Accoustic Sessions Videos sah, muss bemerken, die Sängerin kann nur mangelhaft Gitarre spielen, tut’s aber doch und zieht unglaublich schlimme Grimassen dabei. Für manche, der glatten Showwelt Übertrünnigen, macht dies genau den Charme aus. So ganz mag ich jedoch Alessi Laurent-Marke nicht aufgeben, einmal ins Herz geschlossen, trenne ich mich nur schwer von meinen Indie-Perlen. Auf The Line Of Best Fit fristet der Album-Stream von Time Travel zur Zeit ein wenig beachtetes Schattenblümleindasein. Genauer hingehört, gefielen mir zwei Lieder gut genug um den Funken erklimmen zu lassen.  Time Travel und The Bird Song, der schon auf der EP Soul Proprietor im vergangenen Jahr erschienen war, zeigen, hier ist noch nicht alles verloren. Aber: Die Frau brauch einen guten Produzenten und Gitarrenlehrer – dann wird hier auch wieder mit Lobpreisungen umsich geworfen.

Alessi’s Ark – Time Travel

Alessi’s Ark – Birdsong

Zum Vergleich….

Alessi’s Ark – Magic Weather

Alessi’s Ark – The Horse


Alessi’s Ark – The Horse von EMI_Music

Kostenlose Hör-und Download-Häppchen:

Alessi’s Ark Shovelling

Alessi’s Ark – Shovelling by Stayloose

Alessi’s Ark – Wire

Alessi’s Ark – Wire by Bella Union

Magic Weather erhaltet ihr als Mp3 nach E-Mail-Signup auf der EMI-Seite (heute getestet ist noch verfügbar)

 

DifferentStars

Ein Gedanke zu „Kleine Zeitreise mit Alessi’s Ark

  1. Das neue Album von Fräulein Ark kann ich auch nur als weitestgehend belanglos bewerten, bedauerlicherweise. Aber mir geht es mit der Dame genauso wie Dir. Ich mag sie noch nicht aufgeben. Alessi’s Ark ist ja noch so jung. Da kommt bestimmt noch was Besseres als ‚Time Travel‘.

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