Stippvisite 04/02/2013 (Live aus dem Trappistenkloster)

Dieser Tage hält sich mein Mitteilungsbedürfnis in Grenzen. Schweigen ist bekanntlich Gold. Allerdings befolgen nur noch zwei Berufsgruppen dieses kluge Sprichwort, Mafiosi und Trappistenmönche nämlich. Und mögen Trappisten wie alles Kirchliche gesellschaftlich noch so geächtet sein, zumindest im Bezug auf das Schweigen könnte sich jeder eine Scheibe abschneiden. Ich für meinen Teil sage nun auch kaum einen Mucks mehr, lasse die Musik für sich sprechen.

Duetttipp:

Unter dem Namen The Weather Station wirkt die kanadische Singer-Songwriterin Tamara Lindeman seit bereits zwei Alben. Ihr jüngstes Projekt nennt sich nun The Weather Station Duets Series und besteht aus Singles, die sie mit Liedermacherkollegen eingespielt hat. Der Titel First Letter, zusammen mit Marine Dreams fabriziert, ist voll kultivierter Zartheit und verträumter Entschleunigung. Großartig! Dieses Juwel ist noch dazu als Gratis-Mp3 auf SoundCloud verfügbar. (gefunden bei Nicorola)

Freakshowtipp:

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Die aus dem britischen Reading stammende Formation A Genuine Freakshow bringt es auf gerade einmal sieben Mitglieder. Wenn man sich die Anfang Dezember letzten Jahres erschienene EP Where The River Bends so anhört, will sich der Bandname so ganz und gar nicht erschließen. Die exquisiten 4 Stücke dieser Formation bieten Edel-Pop, der gegen Ende jedes Songs noch mit einer kräftigen Shoegaze-Note versehen wird. Wer eine musikalische Freakshow sucht, mag enttäuscht werden. Wer es hingegen sophisticated liebt, darf sich an Tracks wie Low oder Where The River Bends ergötzen. (via Coast Is Clear)

Chansontipp:

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Photo Credit: Nelli Palomäki

Über die finnischen Ausnahmeerscheinung Aino Venna werde ich hiermit keineswegs zum letzen Mal geschrieben haben. In den ausdrucksvollsten Momenten ihrer Debütplatte Marlene gibt sie die mit allen Facetten des Lebens vertraute Chanteuse, sie tönt im besten Sinne unglaublich abgebrüht, weise und erwachsen und dunkel, ein Gegenentwurf zur Mädchen- und Görenhaftigkeit unserer Tage. Songs wie Waltz to Paris, Suzette oder War Song bestechen mit großartigem Flair, von der klassischen Ästhetik zeitloser Schwarzweißfotografie inspiriert. Ganz famos, wie ich meine. (gefunden auf dem grandiosen Polarblog)

Hypetipp:

Frisch aus Down Under kommt ein dickes Ding, über welches zu stolpern derzeit keine besondere Schwierigkeit ist. Pitchfork oder beispielsweise The Line Of Best Fit berichten durchaus begeistert von einer Single namens The Throw. Manch einer sieht darin ein großartiges Madchester-Revival heraufdämmern, Die wirklich empfehlswerte Musikkolumne New band of the day des britischen Guardian nennt den Track „bright sunshine pop with a psychedelic glaze, underpinned by loping, stoned grooves„. Was das australische Duo Jagwar Ma hier kreiert hat, tönt launig, hymnisch-beschwingt, zum entspannten Abhotten prädestiniert. Stark!

Glückstipp:

Einen atemberaubend zärtlichen, geradezu schüchternen Song will ich dem Leser noch ins Notizheft kritzeln. Das britische Duo epic45 beglückt uns nach Eigendefinition mit Ambient-Pop. Wie immer es seinen Sound auch nennt, wenn man dem Titel Monument lauscht, scheint die Welt für ein paar Minuten in sonnendurchwirkte Melancholie getränkt. Betörender kann sich Musik kaum darstellen. Monument entstammt der letzten Sommer veröffentlichten EP Fragment #3. Anhören, anhören! (via Nicorola)

SomeVapourTrails

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