Stippvisite 16/11/2013

Ich schlage mich schon seit einigen Tage mit einer sehr ärgerlichen Erkältung rum, daher sei heute wieder einmal ganz kurz und knapp auf manch starke Entdeckungen geschätzter Bloggerkollegen verwiesen, ehe ich mich wieder unter die Bettdecke verkrümle.

Zeitreisetipp:

Out of Achtziger, aber sowas von! Aus Großbritannen dringen mit der EP Rainbow On Your Shoulder sympathische altmodische Klänge an mein Ohr. Das Duo Lights That Change versteht sich darauf, nur die Schokoladenseite der Achtziger in Erinnerung zu rufen. Toxic ist ein ein starker Ohrwurm, angenehm lärmig, fiebrig-fröhlich im Gesang, Shoegaze-Pop trifft es vielleicht ganz gut. Auch der Track Happy Space wummert sphärisch durch die Boxen. Die Ende Oktober veröffentlichte EP besitzt ungeheuren Charme, wirkt nie lieblos abgekupfert, zeigt Retro mit Herz. Ich bin begeistert. (via Coast Is Clear)

Geschmackstipp:

Ich habe mich ja durchaus damit abgefunden, dass so manche Songs, die ich als heilig empfinde, von den übrigen Zeitgenossen meist mit Ignoranz abgestraft werden. Ich kann mit der Bürde eines unkonventionellen, unscheuklappigen Geschmacks bestens leben. Aber es exitieren auch Lieder, da kenne ich einfach kein Pardon! She Never Returned etwa muss man gut finden. Zum Teufel mit jeglichem Wenn und Aber! Der schwedischen Formation Principe Valiente ist mit diesem Track der große Wurf gelungen. She Never Returned ist ein Vorgeschmack auf das im nächsten Frühjahr anstehende Album, mehr noch aber heißer Kanditat für die vordersten Ränge einer Jahresbestenliste. Diese Indie-Wave-Shoegaze-Hymne ist edel zum Quadrat. Dazu kann es doch keine zwei Meinung geben, Himmel, Arsch und Zwirn! (gefunden bei Schallgrenzen)

Hypetipp:

Es exstieren so Momente im Blogger-Dasein, da ist man mehr als nur felsenfest überzeugt, dass man gerade den nächsten großen Hype aufgeschnappt hat. Und wenn man diesem Augenblick in die Pupillen starrt, der Song einen vollends aus den Socken haut, dann scheint alles gut. Die aus Liverpool stammende Band Circa Waves hat meiner Ansicht nach gute Chancen auf der BBC-Liste Sound of 2014 aufzuscheinen, nächstes Jahr also mit viel Krawumm den Durchbruch zu schaffen. Warum? Wer sich den Track Get Away anhört, wird diese Frage gar nicht erst stellen müssen. Der Bloggerkollege Mathias  von human cannonball urteilt: „Als hätten sich Two Door Cinema Club mit den frühen Strokes zusammengetan.“ Und auch der werte Nico von nicorola hat bei der Erwähnung von Circa Waves nicht gerade mit Ausrufezeichen gegeizt. Zurecht, zurecht. In diesem Sinne: Manege frei für den Hype!

Islandtipp:

Nach oben erwähnten eingängigen Knüllern schadet es nicht, jetzt mal Luft zu holen und elektronischen Klängen aus Island zu lauschen. Island ist bekanntlich das einzige Land der Erde, welches gefühlt mehr musikalische Acts als Einwohner vorzuweisen hat. Das Duo Vök ist der Kollegen Eva-Maria vom Polarblog bei den Iceland Airwaves 2013 aufgefallen. „Sie bewegen sich souverän irgendwo zwischen Triphop, Mitzwanziger-Lebensangst und elegantem Weltschmerz. Erzählen vom Scheitern in nächtlichen Großstadtwelten, aber auf märchenhafte Weise.„, so ihr Resümee. Ich für meinen Teil finde die Vermengung von Electro-Pop und Saxofon ganz interessant, vermag Before einiges abzugewinnen.Vök sind vordergründig vielleicht kompliziert, nicht wirklich fassbar, aber es lohnt der zweite Blick, das genauere Hineinfuchsen in den durchaus eigenwilligen Sound der Debüt-EP Tension. Die Stimme von Sängerin Margrét Rán Magnúsdóttir ist auch nicht von schlechten Eltern, wirkt mal aufmüpfig, bei Ég bíð þín dann wieder mit in Stirn gelegten Falten sehnend. Bei Vök murmelt der Hörer vielleicht nicht wow, aber früher oder später aha.

Das soll es für heute dann schon gewesen sein. Demnächst wieder mehr, bis bald und hatschi!

SomeVapourTrails

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