So überspannt wie nur Indie sein soll – My Name Is Music

Manch Spaß lässt sich nicht in Worte fassen. Das Duo My Name Is Music kommt aus Wien und macht hibbeligen Indie-Pop-Rock. Solch eine Beschreibung kann freilich alles bedeuten, verrät nichts über die markante, mitunter bluesig röhrende weibliche Sangesstimme. Und sogar wenn man nun erwähnt, dass einige Tracks mit quirligem Electro-Pop imponieren, hat man noch immer nicht das Wesen des Albums Super Acceleration ergründet. Diesem abgedrehten – mal rauen, mal partyfrohen – Werk kommt man mit Worten schwer auf die Schliche. Es wirbelwindet durch die Boxen, dass man anfangs noch die eine oder andere Augenbraue voll Skepsis hebt. Will da jemand mit viel Tamtam gute Laune vorgaukeln? Oder ist diese kunterbunte Songmischung tatsächlich eine musikalische Offenbarung, die durchaus humorvoll für eine Bombenstimmung sorgt?

Bei My Name Is Music darf man wirklich mal Bauklötze staunen. Das ist so schmissig wie Indie nur sein kann – und in den starken Momenten auch so überspannt wie nur Indie sein soll. Der Blues-Rock-Track Frankenstein’s Monster offenbart sich fraglos als Highlight der Platte, auch Gimme Gimme Gimme ist vor allem im Refrain eine schön verruchte Electro-Pop-Hymne, die man auf der Stelle ins Herz schließt. Aufreizend obszön gibt sich Suicide Attack in High Quality, welches Money, Sex und Fun propagiert, zugleich irgendwo am Abgrund tänzelt. Auch der sardonische Track Computer Game sollte nicht ungehört bleiben. Lebensfroher, geradezu hitverdächtig gestaltet sich Life Is Wonderful, wohl der Ohrwurm auf Super Acceleration. Wobei auch der abhebende Moment auf Free of Everything nicht zu verachten ist, wenn die Chose rockoperesken Pathos annimmt.

Wenn es einen Haken an dieser Platte gibt, dann wohl den, dass Super Acceleration durchaus einen gewissen Kuddelmuddelfaktor in sich birgt. Nichtsdestotrotz besticht die Platte in ihrer netten Verrücktheit, wirkt frisch, erstaunlich unangestrengt. Wenn man all die Spleeingkeit außer Acht lässt, eine Hymne an das Rauchen (My Favourite Drug) mit Augenzwinkern versteht, bleibt ein erstaunlich gutes Fundament übrig, Lieder nämlich, die zu mehr als einem Lacher oder verschmitztem Aha-Erlebnis taugen. My Name Is Music ist eine wirklich kurzweilige Scheibe mit gehaltvoller Exzentrik gelungen. Ein Bravo nach Wien!

superacceleration

Super Acceleration ist am 10.03.2013 auf Las Vegas Records erschienen.

Konzerttermine:

24.05.2013 Wien (A) – Flex

15.06.2013 Kusel – Kein Bock auf Nazis Festival

Links:

Offizielle Homepage

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SomeVapourTrails

Ein Gedanke zu „So überspannt wie nur Indie sein soll – My Name Is Music

  1. Hm obwohl ich 8Bit Sound/Music mag, finde ich This is your life gelungener. Rock haben die besser drauf und was ich da bei Soundcloud höre, bestätigt das auch (für meinen Geschmack). Das Video erinnert übrigens irgendwie an Praise You von Fatboy Slim 😉

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