Stippvisite 02/08/2013

Diese Hitze. Wo ist der Winter, wenn man ihn braucht! Hier ein paar Songs, die auch der größten Hitze standhalten…

Alliterationstipp:

Beginnen wir unsere heutige Stippvisite mit einem Singer-Songwriter namens Kevin Large, der soeben unter dem durchaus pathetischen Alias Widower das Album Fool Moon (VÖ: 30.07.2013 auf Mama Bird Recording Co.) veröffentlicht hat. Den Track Oh Catherine, My Catherine habe ich sofort ins Herz geschlossen. Das ist verträumter Folk-Pop, wie er schöner kaum sein könnte. Large spricht in diesem Song der Alliteration zu, er singt von tequila tears, beschreibt lilac lips und roadside roses, sieht „your ghost in Golden Gate Park glowing in the city lights„, vermisst den Kopf der Liebsten auf einem paisley pillowcase. Solch zart gestricktem Sehnen sollte man auf jeden Fall ein Ohr leihen! (via Nicorola)

Epigonentipp:

Hierzulande ist der Begriff der Epigonen durchaus negativ besetzt. Aber dabei ist es wirklich keine Schande, den Großen nachzueifern. Besonders wenn man dabei eine gänsehäutige Intensität erlangt, die nahe an das Original heranreicht. Die Britin Nadine Shah hat wohl das eine oder andere Stündlein ihres bisherigen Lebens darauf verwendet, PJ Harvey andächtig zu lauschen. Als Resultat steht nun ihr Debüt Love Your Dum and Mad (VÖ: 26.07.2013) zu Buche. Wenn man Tracks wie Floating oder To Be A Young Man noch so kritisch beäugt, wird man trotzdem der Begeisterung erliegen. Das klingt dramatisch dicht, fasziniert im Ausdruck. So wie man eben nur dann einem Sexsymbol nacheifern sollte, wenn man keine krumme Nase und keine zerklüftete Lippen vorzuweisen hat, und so wie man nur dann Hürdensprinter werden sollte, wenn man eine gewisse Sprungkraft und Dynamik sein Eigen nennen darf, so mag man sich eine PJ Harvey nur dann zum Vorbild nehmen, wenn man ein düsteres Charisma im Talon hat. Im Falle von Nadine Shah exisitert diesbezüglich nicht der geringste Zweifel. Sie ist eine echte Offenbarung! (Der Song Floating ist als kostenfreier Download auf dem Magnet Magazine verfügbar.)

Gänsehauttipp:

Der werte Peter von den Schallgrenzen hat dieser Tage einen feinen, wavigen Track ausgegraben, den ich unbedingt weiterempfehlen möchte. Motherland der französischen Formation Soror Dolorosa ist ein Kühlkissen, wie man es in solch hitzeverseuchten Zeiten gut brauchen kann. Zeilen wie „A flower of rain that dies on the road/ A never ending summer I find in your wake“ sind durchaus dazu angetan, gefühlige Gänsehaut zu verbreiten. Motherland ist schlichtweg ein prima Song. Anhören, bitte!

Sonnenscheintipp:

Sixties-Pop ist Sonnenscheinmusik.Und das Brooklyner Duo Chalk And Numbers hat mit ihrer EP Parade authentisch-retroesken Indie-Pop fabriziert, der den Hörer ganz tief in die Sechziger führt. Die Chose ist in seiner unbeschwerten Lässigkeit ungemein ansprechend. Da interessiert es mich nicht die Bohne, dass diese EP die Musik nicht eben neu erfindet. Zeitloser Wohlfühlsound ist prinzipiell nie zu beanstanden, meine ich. Und wer dem Track Pretty Colors lauscht, wird mir zweifelsohne von Herzen zustimmen. (via Coast Is Clear)

Schwedentipp:

Und wenn wir schon bei sommerlicher Fröhlichkeit sind, dann braucht es natürlich auch einen Track, der die Füße tänzeln und den Körper schwitzen lässt. Der Electro-Pop der schwedischen Formation Nonono schafft das mühelos! Eva-Maria vom Polarblog bemerkt dazu: „Das Stockholmer Trio kommt so überzüchtet wie Windhunde daher und hat, heija! ein echtes Händchen für schicke, souveräne Clubsounds, schrille Kiekser von Sängerin Stina Wappling inklusive.„. Der Track Pumpin Blood versprüht die Sorte Laune, die kein Wässerchen trüben kann. Und exakt solch einen Song brauche ich momentan auch, um nicht unentwegt mit der Faust in der Hosentasche grimmigen Blickes gen wolkenfreien Himmel zu stieren.

Das soll es für heute gewesen sein. Demnächst mehr!

SomeVapourTrails

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