Ein ordentlicher Schluck Muttermilch – The Glorious Animals

Schweden ist ein Land der vielen Gesichter. Ob folkig betörende Singer-Songwriterinnen, gnadenloser Euro-Dance-Trash wie man ihn vom Song Contest kennt, Pioniere des Pop wie ABBA oder all die zahlreichen Verfechter des Indie-Rock-Pop. Schwedische Künstler sind nie um einen Ohrwurm verlegen. Das gilt auch für unsere heutige Band, The Glorious Animals. Die Formation bietet Indie-Pop mit einer kräftigen Prise Electro an. Die EP Make A Sound hat einen echten Knaller im Talon, den Track Judith nämlich. Dieser lässt die Herzen derer höherschlagen, die eine inbrünstig lechzende Hymne mit Electro-Lametta zu schätzen wissen. Vor allem im Refrain protzt dieser Song mit seinem veritablen Charts-Potential, ohne dabei jedoch albern oder schlicht zu wirken. Wehe, wenn Judith mal versehentlich in einem deutschen Formatradio laufen würde, es würde fraglos Zuspruch erfahren. Von den übrigen 3 Songs der EP schlägt sich auch He Needs Her sehr wacker. Das Lied wäre früher als klassische B-Seite durchgegangen, säuselt vor sich hin, um im Refrain mit zackig tänzelndem Charme zu punkten, kommt aber freilich nicht an Judith heran. Das finale Let Us Sleep fährt dagegen nochmals schwere Geschütze auf, johlt bis zum Anschlag auf, gönnt sich den emotionalen Ausbruch, Eruption einer gefühlsträchtigen Kehle. Nicht übel! Make A Sound entpuppt sich somit als wohldosierter Appetithappen, der einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Es täte mich wirklich nicht wundern, wenn dieser schwedischen Act demnächst für Furore sorgen würde. Wie man schmissige Melodien fabriziert, das saugen Schweden wohl bereits mit der Muttermilch auf! Auch The Glorious Animals haben sich einen ordentlichen Schluck davon gegönnt.

makeasound

Make A Sound ist am 24.05.2013 auf Für Records / Timezone Records erschienen.

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