Keine Spinnennetze der Tristesse – Dark Dark Dark

Es gibt Momente im Leben eines hartgesottenen Musikfans, die in Unvergessenheit verharren. Die ersten gekauften Alben, erinnerungswürdige Konzerte oder einfach der Augenblick, in dem eine neue Band in das Leben tritt. Der US-Formation Dark Dark Dark möchte ich die Qualität attestieren, eine Wonne seligen Grinsens ins Gesicht des Hörers zu zaubern. Ihre Ende April in deutschen Gefilden veröffentlichte Platte Wild Go ist süßer Nektar, den man bereits nach dem ersten Nippen nicht mehr missen möchte. Dark Dark Dark versprühen chansonesquen Charme, mengen den Liedern einer gehörige Prise Folk oder Jazz bei, kleiden die Lieder mit der Schmissigkeit von Pop aus. Entwickeln einen warmen, melancholischen, ab und an profund anachronistischen Sound, der lebhaft wie bescheiden bleibt, nie in schallende Heiterkeit abdriftet oder Spinnennetze der Tristesse spannt.

Photo Credit: Tod Seelie


(Free Download nach Angabe einer E-Mail-Adresse)

Dark Dark Dark geraten zum Lichtblick, dessen gleißender Schein Wolken teilt. Der spezielle Sound vermag den Hörer zu durchdringen, dank feiner Nuancen wohlig ins Mark einzusickern. Alles ohne jedwede Markigkeit, aber mit einer gesunden Portion Exzentrik. Dergestalt erzeugt die Band um die überragende Sängerin Nona Marie Invie ein in jeglicher Hinsicht stupendes Werk, getragen von dem Wissen um die eigene Qualität und der damit einhergehenden Souveränität. Die Leckerbissen auf Wild Go sind dicht gedrängt. Da wäre beispielsweise die sacht beschwingte Piano-Ballade Daydreaming zu nennen, das mit Beirut’scher Instrumentierung aufwartende Celebrate (Akkordeon! Bläser!), ein mit dramatischem Gestus ausladendes, bitteres Something For Myself. Nicht minder edel, geradezu erbaulich, überirdisch schön: Robert. Und nicht zuletzt die abgesangliche Americana-Ballade Wild Go, die dem Hörer nachhaltig über den Rücken schauert.

Dark Dark Dark darf man den großen Durchbruch wünschen, ihre süffigen Melodien versprühen einen Charme, der weit über Indie-Grenzen sein Publikum finden müsste. Wild Go ist eine ausnahmslos elegante Scheibe, die aus Schwermut nie Langeweile werden lässt, die wohldosiertes Temperament anstelle von Monotonie anzubieten hat. Dark Dark Dark ziehen dieser Tage durch Deutschland, man sollte sich ihre Auftritt keinesfalls entgehen lassen. Zumindest dann nicht, wenn man nach einer Band sucht, die man auch in 10 Jahren längst noch nicht vergessen hat.

Wild Go ist am 29.04.11 auf Melodic erschienen.

Konzerttermine:

30.06.11 Berlin – Comet Club
03.07.11 Lärz – Fusion Festival
04.07.11 Hamburg – Kulturhaus III&70
05.07.11 Jena – Café Wagner
06.07.11 Bremen – Breminale

Links:

Offizielle Homepage

SomeVapourTrails

2 Gedanken zu „Keine Spinnennetze der Tristesse – Dark Dark Dark

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.