Stippvisite 24/07/2013 (Jeder Sommer geht auch mal vorüber!)

Die Hitze hat Deutschland im Griff. Für viele Zeitgenossen ist das die schönste Zeit des Jahres, für andere ein absolutes Ärgernis. Ich gehöre zu letzterer Kategorie und tröste mich mit dem Gedanken, dass es nur noch wenige Wochen dauert, bis herrlicher Lebkuchenduft in den Geschäften Einzug hält. Durchhalten ist die Devise. Denn jeder Sommer geht auch mal vorüber!

Sommertipp:

Wenn eine Plattenfirma eine Band als „Slackers on summer holiday“ beschreibt, dann darf man durchaus die Ohren spitzen. Die von einem Neuseeländer und einem Australier gegründete Band Splashh macht sich von London aus auf, die Welt mit einem Garage-Surf-Psych-Rock-Sound zu beglücken. Das Album Comfort ist ein Musterbeispiel für sommerliche Unbeschwertheit, für die Art von Klängen, die sogar bei dreißig Grad im Schatten angenehm erfrischend tönen. Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, darf sich auf KEXP den Song Headspins kostenlos in die eigene Musiksammlung einverleiben.

Zukunftstipp:

War es zuvor London, von wo aus eine Karriere gestartet werden soll, so hat die aus englischen, deutschen und amerikanischen Mitgliedern bestehende Band Haerts Brooklyn aus Ausgangspunkt musikalischer Bestrebungen gewählt. Seien wir mal ehrlich, London und New York sind die Orte, wo die Post abgeht. Eine Stadt wie Berlin taugt für einen Karrierebeginn momentan noch nicht. Haerts jedenfalls haben erst zwei Songs vorzuweisen. Ein Debütalbum ist jedoch noch für dieses Jahr angekündigt. Und wenn ich mir einen Track wie All The Days so anhöre, würde ich doch glatt meinen kleinen, süßen Arsch darauf verwetten, dass diesem Electro-Pop eine lichte Zukunft beschieden ist. (via Coast Is Clear)

Entdeckertipp:

Den lieblichen Verlockungen von Dream-Pop sollte man besser erst gar nicht widerstehen. Vor allem wenn sie dermaßen entschleunigt, gedankenversponnen dargebracht werden, wie es die britische Formation Holden Girls tut. Die jüngst erschiene, selbstbetitelte EP ist ein atmosphärischer Leckerbissen. Besonders angetan bin ich von dem Umstand, dass dieser Dream-Pop auf eine wirklich fantastische, gedämpfte Männerstimme setzt. Das hört man eher selten. Und auch darum ist diese EP schlicht und ergreifend klasse! Auf Bandcamp gibt es das Werk frei nach dem Motto „Name your price“. (via Schallgrenzen, natürlich!)

Folktipp:

Kommen wir nun zu einem Folk-Album der PigPen Theatre Co., die sich selbst als „a band of actors, musicians, and storytellers“ bezeichnet. Und tatsächlich betätigen sich die Akteure der Formation auch im Theater. Kritischen Geistern, die nun aufgesetzten Pathos vermuten, sei jedoch versichert, dass das 2012 erschienene Album Bremen eher mit leisen Tönen punktet. Ein in seiner Unaufdringlichkeit schönes Banjo und ein angenehm unprätentiöser Vortrag machen das Werk zu einem nachhaltigen Vergnügen. PigPen Theatre Co. sind in ihren Lyrics feinsinnig altmodisch, in ein Gestern vertieft, doch ist das Songwriting nie altbacken, vielmehr wirken die Geschichten von klassischem Charme beseelt. „Lover of ten years passed/ They have covered you with grass/ And stones now line your grave/ Caked in your graveyard dust/ I remain to trust/ That your soul is still awake“ heißt es im feinen The Graveyard Song. Auch der zärtlich-traurige Opener As Lonely As Me ist eine echte Empfehlung, nicht minder haben mich The Dress Song und Just Like The Sea beeindruckt. Bremen ist eine edles Kleinod, das Folk von salbungsvollem Gehabe und gespenstischer Selbstversunkenheit befreit. (via HearYa)


Das soll es angesichts der Hitze für heute auch schon gewesen sein, demnächt mehr!

SomeVapourTrails

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