Stream: Maps – Merry Christmas (My Friend)

Der ehrwürdige Guardian hat das im Sommer dieses Jahres veröffentlichte Album Vicissitude mit einem nicht unpassenden Vergleich bedacht: „[A] lysergic-soaked Pet Shop Boys meeting Moby at his most electronic and blissful„. Dem als Maps firmierenden Briten James Chapman ist in der Tat ein Spagate schaffendes Meisterwerk gelungen, welches speziell dann, wenn es in elektronischem Shoegaze aufgeht, überaus erfüllend klingt (Left Behind). Vicissitude zählt zu jenen Platten, über die ich in den vergangenen Monaten unbedingt einmal ein lobendes Wort verlieren wollte, auch weil ich einige nicht besonders vorteilhafte Rezensionen gelesen hatte, die ich so gar nicht nachvollziehen konnte. Dieser Tage nun hat sich unverhofft eine Gelegenheit ergeben, dem werten Leser Maps endlich doch ans Herz zu legen. Mit dem Titel Merry Christmas (My Friend) reiht sich Chapman in die Gilde derer ein, die sich dem Thema Weihnachten nicht verschließen wollen. Ihm gelingt ein Track, der sowohl solenn als auch kontemplativ klingt, sphärischen Shoegaze mit einem gewissen Feiertagssarkasmus kombiniert. Wer jedes Jahr dem Dezemberblues anheimfällt, zum zeitweiligen Zyniker verkommt, wird mit dieser Getragenheit zweifelsohne mehr anzufangen wissen als mit all den Rentierschlitten, Weihnachtsmännern und Mistelzweigen dieser Welt. Merry Christmas (My Friend) besticht als Kleinod aus elektronischeren Gefilden, die sich leider in puncto Weihnachten sonst eher zugeknüpft geben. Wem Maps nach kurzem Erlauschen nun folgerichtig auf der Seele brennt, sei nochmals mit einigen Ausrufezeichen und beschörerischen Worten auf das am 05.07.2013 auf Mute erschienene Vicissitude verwiesen. Denn darauf erweist sich Chapman als Mann für jede Jahreszeit!

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