Stippvisite 03/03/2014

Musik fällt nicht einfach so in den Schoß. Man sucht sie, entdeckt sie, nur selten schnappt man sie zufällig irgendwo auf. Wenn ich die Seiten meiner geschätzten Bloggerkollegen und manch vertrauter Magazine durchstöbere, ist die Wahrscheinlichkeit freilich groß, dass ich eher früher denn später auf besondere Klänge stoße. So auch dieses Mal!

Unverwüstlichkeitstipp:

Einer der unterschätztesten Britpop-Acts ist die Formation James, die vor allem in den Neunzigern in Großbritannien durchaus erfolgreich war, aber zumindest meinem Empfinden nach in deutschen Plattenregalen nie wirklich Fuß fassen konnte. Wie schade, denn auch nach über 30 Jahren im Musikgeschäft klingt die Band rund um Sänger Tim Booth frisch wie am ersten Tag. Für Juni diesen Jahres ist mit La Petite Mort das mittlerweile 13. Studioalbum angekündigt. Und nach dem ersten Vorgeschmack Frozen Britain zu schließen, darf man einmal mehr das James’sche Talent für perfekte Melodien und einen Vortrag mit Schmackes bestaunen. Die unverwüstlichen James klingen so jung, wie es viele Mittzwanziger-Bands gerne wären. Britpop forever! (via Coast Is Clear)

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La Petite Mort erscheint am 02.06.2014 auf Cooking Vinyl.

Magietipp:

Selbst dem erfahrensten Musikblogger rutscht das eine oder andere wunderbare Album durch die Finger. So auch mir. Ich hatte zwar im vergangenene Sommer Forest Swords mit dem archaischen Track Thor’s Stone lobend erwähnt, dabei von einem vorzeitlichen Beschwörungstanz gesprochen, der mit dunkler Electronica vermengt wird. Das in der Folge erschienene Album Engravings fiel leider unter den Tisch. Ganz und gar zu Unrecht! Engravings wirkt in seiner rituellen Magie unheimlich, atemberaubend. Nun gibt es zu dem Titel The Weight of Gold einen Clip zu beäugen. Wie schon beim Video zu Thor’s Stone ist die ästhetische Umsetzung überaus gelungen. Und das Album ist allen Feinschmeckern ohnehin ins Stammbuch geschrieben! (via Exclaim!)

Hypetipp:

Es gibt immer nur ein nächstes großes Ding, aber hunderte Anwärter. Allein von der Insel schwappen jedes Jahr viele, viele pfiffige Acts herüber. Zu den hoffnungsvollen Newcomern zählt auch die Londoner Band The Mispers, die im April eine selbstbetitelte EP veröffentlichen wird. Der Song Brother verspricht so einiges, kreiert einen eigenen, abwechslungsreichen Sound, irgendwo zwischen Baroque Pop und Indie-Rock samt unruhiger, shoegaziger Gitarre. The Mispers sollte man auf alle Fälle im Auge behalten, denn ihre Chance das nächste große Dinge zu sein, ja diese Chance ist mit einer feinen Nummer wie Brother fraglos intakt. (via Human Cannonball)

Männertrosttipp:

Sakrale Klänge, zu denen wunde Männerseelen nach Seelentrost suchen. Mit dieser Beschreibung hat die Kollegin Eva-Maria vom Polarblog den Track Spy vs. Spy der norwegischen Formation iampsyencefiction als Köder ausgelegt. Und da ich sowohl für sakrale Dinge und natürlich auch für Seelentrost empfänglich bin, habe ich bei diesem Song sofort angebissen. Wer erhabenem Schmerz lauschen und dabei auch den einen oder anderen Lichtstrahl durch ein Kirchenfenster erspähen möchte, kommt bei Spy vs. Spy voll auf seine Kosten. Es ist schier edel und wunderbar!

Das soll es für heute wieder einmal gewesen sein. Demnächst mehr!

SomeVapourTrails

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