Stippvisite 23/01/2014

Auch im neuen Jahr ist mir Musik nicht einfach zugeflogen, sondern wurde auf vertrauenswürdigen Blogs und Musikseiten entdeckt. Hier seien kurz und knapp ein paar der jüngsten Fundstücke erwähnt:

Unbehaglichkeitstipp:

Für die britische Ausnahmeband Her Name Is Calla hatte ich in der Vergangenheit nur lobende Worte übrig. Nach einer Schaffenspause melden sich die Briten nun mit dem Song The Roots Run Deep zurück, der eine erste Kostprobe für das im Frühjahr erscheinende Album Navigator darstellt. Ich musste mir zunächst die Ohren reiben. Ist das tatsächlich noch die Band, die mir mit der Platte The Quiet Lamb sehr viel Gänsehaut beschert hat? The Roots Run Deep zumindest oszilliert elektronisch-brummend, wirkt unheimlich, richtiggehend unbehaglich. Die Band beschreibt die Stoßrichtung des Albums so: „Navigator is a story of dreams that fail and do not materialise as youth slips away. It is the story of leaving one life behind and heading into the unknown of another. It is a story of losing love, life, faith and identity, and the great depression that brings. More importantly, It is about finding the way back home again.„. Das klingt nicht eben nach Zuckerschlecken! Wem der Sinn also nach kultivierter Verunsicherung steht, wer seine Seele auch mal gern in Falten legt, wird dem neuen Sound von Her Name Is Calla durchaus applaudieren können! (via Drowned in Sound, wo es den Song kostenlos gibt)

Ohrwurmtipp:

Eigentlich ist mir Belgien eher suspekt, ich verstehe die kulturelle Identität dieses Landes einfach nicht. Für mich bleibt es ein unversöhnlich gespaltener Staat. Auch in Sachen Musik ist Belgien nicht unbedingt der hervorstechendste Punkt auf der Landkarte Europas. In den letzten zwei Jahrzehnten etwa konnte ich eigentlich nur die Band dEUS als feste Größe ausmachen. Dieser Tage ist mir jedoch ein Track der Indie-Rock-Formation Balthazar zu Ohren gekommen, den ich den werten Lesern einfach nicht vorenthalten möchte. Der wunderbare Song Leipzig ist für mich einer der ersten Ohrwürmer des noch jungen Musikjahres 2014. Und natürlich Anlass genug, meine Vorbehalte gegenüber Belgien beiseitezuschieben und mich mit dem Werk Balthazars demnächst ausgiebig zu beschäftigen. Wer auch auf den Geschmack gekommen ist, kann die Band im Februar in deutschen Gefilden live erleben. (via human cannonball)

Konzerttermine:

14.02.2014 Heidelberg – Karlstorbahnhof
15.02.2014 Köln – Luxor
18.02.2014 München – Strom
19.02.2014 Stuttgart – Schocken
22.02.2014 Münster – Gleis 22
24.02.2014 Hamburg – Knust
25.02.2014 Berlin – Postbahnhof
26.02.2014 Wiesbaden – Schlachthof

Hochgefühlstipp:

Post-Rock aus Norwegen? Aber gerne doch! Línt nennt sich das Quartett aus Bergen, welches 2013 bereits eine EP veröffentlicht hat und für 2014 ein Debütalbum verspricht. Wenn man sich den Opener der EP, Perfect Motion Picture nämlich, anhört, kommt durchaus Vorfreude auf ein Erstlingswerk in Plattenlänge auf. Die Norweger sind nämlich einerseits Sensibelchen mit Feingefühl und romantische Stimmungsmaler, andererseits mangelt es den Jungs nicht an gitarriger Enthemmtheit, sobald sie das Hochgefühl des Moments zelebrieren. Auch darum scheinen Línt ein Versprechen für 2014, es wäre sehr schön von dem Quartett alsbald mehr zu hören! (via Polarblog)

Entdeckertipp:

Ätherisches Frauenfalsett hält tapfer den Kopf über Wasser, während ein Meer aus verzerrtem Hall und wundgescheuerten Gitarren tost und wogt und lärmt. So möchte ich den Song We Are The Dreamers der US-Formation The Stargazer Lilies beschreiben. Für Dream-Pop mangelt es an ästhetischer wie emotionaler Finesse, zum Shoegaze fehlt die schwelgerische, melodische Würze, stilistisch kommt man der Band schwer auf die Schliche. Alles wirkt schief, der Gesang mehr zugedröhnt als entrückt, der Sound lo-fi, schroff und dennoch diesig. Dennoch entwickelt We Are The Dreamers großen Charme, wohl weil es sonderbar daherkommt, mit Eigenartigkeiten betört und verstört. Deshalb gilt: Entdecken lohnt! Auf dem Magnet Magazine gibt es das Lied als kostenlosen Download. (via Schallgrenzen)

Demnächst mehr!

SomeVapourTrails

Ein Gedanke zu „Stippvisite 23/01/2014

  1. Im Gegensatz zu Dir halte ich Belgien für eine große Popnation! Aus der gerade im Moment sehr aufregende Bands kommen. Wie das Duo I will, I swear:
    http://www.youtube.com/watch?v=aml5iQcOK1A

    Oder BRNS, die aktuell mit Girls In Hawaii auf Tour sind. Schön vertrackt!
    http://brns.bandcamp.com/

    Von Girls selbst ganz zu schweigen. Spielen nächste Woche in Frankfurt, ich freu mich kringelig! „Switzerland“, einer der schönsten Songs ihres neuen Albums, läuft bei mir auf Dauerrotation!

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