Stippvisite 02/03/2013 (Von Küste zu Küste zu Küste…)

Wir huschen heute mehrmals quer durch die USA. Gucken uns wunderbare Bands und Musiker an beiderlei Küsten der Vereinigten Staaten aus. Auf die Plätze, fertig, los!

Jubiläumstipp:

Man sagt ja über das im Bundesstaat Oregon befindliche Portland, es sei „a city where young people go to retire“. Solch Empfindung plagt mich auch hinsichtlich Berlin. Doch während Berlins Musikszene weitgehend von auf der Durchreise befindlichen Künstlern am Leben erhalten wird, darf sich Portland vieler musikalischer Talente rühmen. Dazu zählt auch Krist Krueger mit seinem Projekt Southerly. Die soeben erschienene Single Desolation Low besticht mit lakonischem Gesang und shoegazigen Instrumentalpassagen. Ein feiner Track, wie ich finde. Eine Stadt, die solch Musik hervorbringt, kann so schlecht nun wirklich nicht sein! Desolation Low gibt es anlässlich des zwölfjährigen Jubiläums des Projekts auf Bandcamp ab 0 Euro. (via Coast Is Clear)

Feldmaustipp:

Hopsen wir nun ans andere Ende der USA. Brooklyn ist fraglos der kreative Hotspot der Ostküste, beherbergt auch die Indie-Dream-Pop-Dingsbums-Band Field Mouse. Selbige bastelt zwar erst an ihrem Debütalbum, die bisher veröffentlichten Songs sind freilich durchaus ansprechend. Tomorrow Is Yesterday etwa kommt ungemein schmissig rüber, wirkt so zeitlos, dass es in den Neunzigern auch die Hörer von College-Radios hätte erfreuen können. Doch wirkt das Lied keinesfalls angestaubt. Von diesen Feldmäusen rund um Sängerin Rachel Browne darf man noch einiges musikalisches Gewusel erwarten. Derweil sollte man sich am kostenlosen Download von Tomorrow is Yesterday auf dem Magnet Magazine erfreuen.

Entdeckertipp:

Und nochmals geht es gen Westküste. Manchmal kommt man nicht umhin, einem schallenden Ja auch ein winziges Aber folgen zu lassen. Im Falle der in San Francisco ansässigen Kacey Johansing kristallisiert sich folgendes Problemchen heraus. Johansing singt großartig, dennoch möchte man ihr immer über die Schulter schauen, ob sich hinter ihr nicht beispielsweise eine Marissa Nadler verbirgt. Johansings Stimme ist durchaus wandelbar, mal gespenstert sie wie die geschätzte Frau Nadler, dann schwelgt sie in souligem Sixties-Charme oder erinnert vielleicht sogar an eine lieblichere Ausgabe der frühen Joni Mitchell. Das soeben veröffentlichte Album Grand Ghosts hat ein paar ganz tolle Songs im Köcher, in seiner Gesamtheit jedoch wirkt es nicht besonders kohärent. Das allerdings soll der Freude am tollen Titelsong Grand Ghosts oder an der zarten Süße von Honey.Sugar.Molasses. keinen Abbruch tun. (via KEXP)

Vorfreutipp:

Brooklyn, einmal mehr! Die Formation Small Black veröffentlicht im Mai ihr neues Werk Limits of Desire. Und zwar auf dem renommierten Label Jagjaguwar. Selbiges stellt zusammen mit den Schwesterlabels Secretly Canadian und Dead Oceans so etwas wie die Gralshüter der amerikanischen Indie-Szene dar. Und wie sich der Song Free At Dawn als erster musikalischer Vorbote präsentiert, wird sogar mir bei Synthie-Pop aus dem Hause Jagjaguwar ganz warm ums Herz. Man sollte sich diese Platte somit auf die Merkliste setzen. Das Quartett aus Brooklyn verspricht viel! (via Exlaim!)

limitsofdesire

Limits Of Desire ist für den 14.05.2013 angekündigt.

Definitionstipp:

Ein letztes Mal springen wir mit einem Riesensatz westwärts und finden uns in Seattle wieder. Aus dieser Stadt stammt die Band Rose Windows, welche laut ihrer Facebook-Seite den Genres „Insufferable Psychedelic Garbage// Heavy Mom-Rock“ huldigt. Auch ihre Plattenfirma Sub Pop ringt mit einer prägnanten Einordnung von Rose Windows. Laut Biografie verbinden Rose Windows Elemente des Folk-Rocks von The Band mit der psychedelisch betriebenen Orgel von The Doors und den auf dem Blues basierenden Klagen von Black Sabbath, transzendieren solch Classic Rock jedoch, indem sie persische, indische und osteuropäische Einflüsse auf sich wirken lassen. Sehr viel Definition für eine Musik, die eigentlich für sich selbst spricht! Das Album The Sun Dogs ist für Juni 2013 avisiert. (gefunden auf HearYa)

Aufräumtipp:

Beim Aufräumen meiner Bookmarks bin ich auf einen Track gestoßen, welchen ich aus mir unbegreiflichen Gründen dem werten Leser bis dato vorenthalten habe. Letzten Herbst schon habe ich den Song auf Nicorola entdeckt, aber besser spät als nie sei er weiterempfohlen! Wir begeben uns also nun nach Los Angeles und machen Line & Circle unsere Aufwartung. Diese haben letztes Jahr die Single Roman Ruins veröffentlicht und wer einen an R.E.M. erinnernden Sound schätzt, wird diesem Lied sehr, sehr viel abgewinnen können. Da wünscht man sich ein ganzes Album davon! Meine – wenngleich verzögert geäußerte – Begeisterung kennt hier keine Grenzen. Unbedingt anhören, so mein Befehl!

Damit soll unser Küstenhopping für dieses Mal beendet sein. Demnächst wieder mehr!

SomeVapourTrails

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