Im Abseits der Zeit – Echo & the Bunnymen

Wenn ich mir dem Traum vom Rockmusikertum erfüllen könnte, würde ich mich für die wüste Existenz und stete Randale der Gallagher-Brüder entscheiden? Oder wollte ich zwar von der Spitze der Charts lachen und ganze Stadien füllen, nur um dann in Ungnade zu fallen und im Lauf der Jahrzehnte zur angestaubten Kirmes-Attraktion zu verkommen? Oder wäre ich lieber einer, der die tollsten aller tollen Alben macht und irgendwann an Ruhm und Erfolg zerbricht, sich ins Grab – zumindest aber in die völlige Anonymität – zurückzieht, während der Rest der Band mit einem zweitklassigen Ersatzmann durch die Mehrzweckhallen Europas tingelt? Ich glaube sehr, ich würde das Schicksal der Herren Ian McCulloch und Will Sergeant erwählen. Seit 1978 machen sie als Echo & the Bunnymen eine gute Figur, haben sich in ihrem kreativen Schaffen nie zurückgelehnt oder auf den Lorbeeren ihrer Hochzeit in den Achtziger ausgeruht. Sie mögen mit ihren Platten zwar nicht mehr um die vorderen Chartsplätze rittern, sie sind im Tun aber noch lange, lange nicht abgewrackt. Die Herren zählen keine 20 Lenze mehr, sind jedoch in Würde gereift, haben sich ein gediegenes Songwriting bewahrt. Das neue Album Meteorites belegt dies. Wo andere Acts längst zu Zombies ihrer selbst verkommen sind, wirken Echo & the Bunnymen wie eine der letzten verbliebenen Instanzen britischer Rockkultur.

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