Lauschrausch XLIII: Golden

Früher im Jahr habe ich zweimal auf das Berliner Indie-Electro-Pop-Duo Golden hingewiesen. Es dafür gelobt, dass es ein Händchen für eingängige Refrains hat und eine Musik macht, für die man das Radio glatt erfinden müsste, wenn es selbiges nicht längst schon gäbe. Mir hat die Gefälligkeit der Debüt-EP durchaus imponiert, der Track Heartbeat etwa scheint für die Charts prädestiniert – und das meine ich als uneingeschränktes, vom Glauben an die Masse der Hörer beseeltes Kompliment. Ein Track, mit dem ich auf dieser EP vorerst ein bisschen weniger anzufangen wusste, war dagegen Panther. Dieser hat nun ein stylisches, sogar cleveres Musikvideo spendiert bekommen. Jener Clip lebt von einem in trübselig-grau gehaltenem Schwarz-Weiß – und von dem Gesichtsausdruck von Sängerin Kathrin Georg, die sich in perfekter Unergründlichkeit übt, angespannt und distanziert blickt. In dieser Atmosphäre entwickelt Panther plötzlich Kraft, glitzert zackig. Aus dem Kontrast von Video und Song eröffnet sich plötzlich eine Geschichte, vielmehr eine Kette von Fragen und Vermutungen. Solch Gedanken werden aber nur geweckt, wenn ganze Arbeit geleistet wurde. Wenn ein Interesse angestachelt werden konnte. Und das mit einem Low-Budget hinzubekommen, erscheint mir sehr bemerkenswert. Kurzum, Golden sind fraglos eine Entdeckung wert. Es lohnt, sich umgehend in einen visuellen Lauschrausch zu stürzen.

Link:

Stream der EP Golden auf Bandcamp

SomeVapourTrails

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