In der Zwischenwelt der Kompromisslosigkeit – Anika

Eine der höchsten Qualitäten des Lobes besteht darin, dass man einem Sportler, Musiker, Erfinder attestiert, sein/ihr Ding ohne Kompromisse und Abstriche durchzuziehen. Das bedeutet letztlich aber auch, dass uns durchaus bewusst ist, wie sehr man sich für den Erfolg in der Regel verbiegen muss, Ideen samt und sonders zur Verwässerung freigibt, nur um ein Scheitern zu vermeiden. Wir räumen mit solch einem Lob ein, dass ein radikal ideebeseeltes Tun beim Marsch durch die Instanzen viele Ecken und Kanten verliert. Im Falle von Anika scheint die Integrität ihrer Vision unangetastet. Wer ihrem von Portishead-Haudegen Geoff Barrow produziertem Debütalbum gelauscht hat, durfte eine völlig unangepasste, schräge Künstlerin mit einem Kopf voller Experimente kennenlernen. Die dieser Tage erscheinende gleichnamige EP verstärkt diesen Eindruck weiter.

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