Stippvisite 25/01/13 (im Telegrammstil)

Ich kränkle gerade. Bin noch zu gesund, um den gesamten Tag im Bett zu verbringen, zugleich freilich erkältet genug, um mich nach der einen oder anderen Tasse Tee zu verzehren. So trifft es sich gut, dass sich in den letzten Tagen wieder ein paar Empfehlungen angesammelt haben. Diese will ich zwischen zwei Schneuzvorgängen noch schleunigst ohne viel Gewäsch weiterreichen.

Schmissigkeitstipp:

Battles

Die Bostoner Formation Kingsley Flood mag es einerseits rockig und lärmig, andererseits ist die Formation durchaus an einer modernen Variante von Americana orientiert. Solch eine bodenständige Dynamik gefällt. Die ersten Hörproben des Anfang Februar erscheinenden Albums Battles haben viel Schmiss (Down) oder werden gar im Stile mit einem Elvis Costello verglichen (The Fire Inside). Wer es flott und urig schätzt, auch eine gewisse Raffinesse nicht missen mag, kommt hier auf seine Kosten. (via American Songwriter)

Den feinen Track Down gibt es auf dem amerikanischen Rolling Stone als kostenlosen Download.

Balladentipp:

Manch Leser mag die Nase rümpfen, aber auch ich habe nicht die gesamte Musikgeschichte mit dem Löffel gefressen. So ist mir die Britpop-Formation Gene wirklich kein Begriff. Sie soll sich in den Neunzigern, die ich eigentlich als Jahrzehnt meiner musikalischen Sozialisation betrachte, durchaus nicht unbekannt gewesen sein. Mir sagt sie jedenfalls nichts und deshalb konnte ich dem Soloalbum des ehemaligen Frontmannes Martin Rossiter ohne große Erwartungshaltung begegnen. Während meine Co-Bloggerin ob dieser dunklen Piano-Balladen nicht in Freudensbekundungen verfällt, bin ich von der atmosphärischen Dichte angetan, fühle mich in dieser Hinsicht an das vorvorletzte Album eines Brett Anderson erinnert. Demnächst erscheint das Solodebüt The Defenestration Of St Martin hierzulande und sollte dem Liebhaber gehaltvoller Balladen tatsächlich auf der Zunge zergehen. (gefunden auf PopMatters)

The Defenestration Of St Martin erscheint am 08.02.2012 auf Drop Anchor.

Entdeckertipp:

Beim Durchforsten meiner Bookmarks fiel mir kürzlich auf, dass da schon seit Monaten eine ganz edle Empfehlung darinnen schlummert. Nun will ich sie endlich an den Leser bringen. Das dänische Trio Alex Canasta beschert uns gedeckt schimmernden Pop mit einer Portion Hintergründigkeit. Die Chose hat träumerische Tiefe, wirkt ungemein nobel umgesetzt. Man darf sich auf das kommende Album Safe Inside freuen, die zwei bisher veröffentlichten Tracks Let It Out und Got It Coming sind exquisiter Pop für geschmackssichere Zeitgenossen. Anhören, entdecken, genießen! (via Schallgrenzen)

Debüttipp:

torres_cover

In den letzten Tagen habe ich mir zwei Male ein kleines Wow gedacht. Zunächst als ich auf das klienicum den Track Honey gehört habe und später als ich auf dem Blog guteshoerenistwichtig über einen Clip namens When Winter’s Over gestolpert bin. Doch irgendwie hat es bei mir dann noch den einen oder anderen Tag gedauert, bis ich schließlich begriffen habe, dass beide Songs von ein und der selben Newcomerin namens Torres stammen. Dieser Tage nun hat sich sogar Pitchfork zu einer überaus wohlwollenden Review hinreißen lassen. Kurzum, die junge Dame wird wahrgenommen – und das völlig zu Recht! Ihr gleichnamiges Debüt ist soeben in digitaler Form erschienen und für Verehrer von lärmigen Feen ein Pflichtkauf. Torres verkörpert Eigenwilligkeit, eine geradezu verzehrende Kraft und Gefühlsintensität, die den Hörer im positivsten Sinne auffrisst. 2013 sieht also gleich zu Beginn die Geburt einer starken Singer-Songwriterin. Man lausche Honey und staune. Toll, ganz toll!

Namenstipp:

Auf den Namen kommt es an. Ein Liebesgedicht an eine Gwendolin lässt die Zeilen nur so aufs Papier flattern, während ein Poem für eine gewisse Ilona oder Wiebke wohl auch dem Dichterfürsten die Feder krümmt. Wenn sich also eine Formation Lola Colt nennt, dann möchte man ob dieser verruchten Coolness verzückt die Augen reiben. Die Londoner Band hat aber wesentlich mehr als einen tollen Namen vorzuweisen, nämlich starke Tracks samt einer Stimme, die an die düstersten Zeiten einer PJ Harvey erinnert. Der Song wie I Get High If You Get High ist so geil, dass er schon waffenscheinpflichtig ist! (gefunden bei Nicorola)

Songtipp:

Zuletzt sei noch auf das allererste Lied einer deutschen Formation namens White Noise and Silence verwiesen. U-Turn klingt nach zwischen Entspannung und sanftem Schauer pendelndem Trip-Hop, präsentiert sich voll Potential. Da bin ich mal auf weitere Tracks gespannt. Mehr Trip-Hop kann diese Welt immer gebrauchen. (via Coast Is Clear)

Und nun gehe ich mich mal schneuzen. Viel Vergnügen mit den Empfehlungen.

SomeVapourTrails

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