Unsere 20 Lieblingssongs 2013

Bestenliste_Song_2013

Was haben wir in diesem Jahr nicht alles für großartige Songs gehört. Sie aufzuzählen, das würde Bücher füllen. Wir wollen uns heute auf 20 Tracks beschränken, die uns 2013 unheimlich viel Freude bereitet haben. Diese Lieder haben uns in diesem Jahr begleitet – und werden es auch in Zukunft tun.

1. LowJust Make It Stop

Just Make It Stop, ein geradezu beschwörerisches, mit der Welt haderndes Lied. Vielleicht das beste Stück, welches Low je komponiert haben, vermutlich der beste Song, der 2013 veröffentlicht wird.

2. Small FeetLiar Behind The Sun

Der Titelsong Liar Behind The Sun ist ein Glücksmoment des Fühlens, ein melodisch tänzelndes Jubilieren, welches vom Gesang mit allerlei Nachdenklichkeit bestückt wird.

3. Mazzy StarSeasons Of Your Day

Mit zärtlichen Pinselstrichen gezeichnete Streicher und eine helle akustische Gitarre umschwelgen die Sängerin, die aus einem Schneckenhaus der Einsamkeit kriecht („And I know you’re alone because I’ve been there/ I know you’ve been missing me/ Well you know, I’ve been missing you too“).

4. PlaceboToo Many Friends

Too Many Friends dagegen scheint in der Intention unmissverständlich. Es ist die Hymne gegen den Social-Media-Wahn. Oder will er mir mit dem Refrain „Too many friends/ Too many people that I’ll never meet/ And I’ll never be there for“ gar meine einseitig geschlossenene Freundschaft aufkündigen?

5. JunipLine Of Fire

Ich habe in die Platte reingehört, allerdings bin ich auch nach einigen Monaten noch nicht über den Eröffnungstrack Line Of Fire hinausgekommen. Zu majestätisch, zu hymnisch-meditativ, zu seelenvoll erweist sich dieser psychedelisch verschmitze, folk-poppige Song.

6. MoonfaceNovember 2011

Die Strophe „Let me take you up these stairs, let me take you to my life/ Let me take you like a lamb leading the slaughterer to the knife/ Let me take off your left shoe, let me take off your right/ Let me take this opportunity to kneel“ schillert elegant, verschroben, märchenhaft, hingebungsvoll. Es gerät zu einem dieser Lieder, das in einen pittoresken Winkel der Seele sickert, dort wo nur die schönsten Träume der Erfüllung harren.

7. Kyla La GrangeCourage

Ein Song wie Courage etwa verschluckt sich nicht an Schluchzern, sondern stemmt die Hände in die Hüfte, spricht sich Mut zu. Das Wirrwarr gegenseitiger Gefühle wird geradezu schmerzlich präzise analysiert, nur um im Refrain geradezu unter Kriegsgeheul ein „Courage will you come to my aid“ anzustimmen. Gitarrensatt, verlärmt rumst dieser wuchtige Track voll auf die Zwölf.

8. RoverFull Of Grace

Wenn ein larmoyanter Sixties-Crooner, vielleicht ein wenig im Stile von Scott Walker, auf das kräftige Außenseiterum eines Meat Loaf trifft, wenn man sich diese Vorstellung im Kopf ein bisschen ausmalt, vermag man in den musikalischen Kosmos von Rover einzutauchen. Das geradezu ausufernd niederschmetternde Full Of Grace ist der inbrünstige Höhepunkt dieses edlen Albums.

9. Volcano ChoirByegone

Repave schenkt denen Hymnen, die noch an deren Wirkung und Magie glauben wollen. Die noch nicht dem Zynismus, der Abgestumpftheit verfallen sind. Solch Indie-Folk-Rock erlaubt Erlösungsfantasien, Entrückungsekstasen, Erweckungsmelancholien, auch weil die Undurchdringlichkeit der Lyrics die Konzentration auf das Wie lenkt, nicht auf das Was.

10. BabyshamblesPenguins

Es ist ein Medley aus dreißig Jahren Musikgeschichte, ein Best-of von Melodien, voller Brüche, voller Rhythmuswechsel, mal entwaffend liebeserklärerisch („I wanted to thank you for just being you“), mal brutal besitzergreifend („I really don’t like your boyfriend’s face/ And I am going to try and take his place“). Wer dem Mythos Doherty auf die Schliche kommen möchte, sollte sich Glanz und Gloria von Penguins zu Gemüte führen.

11. White LiesFirst Time Caller

„She said I was a first time caller/ But a long time listener/ I’ve been waiting a while to talk to you/ I want you to love me/ More than I love you“ sind bestrickende Lyrics aus First Time Caller. Zunächst wirkt diese Synthie-Pop-Ode noch im entspannten Midtempo angesiedelt, ehe die Band gegen Ende der Hafer sticht und den Track mit einer rockigen Note ausklingen lässt.

12. Desperate JournalistOrgan

Desperate Journalist stehen für Post-Punk und natürlich auch für satte Gitarren voller Verve – und für clevere Anleihen an The Smiths. Beste Voraussetzungen für den Durchbruch, wie ich meine. Und der könnte bereits mit dem besagtem Organ erfolgen. Wer nicht spätestens beim Refrain von dieser wilden Dynamik begeistert ist, kann kein Fan britischer Musik sein.

13. Principe ValienteShe Never Returned

Der schwedischen Formation Principe Valiente ist mit diesem Track der große Wurf gelungen. She Never Returned ist ein Vorgeschmack auf das im nächsten Frühjahr anstehende Album, mehr noch aber heißer Kanditat für die vordersten Ränge einer Jahresbestenliste. Diese Indie-Wave-Shoegaze-Hymne ist edel zum Quadrat.

14. TravisMoving

Der Song Moving erzählt uns viel vom derzeitigen Seelenleben der Band. Von einer Ausgeglichenheit, von einem Vorwärtsstreben voller Vertrauen in die Zukunft („Another day/ Another place where I can find my way/ Take the Avenue A/ And I know/ Exactly where to go/ Home is anywhere you stay“).

15. Anna CalviEliza

In dem Moment, wenn ihre Stimme vollmundig überkocht, wird der Hörer von einer betörenden Intensität überwältigt. Wie die Sängerin auf dem rockigen Track Eliza in fast schon schwülstiger Sehnsucht Mal für Mal den Namen Eliza grölt, geradewegs von der Zunge schnalzt, das tönt voll beschwörerischem Pathos. Entzücken pur!

16. Almut Klotz & Reverend DabelerGeh in das Licht

Viel von der Leichtigkeit dieser schönen Platte geht freilich nun flöten, wenn man das Album mit dem Wissen um den Tod der Sängerin hört. Plötzlich lässt ein Titel wie Geh in das Licht nur Traurigkeit zu. Diese Gospelnummer bekommt eine Dimension des Abschieds, die das Herz aufjaulen lässt. Die Lesart ändert sich, Worte fallen auf die Waagschale, auch weil Werk und Schöpfer einfach nicht zu trennen sind.

17. Rue RoyaleSet Out To Discover

Wer sich zu dieser Musik hinwendet, fühlt sich im Schutz einer Trutzburg, dem Alltag entzogen, von einer träumerischen Kontemplation umarmt, in der Schmerz und Trost einander ergänzen. Der Song Set Out To Discover macht sich sogar auf die Suche nach einem Heilmittel, welches einen versöhnlichen Umgang mit dem Leben erlaubt: „I’ve got a glass jar of memories/ I’ve been collecting old tragedies/ I’ve heard of remedies/ And we set out to discover the remedies/ And we’ll stay out until we run into remedies“.

18. The BalletDifficult Situations

Mir gefällt der Track Difficult Situations der New Yorker Band The Ballet. Die Frage, warum sich Dinge als kompliziert darstellen, obwohl sie es eigentlich nicht sein müssten, stelle ich mir nämlich oft. Und exakt damit hadert auch Difficult Situations. Grübelt, warum die Intuition ein schlechter Ratgeber ist. Solch gedankenvoller, gedämpfter Pop hilft meinen Gedanken auf die Beine und dafür liebe ich diesen Song.

19. ScannersLove Is Symmetry

Eigentlich ist mit dem eröffnenden Titeltrack Love Is Symmetry bei diesem Album bereits alles zum Guten gewendet, speziell durch den von Achtzigerjahre-Grandezza erfüllten Refrain. Dalys Gesang ist charakteristisch, obwohl er nie besonders in die Auslage gestellt wird. Auch eine Qualität!

20. This Is HeadTime’s An Ocean

Wenn ich mir den Track Time’s An Ocean von der neuen Platte The Album ID so anhöre, dann hat der Song schon etwas von der Erhabenheit der ersten Sonnenstrahlen nach einem ausgiebigen Winterschlaf. Zugleich hat erwähnter Titel den Britpop im Blut, erlaubt sich den einen oder anderen Spleen, dabei geht jedoch das Mitgrölpotential nie flöten. Solch Musik wärmt die Seele. Und das hat sich diese nach einem langen Winter verdient!

Wer unsere Bestenliste nun in voller Länge auf Spotify hören möchte, kann das hiermit tun. In den nächsten Tagen werden wir noch einige Alben und Songs vorstellen, die es ganz knapp nicht in unsere Bestenliste geschafft haben, aber dennoch eine lobende Erwähnung verdienen…

SomeVapourTrails

Ein Gedanke zu „Unsere 20 Lieblingssongs 2013

  1. Schön, dass Desperate Journalist und The Ballet es auch in Eure Liste geschafft haben. Leider sind diese Bands ja ziemlich unbekannt (aber die Welt ist halt ungerecht :-).

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