100 Songs – Teil 17 (The Dark Don’t Hide It)

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Photo Credit: Dylan Long

Es ist in zweifacher Hinsicht traurig. Da verlässt einer der virtuosen Songwriter unserer Zeit das Erdenrund und erfährt dann nicht einmal in Nachrufen eine gebührende Würdigung. Mit Jason Molina, dem Kopf hinter Projekten wie Songs: Ohia oder Magnolia Electric Co., verabschiedet sich ein vor allem in Musikerkreisen überaus geschätzter Vertreter der ganz hohen Indie-Kunst. Sein wohl durch Alkoholmissbrauch herbeigeführter Tod mit gerade einmal 39 Jahren hat mich letzte Woche schwer getroffen. Erst unlängst hatte ich mir noch gedacht, dass Molinas 2009 krankheitsbedingt erfolgter Rückzug vom Musikbusiness doch nicht ewig währen könnte. Eine Fehleinschätzung. Während man nun in den USA sein reichhaltiges Schaffen Revue passieren lässt, herrscht hierzulande im Feuilleton und in Musikmagazinen eher Schweigen im Walde. Schade!

Molinas Stimme ist eine herzzerreißende Angelegenheit, wie der Song The Dark Don’t Hide It zeigt. Mit den Worten „Now the world was empty on the day when they made it/ But heaven needed some place to throw all the shit“ erklärt Molina den Zustand des Seins, konstatiert weiters, dass Pein und Menschenherz zusammengehören. Lässt den Tod die Worte sprechen: „See I had a job to do but people like you/ Been doing it for me to one another„. Solch Weltverdrossenheit wird ohne jeglichen Zynismus vorgetragen, vielmehr vermag man das traurige Sentiment, die lapidare Unfassbarkeit mit den Händen zu greifen. Im Rückblick verfestigt sich der Eindruck eines Abgesangs, der den Künstler an der Welt scheitern lässt. Auch deshalb ist dieses Lied als besonderer Teil eines großen Vermächtnisses zu verstehen. Jason Molina, so meint man zu begreifen, ging deshalb zugrunde, weil er zu gefühlig und gut für diese Welt war. Deshalb erscheint sein pernsönliches Scheitern so tragisch wie konsequent. Welch Verlust!

Links:

Offizielle Homepage

Daytrotter-Session des Magnolia Electric Co.

SomeVapourTrails

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